Mit einer Zisterne lässt sich vorhandenes Regenwasser als Gieß- und Brauchwasser nutzen und damit kostbares Trinkwasser und die dafür anfallenden Kosten sparen. Wie groß die Zisterne sein sollte, welche Kosten und welche Ersparnis realistisch sind, wie eine Zisterne funktioniert und auf was sonst noch zu achten gilt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Das Wort Zisterne stammt vom Lateinischen „cisterna“ und bedeutet unterirdischer Wasserbehälter. Das Vergraben der Zisterne unter der Erde ist theoretisch nicht unbedingt notwendig, aber der übliche Weg, da eine Zisterne erst ab einer bestimmten Größe wirklich Sinn macht und ein so großer Behälter einem viel Platz im Garten wegnehmen würde und abgesehen davon auch wenig dekorativ aussähe. Benötigt man nur sehr kleine Wassermengen, kann man alternativ auch zu einem oberirdisch aufzustellenden Regenfass oder Regenwassertank greifen, mehr dazu im Blogbeitrag Bewässern mit Regenfass oder oberirdischem Regenwassertank.

Zisterne oder doch lieber Brunnen?

Noch bevor man sich mit den Details der Planung beschäftigt, gilt es die grundsätzliche Frage zu klären, ob die Realisierung eines Brunnens nicht mehr Sinn macht. Sowohl Brunnen als auch Zisterne haben ihre Vor- und Nachteile und abhängig von den Gegebenheiten und genauen Anforderungen kann das eine oder andere finanziell günstiger sein.

So ist ein Brunnen bei einem hohen Grundwasserspiegel im Normalfall die deutlich günstigere Variante und verfügt zudem über „unbegrenzte“ Kapazität. Bei tiefem Grundwasserspiegel kann hingegen die Zisterne kostenmäßig vorne liegen und manchmal ist sie auch die einzig mögliche Alternative, z.B. weil das Grundwasser zu tief liegt, um es zu erreichen, weil es unter einer nicht durchbohrbaren Schicht liegt, oder weil es nicht genutzt werden darf. Die Zisterne kann zudem damit punkten, dass „Regenwasser“ ein von Pflanzen besonders geschätztes, „weiches“ Wasser ist. In folgendem Blogbeitrag finden Sie einen detaillierten Vergleich der Alternativen Brunnen und Zisterne:

Zisterne oder Brunnen – Was ist besser?

Notwendige Genehmigungen

Die konkreten Bestimmungen hängen vom Standort ab, da die Kommunen diesbezüglich das letzte Wort haben. Im Normalfall sind Zisternen bis 50 Kubikmeter Fassungsvolumen genehmigungsfrei. Ihr Bau muss jedoch bei der zuständigen lokalen Wasserbehörde angezeigt werden. Die Bauausführung muss nach DIN erfolgen (DIN 1986, DIN 1988, DIN 1989 und DIN 2403). Möchte man eine Trinkwassernachspeisung einbauen (freier Auslauf), um die Zisterne im Fall von zu wenig Regen mit Trinkwasser speisen zu können, ist in manchen Kommunen der nachweisliche Einbau durch einen Professionisten vorgeschrieben, in anderen Kommunen reicht es die entsprechende DIN zu beachten. In jedem Fall sind alle Wasser-Entnahmemöglichkeiten aus der Zisterne mit einem Schild „Kein Trinkwasser“ bzw. einem entsprechenden Symbolbild zu kennzeichnen.

Zusätzlicher Aufwand ist notwendig, wenn man das Wasser aus der Zisterne als Nutzwasser im Haushalt verwenden möchte, z.B. für die Toilettenspülung und Waschmaschine. In diesem Fall ist zwingend ein eigener, vom Trinkwasser streng getrennter Wasserkreislauf vorgeschrieben und es sind umfangreichere Genehmigungen einzuholen und Vorschriften zu berücksichtigen.

Welche Zisternen gibt es?

Bei der Auswahl einer Zisterne ist Größe das wesentliche Kriterium. Dabei gilt prinzipiell: Je größer, desto teurer, denn mit zunehmender Größe steigt nicht nur der Zisternenpreis, sondern auch die mit dem Einbau verbundenen Kosten für Aushub und Verfüllung. Eine bestimmte Mindestgröße der Zisterne ist in jedem Fall notwendig, damit die Anschaffung überhaupt Sinn macht, denn nur dann ist eine nennenswerte Einsparung an Trinkwasser möglich.

Zisternen werden am Markt in Größen von bis zu 50.000 Litern Fassungsvermögen und aus Beton oder Kunststoff angeboten. Beide Materialien haben ihre Vor- und Nachteile: Betonzisternen können aufgrund ihres hohen Gewichtes auch bei hohem, drückendem Grundwasser verwendet werden und aufgrund ihrer Robustheit sind sie auch für Stellen geeignet, die von schwereren Fahrzeugen befahren werden. Also zum Beispiel auch in Einfahrten oder in einem Hof. Der schwere Deckel bietet zudem einen gewissen Schutz vor Unfällen mit Kleinkindern.

Kunststoffzisternen können hingegen aufgrund ihres vergleichsweise viel geringeren Gewichtes wesentlich einfacher und kostengünstiger transportiert werden und es ist zudem auch möglich, diese in Eigenregie in die Baugrube zu heben. Bei Betonzisternen geht das nur mit einem Kranwagen, der wenige Meter an die Baugrube heranfahren muss.

Kunststoffzisternen werden zudem auch als Flachtanks, also als besonders flach ausgeführte Zisternen, angeboten. Das hat den Vorteil, dass man nicht so tief graben muss, um die Zisterne im Erdreich zu versenken und diese daher einfacher in Eigenleistungen realisieren kann. Im Gegenzug passt in Flachtanks aber weniger rein und sie sind auch schwieriger zu reinigen. Haben sie weniger als 80 Zentimeter Erdüberdeckung, sind sie zudem nicht frostsicher und damit zwar für die Gartenbewässerung, nicht aber für die ganzjährige Versorgung mit Brauchwasser für den Haushalt verwendbar.

Bei der Nutzung von Flachtanks ist nur ein vergleichsweise kleiner Aushub notwendig

Kunststoffzisternen findet man in Größen bis zu 50.000 Litern, Betonzisternen bis 20.000 Liter. Sollte es notwendig sein, kann man das Fassungsvermögen durch Koppelung mehrerer Zisternen weiter erhöhen.

Welche Größe sinnvoll ist, hängt vor allem von zwei Faktoren ab:

  • Wie viel Regenwasser kann man verbrauchen? (= Bedarf an Regenwasser)
  • Wie viel Regenwasser kann man überhaupt auffangen? (= Angebot an Regenwasser)

Bedarf an Regenwasser

Der Regenwasserbedarf hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Möchte man das Regenwasser nur zur Bewässerung des Gartens oder auch als Brauchwasser im Haushalt verwenden?
  • Wie groß ist die zu bewässernde Fläche im Garten und aus welchen Pflanzen besteht sie?
  • Wie intensiv gießt man Rasen und Pflanzen?
  • Welcher Teil des Wasserbedarfs der Pflanzen wird durch natürlichen Regenfall abgedeckt?

Wasserbedarf für Gartenbewässerung

Die Bandbreite für die Berechnung des Gartenbewässerungs-Wasserbedarfs ist prinzipiell eine sehr große. Verlässliche Pauschalaussagen, welche Pflanzen wie viel Wasser benötigen, sind nicht möglich, da dieser Bedarf auch immer von Faktoren wie Bodenbeschaffenheit, sonnige oder schattige Lage, windgeschützte Lage oder nicht etc. abhängt.

Zudem gibt es auch ganz unterschiedliche Zielsetzungen, welchen Zweck eine Bewässerung erfüllen soll. Geht es nur darum, so viel zu gießen, dass die Pflanzen den Sommer irgendwie überleben, dann ist der Wasserbedarf ein anderer, als wenn das Ziel möglichst perfekt gedeihende Pflanzen sind. Am Beispiel Rasen: Eine Wiese hier und da ein bisschen nass zu machen, bevor sie komplett kaputt geht, erfordert einen weit geringen Wassereinsatz, als die Pflege eines perfekten Rasens.

Hinweis: Wundern Sie sich daher auch nicht, wenn sie in diversen Online Tools zur Zisternengrößenberechnung mit immer gleichen Eingaben auf ganz unterschiedliche Ergebnisse kommen! Das liegt praktisch immer daran, dass die Annahmen für Gartenbewässerung vollkommen unterschiedlich getroffen werden. Pro Quadratmeter Gartenfläche werden mal 60 Liter, mal 150 Liter und mal 440 Liter an jährlichem Wasserbedarf gerechnet. Aus meiner Sicht ist es daher ganz wesentlich, diese Annahmen selbst zu treffen, um auch sicherzustellen, dass sie mit der persönlichen Zielsetzung übereinstimmen!

Wenn Sie ihre Annahmen trotzdem auch mit einem Rechner überprüfen möchten, dann empfehle ich den Regner von Graf Online, der aus meiner Sicht recht gut zutreffende Annahmen trifft.

Noch besser ist es aber, die Überlegungen selbst anzustellen. In meiner im Anschluss getroffenen Annahme gehe ich davon aus, dass man den Garten perfekt mit Wasser versorgen möchte. In einem solchen Fall kann man grob überschlagsmäßig mit folgenden Werten rechnen:

  • Wasserbedarf Rasen: 20 Liter/Quadratmeter pro Woche
  • Wasserbedarf andere Pflanzen: 10 Liter/Quadratmeter pro Woche

Hat man also zum Beispiel 400 Quadratmeter Gartenfläche und davon sind 200 Quadratmeter Rasen, 150 Quadratmeter andere Pflanzen und 50 Quadratmeter Gehweg und andere nicht zu bewässernde Flächen, dann ergäbe sich ein Wasserbedarf von 5.500 Litern pro Woche (200 x 20 + 150 x 10).

Den Garten bewässert man nicht ganzjährig, sondern nur in den warmen Monaten, ich kalkuliere, dass es 24 Wochen im Jahr notwendig ist, zu bewässern. Der Gesamtbedarf beträgt somit 5.500 x 24 = 132.000 Liter pro Jahr.

Diesen Wasserbedarf kann man noch deutlich senken, wenn man den natürlichen Niederschlag optimal ausnutzt. Denn in den warmen Monaten regnet es in Deutschland in einem Durchschnittsjahr mehr als 400 Liter je Quadratmeter. Das wäre rein rechnerisch eigentlich sogar ausreichend, um den kompletten Wasserbedarf des Gartens zu decken und einige der Zisternenberechnungsprogramme rechnen das auch sehr stark in ihre Kalkulation mit ein.

In der Praxis ist der nutzbare Effekt meiner Erfahrung nach allerdings deutlich geringer! Das gilt umso mehr dann, wenn man einen schönen Rasen und gut mit Wasser versorgte Pflanzen möchte. Der Grund: Oft fällt der Regen nicht im für die Bewässerung notwendigen Rhythmus, sondern entweder stark geblockt in viel zu großer Menge, die nicht aufgenommen werden kann, oder auch in zahlreichen kleinen Mengen, die kaum etwas bringen, weil sie verdunsten, bevor sie bei den Wurzeln ankommen. In der Praxis kann man daher durch den natürlichen Regen nur einen gewissen Teil des Bewässerungsbedarfs einsparen, in manchen Jahren, wenn der Regen günstig fällt, mehr, in anderen weniger. Ich würde daher empfehlen, diesen Effekt bei der Berechnung der Zisternengröße nur mit einer Einsparungsmöglichkeit von maximal 40% zu berücksichtigen. Und auch das ist nur realistisch, wenn man den natürlichen Regen optimal ausnutzt und am besten mittels Verwendung eines Regen- bzw. Bodenfeuchtesensors automatisch in das individuelle Bewässerungsprogramm einfließen lässt.

Nach Abzug einer 40%igen Einsparung durch natürlichen Niederschlag verbleibt somit ein Jahres-Wasserbedarf von 79.200 Litern.

Wasserbedarf für Brauchwassernutzung im Haushalt

Soll die Zisterne auch für die Brauchwassernutzung im Haushalt verwendet werden, um den Wasserbedarf von Toilette und Waschmaschine zu decken, dann kann man in etwa mit dem folgenden Wasserbedarf kalkulieren. Hier rechnen praktisch alle Online-Rechner mit den gleichen Werten, die den Durchschnittswerten in Deutschland entsprechen. Sollte man eine moderne, wassersparende Waschmaschine verwenden bzw. am WC fleißig die Spartaste nutzen, dann wird der eigene Verbrauch ein Stück unter diesen Durchschnittswerten liegen! Die Brauchwassernutzung im Haushalt erfolgt im Gegensatz zur Gartenbewässerung ganzjährig, also an 365 Tagen im Jahr.

  • WC-Spülung: In etwa 35 Liter pro Tag pro Person. Bei einem 4-Personen-Haushalt wären das jährlich in etwa 51.000 Liter.
  • Waschmaschine: In etwa 15 Liter pro Tag pro Person. Bei einem 4-Personen-Haushalt wären das jährlich in etwa 22.000 Liter

Somit käme man für einen 4-Personen-Haushalt auf jährlich ca. 73.000 Liter an im Haushalt verwendeten Trinkwasser, das sich durch Brauchwasser aus der Zisterne ersetzen ließe.

Gesamtbedarf an Regenwasser

Aus dem zuvor Berechneten ergeben sich somit folgende Gesamtbedarfswerte:

  • Halbjahres-Wasserbedarf bei Gartenbewässerung: 79.200 Liter
  • Jahres-Wasserbedarf bei Nutzung im Haushalt: 73.000 Liter
  • Jahres-Wasserbedarf bei Nutzung für Gartenbewässerung und im Haushalt: 152.200 Liter (davon 36.500 Liter von Oktober bis März und 115.700 Liter von April bis September)

Angebot an Regenwasser

Das zum Befüllen der Zisterne verfügbare Regenwasserangebot ergibt sich aus folgenden Faktoren:

  • Wie groß ist die Fläche am Dach, auf der Regen aufgefangen wird?
  • Welcher Teil des am Dach aufgefangenen Regens gelangt tatsächlich in den Abfluss? (= Dachbeiwert)
  • Wie groß ist die lokale Regenmenge?

Grundfläche des Daches

Die für die Berechnung der aufgefangenen Wassermenge relevante Fläche ergibt sich aus der Grundfläche des Hauses unter Hinzurechnung des Dachüberstandes. Hat das Haus also z.B. eine Länge und Breite von 10 Metern und auf allen Seiten 1 Meter Dachüberstand, dann ergibt das eine Länge von 12 Metern und eine Breite von 12 Metern auf denen Wasser aufgefangen wird. Die relevante Fläche betrüge somit 12 x 12 = 144 Quadratmeter. Die Menge kann eventuell noch gesteigert werden, wenn auch auf dem Dach von Nebengebäuden wie z.B. der Garage Wasser aufgefangen wird.

Dachbeiwert

Der Dachbeiwert kann abhängig von der Art des Daches aufgrund des damit verbundenen Wasserverlustes durch Verwehung, Verdunstung bzw. Filterung sehr unterschiedlich ausfallen, z.B.:

  • Ziegeldach: ca. 0,9
  • Betondach: ca. 0,8
  • Flachdach mit Kies: ca. 0,6

Bei einem Ziegeldach kommen demnach ca. 90% (Faktor 0,9) des aufgefangenen Regens auch tatsächlich in der Zisterne an, bei einem Flachdach mit Kiesschüttung hingegen nur ca. 60%.

Regenmenge

Der dritte Faktor ist die lokale Regenmenge. Für ganz Deutschland betrachtet beträgt die Regenmenge im mehrjährigen Mittel ca. 790 Liter je Quadratmeter. Allerdings kann die Regenmenge von Bundesland zu Bundesland um ca. 10 bis 20% vom Mittel abweichen. Und in den sechs warmen Monaten April bis inkl. September regnet es mit durchschnittlich 430 Litern je Quadratmeter etwas mehr als in den kalten Monaten Oktober bis März (360 Liter).

Wie viel Regenwasser man auffangen kann, hängt von der Auffangfläche des Daches, davon wie viel Wasser am Dach verloren geht (Dachbeiwert) und von der in der Gegend üblichen Regenmenge ab

Berechnung Regenwasserangebot

Die verfügbare Menge an Regenwasser kann man nun sehr einfach durch Multiplizieren der 3 Faktoren berechnen:

Verfügbare Regenmenge = Durchschnittlicher Regenfall in Liter je Quadratmeter * Grundfläche Dach in Quadratmeter * Dachbeiwert

Beispiel:
Der durchschnittliche lokale Regenfall beträgt im Jahr 790 Liter pro Quadratmeter. Die Grundfläche des Daches misst 13 x 13 Meter (= 169 Quadratmeter). Zusätzlich wird das Wasser auch am Dach einer Garage mit 20 Quadratmetern Grundfläche aufgefangen. Es handelt sich in beiden Fällen um ein Ziegeldach mit einem Dachbeiwert von 0,9.

-> Verfügbare Regenmenge im Jahr = 790 * 189 * 0,9 = 134.379 Liter/Jahr

Möchte man die Zisterne allerdings nur zur Gartenbewässerung nutzen, dann hat man vom Niederschlag in den kalten Monaten nichts. In dem Fall ist nur der Regenfall in den warmen Monaten April bis September in die Rechnung mit einzubeziehen, so dass die verfügbare Regenmenge auf etwas mehr als die Hälfte schmilzt.

-> Verfügbare Regenmenge April bis September = 430 * 189 * 0,9 = 73.143 Liter

Benötigte Zisternengröße

Basierend auf den zuvor ermittelten Größen Wasserbedarf und Wasserangebot kann nun bestimmt werden, wie groß die Zisterne idealerweise sein sollte. Dabei geht man davon aus, dass es immer wieder einige Tage lang nicht regnet und plant daher die Zisterne mit einer Größe, die ausreichend Wasser speichern kann, um auch einige Tage Durststrecke zu überbrücken. In der Regel werden hier 3 Wochen, also 21 Tage angesetzt. Eine voll Zisterne würde demnach so viel Wasser beinhalten, dass man damit bei Trockenheit 3 Wochen lang gießen könnte. Möchte man noch besser gegen Trockenperioden gewappnet sein, kann man natürlich auch eine höhere Anzahl von Tagen ansetzen.

Diese Überlegung geht allerdings nur dann auf, wenn auch das Wasserangebot ganz oder zumindest zum größten Teil ausreicht, um den Bedarf zu decken – wenn also am Dach so viel Wasser aufgefangen wird, wie man für den Garten bzw. den Haushalt benötigt.

Benötigte Zisternengröße für Gartenbewässerung

Im Beispiel, in dem die Zisterne nur für die Gartenbewässerung von April bis September (183 Tage) verwendet wird, sah es folgendermaßen aus:

  • Regenwasserangebot April bis September: 73.143 Liter (= 400 Liter täglich)
  • Regenwassernachfrage April bis September: 79.200 Liter (= 433 Liter täglich)

Zur Berechnung der sinnvollen Zisternengröße wird nun die tägliche Regenwassernachfrage mit den 21 Puffertagen multipliziert: 433 * 21 = 9.093

-> Die Zisterne sollte somit ein Fassungsvolumen von etwa 9.000 Litern haben

Allerdings reicht im Beispiel das Wasserangebot von 73.143 Litern nicht ganz aus, um die benötigte Wassermenge von 79.200 Litern zu decken. Die Dachfläche ist also nicht groß genug, um genügend Wasser aufzufangen, um den kompletten jährlichen Wasserbedarf decken zu können und man wird die Differenz daher in der Praxis weiterhin mit Trinkwasser abdecken müssen.

Trotzdem ist es sinnvoll, die Zisternengröße an der Wassernachfrage auszurichten und nicht, wie das manche Online-Zisternenrechner in einem solchen Fall machen, am Wasserangebot. Denn sonst würde der Wasserspeicher für weniger Bewässerungstage reichen und die mit Trinkwasser abzudeckende Differenz würde sich noch weiter vergrößern.

Von diesem Prinzip, die Wassernachfrage als Berechnungsgröße heranzuziehen, würde ich nur dann abgehen, wenn das Regenwasserangebot die Regenwassernachfrage weit unterschreitet. Denn dann macht es wenig Sinn, die Zisternengröße aufgrund der Nachfrage viel zu groß zu bemessen, da man viel zu wenig Wasser auffangen würde, um das große Volumen auch zu füllen. Die Zisterne wäre dann vermutlich nur zu Beginn der Saison bis an den Rand vollgefüllt und während der Saison würde es dann nicht mehr gelingen, diese auch nur annähernd zu füllen. Das große Volumen hätte in einem solchen Fall also einfach keinen Sinn und würde nur unnötige Kosten verursachen.

Im angeführten Beispiel bräuchte es ca. 23 Tage mit einem durchschnittlichen Niederschlag um die Zisterne zu füllen, so dass die Füllmenge für 21 Bewässerungstage reicht. Das geht im Durchschnitt also knapp nicht auf, in Phasen von überdurchschnittlichem Niederschlag und gleichzeitig geringerem Bewässerungsbedarf wird es aber während einer Saison immer wieder gelingen. Daher macht die Dimensionierung mit 9.000 Litern hier Sinn. Wäre das Wasserangebot aber z.B. nur halb so groß und damit viel kleiner als die Wassernachfrage, dann empfiehlt es sich, auch die Zisterne kleiner zu dimensionieren.

Benötigte Zisternengröße für Gartenbewässerung und Hauswassernutzung

Im Beispiel, in dem die Zisterne sowohl für die Gartenbewässerung von April bis September (183 Tage) als auch für die ganzjährige Nutzung des Regenwassers als Brauchwasser im Haushalt verwendet wird, sahen Wasserangebot und -nachfrage wie folgt aus:

  • Regenwasserangebot im Jahr: 134.379 Liter (= 368 Liter täglich)
  • Regenwassernachfrage im Jahr: 152.200 Liter (= 417 Liter täglich)

Wie im Beispiel zuvor wäre auch hier das Wasserangebot etwas zu gering, um die jährliche Nachfrage zu decken. Würde man wieder die tägliche Regenwassernachfrage heranziehen und 21 Tage Puffer mit einrechnen, ergäbe sich hier eine sinnvolle Zisternengröße von ca. 8.800 Litern. Allerdings wäre diese Berechnung hier trügerisch und würde in der Praxis zu keinem guten Ergebnis führen. Da die Gartenbewässerung nur im Sommer stattfindet, verteilt sich der Wasserbedarf nämlich nicht gleichmäßig über das ganze Jahr, sondern ist in der warmen Jahreszeit viel höher als in der kalten. Die Rechnung muss daher getrennt für die warme und kalte Saison durchgeführt werden:

  • Regenwasserangebot Oktober bis März: 61.236 Liter (= 336 Liter täglich)
  • Regenwassernachfrage Oktober bis März: 36.500 Liter (= 201 Liter täglich)#
  • Regenwasserangebot April bis September: 73.143 Liter (= 400 Liter täglich)
  • Regenwassernachfrage April bis September: 115.700 Liter (= 632 Liter täglich)

Für die 182 Tage in der kalten Monaten von Oktober bis März, in denen das Wasser nur für die Hauswassernutzung benötigt wird, würde nach Formel demnach eine Zisterne mit 4.221 Litern ausreichen. Für die warme Jahreszeit von April bis September, in der sowohl Wasser für die Hauswassernutzung, als auch für die Gartenbewässerung benötigt wird, bräuchte es jedoch eine Zisterne mit 13.272 Litern.
Aber: Da in diesem Zeitraum nur 73.143 Liter Wasser zur Verfügung stehen, macht es in der Praxis keinen Sinn, die Zisterne so groß zu dimensionieren. Wobei im Beispielfall die zusätzliche Hauswassernutzung prinzipiell ein eher sinnloses Unterfangen wäre, da während der gesamten warmen Jahreszeit kein Wasser dafür zur Verfügung stünde. Die Grundfläche des Daches wäre einfach zu klein, um sowohl die Gartenbewässerung, als auch die Hauswassernutzung damit umzusetzen.

Hinweis: Wenn Sie einige der im Web angebotenen Online-Zisternenrechner ausprobieren, dann werden Sie bemerken, dass dort bei Eingabe der Beispieldaten zumeist ganz andere, viel erfreulicher aussehende Ergebnisse herauskommen. Das Wasserangebot reicht demnach auch für sehr große Gärten scheinbar problemlos aus und es sind auch viel kleinere Zisternen notwendig. Das liegt wie schon zuvor erwähnt daran, dass diese Rechner einen viel geringeren – aus meiner Sicht unrealistischen – Bedarf für die Gartenbewässerung ansetzen und zudem davon ausgehen, dass ein Großteil dieses Bedarfes sich von selbst durch den natürlichen Regenfall deckt. Für einen 300 Quadratmeter Garten wird in einem Rechner z.B. eine Zisterne mit nur 3.000 Litern empfohlen. Für mich absolut nicht nachvollziehbar, denn für einen 300 Quadratmeter Rasen benötigt man für eine nur einmalige wöchentliche Bewässerung bereits 6.000 Liter. Die Zisterne würde also, wenn es nicht regnet, gerade einmal für eine halbe Woche ausreichen. Selbst wenn der Garten aus Pflanzen mit geringerem Wasserbedarf bestünde, reichte es nur ca. 1 Woche. Bei diesem minimalen Puffer müsste man in der Praxis also sehr oft auf Trinkwasser ausweichen und die Zisterne würde ihren Zweck kaum erfüllen. Prüfen Sie daher bei Verwendung eines Online-Rechners immer nach, ob die getroffenen Annahmen mit ihrer tatsächlichen Situation übereinstimmen!

Kosten und Nutzen

Die Kosten für die Zisterne selbst machen in etwa nur ein Drittel bis die Hälfte der Gesamtkosten aus. Dazu kommen noch die Kosten für den Aushub samt Entsorgung des Erdmaterials, für die Herstellung von Zuleitung und Überlauf, für Verfüllmaterial, Filter, diverse Rohre und Kleinteile und die Zisternenpumpe. Überschlagsmäßig muss man für eine etwas größere Zisterne mit 8.000 Litern Fassungsvermögen mit Gesamtkosten von in etwa 4.000 bis 5.000 Euro rechnen. Je nachdem, wie viel Eigenleistung man einbringt, kann man gegebenenfalls einen Teil der Kosten sparen. Im Gesamtbetrag nicht berücksichtigt sind zusätzliche Kosten für einen notwendigen separaten Brauchwasser-Kreislauf, sollte man das Zisternenwasser auch im Haushalt nutzen möchten.

Bei kleinen Kunststoffzisternen kann der Transport und Einbau noch in Eigenregie durchgeführt werden, bei Betonzisternen und großen Kunststoffzisternen wird professionelles Gerät benötigt

Wie sich die Kosten für eine Zisterne im Detail zusammensetzen und wie sie sich abhängig von der Größe der Zisterne verändern, darüber gibt der folgende Blogbeitrag Auskunft:

Weiterführender Blogbeitrag: Kosten einer Regenwasser-Zisterne

Die Kosten für die Zisterne alleine beginnen bei Kunststoffzisternen bei etwa 750 bis 800 Euro für eine 1.000 Liter Zisterne und bei Betonzisternen bei etwa 1.500 bis 1.650 Euro für eine 3.000 Liter Zisterne. Bei kleinen Größen sind Kunststoffzisternen deutlich günstiger als Betonzisternen, da bei Betonzisternen aufgrund des hohen Gewichts der Kostenanteil für Transport und Abladen wesentlich größer ist. Die Betonzisternen können diesen Rückstand jedoch bei zunehmender Größe aufholen, sodass sie bei etwa 8.000 bis 10.000 Litern dann in etwa das Gleiche kosten, wie gleich große Kunststoffzisternen. Zwischen 10.000 und 20.000 Litern hat dann die Betonzisterne einen kleinen Kostenvorteil. Eine Betonzisterne mit 20.000 Litern Fassungsvermögen kostet in etwa 3.100 bis 3.500 Euro. Betonzisternen mit mehr als 20.000 Litern werden nach meinen Recherchen am Markt nicht angeboten, der Grund dürfte wohl das zu hohe Gewicht sein. Kunststoffzisternen werden mit Größen von bis zu 50.000 Litern angeboten. Wenn notwendig kann man auch mehrere Zisternen koppeln.

Die laufenden Kosten einer Zisterne sind vergleichsweise gering, es fallen im Prinzip nur die Stromkosten für die Pumpe an. Hier kann man bei sehr starker Nutzung mit jährlich etwa 15 Euro Stromkosten je 100 Quadratmeter bewässerter Fläche rechnen. Alle ca. 10 Jahre sollte die Zisterne zudem gereinigt werden. Das kann man – unter Aufsicht einer 2ten Person – selbst machen, oder für ca. 200 bis 300 Euro von einer Reinigungsfirma durchführen lassen.

Einsparungen

Diese ergeben sich in erster Linie aus dem verminderten Trinkwasserverbrauch. Bei durchschnittlichen Wasser- und Abwasserkosten lassen sich so ca. 5,30 Euro je eingespartem Kubikmeter Trinkwasser sparen. In etwa 2,50 Euro für das Wasser und 2,80 Euro für das Abwasser. War man für das im Garten verbrauchte Wasser bereits zuvor von den Abwassergebühren befreit, dann reduziert sich die Einsparung auf den Wasseranteil von ca. 2,50 Euro je Kubikmeter (= 1000 Liter).

Im gewählten Beispiel mit 73.143 Litern Wasserangebot und 79.200 Litern Wassernachfrage ergäbe sich somit zum Beispiel eine jährliche Ersparnis von ca. 390 Euro. Relevant für die Ersparnis ist immer der kleinere Wert von Wasserangebot und Wassernachfrage, da dieser der limitierende Faktor ist. Erspart man sich nur den Wasseranteil, dann reduziert sich die jährliche Einsparung auf ca. 180 Euro.
Zusätzlich kann man sich in den meisten Fällen noch einen Teil der Niederschlagswassergebühr („Regensteuer“) ersparen. Das ist eine jährlich zu bezahlende Abgabe, die sich nach der Größe der vom Grundherrn bebauten und versiegelten Fläche richtet (abhängig von der zuständigen Gemeinde in der Regel von 50 Cent bis fast 2 Euro je Quadratmeter und Jahr). Betreibt man eine Zisterne, wird einem diese in der Regel teilweise erlassen, da man damit das lokale Abwassersystem entlastet. Bei größeren Zisternen kann man daraus mit weiteren 100 bis 150 Euro Ersparnis im Jahr rechnen. Details dazu sind bei der zuständigen Gemeinde zu erfragen.

Fazit: Aus der exemplarischen Beispielrechnung lässt sich sehr gut erkennen, dass es in der Regel 10 oder noch mehr Jahre benötigt, um die Kosten einer Zisterne wieder einzuspielen. Allerdings hat eine Zisterne normalerweise auch eine sehr lange Lebensdauer von 40 Jahren aufwärts, so dass es sich auf lange Sicht dann doch rechnet. Den Benefit weniger Trinkwasser verschwendet und somit etwas Sinnvolles für die Umwelt getan zu haben, bekommt man kostenlos noch dazu. Bei sehr großen Grundstücken und dementsprechendem Wasserbedarf ist in der Regel die Größe der Dachfläche der limitierende Faktor. In solchen Fällen ist das Dach zumeist nicht groß genug, um so viel Wasser aufzufangen wie man verbrauchen könnte und es lässt sich daher auch nur ein Teil des Wasserbedarfs durch Regenwasser ersetzen.

Zisterne kaufen

Die wesentlichen Kriterien beim Kauf einer Zisterne sind:

  • Die Größe der Zisterne
  • Das Material der Zisterne (Beton/Kunststoff)
  • Ist die Zisterne begehbar?
  • Bis zu welchem Höchstgewicht ist die Zisterne befahrbar?
  • Was ist im Preis inkludiert?

Das mit Abstand wichtigste Kriterium ist die Größe der Zisterne, die der zuvor ermittelten benötigten Zisternengröße entsprechen bzw. möglichst nahe bei dieser liegen sollte.

Ob man zur Beton- oder Kunststoffzisterne greift, kann einerseits durch gegebene Umstände wie z.B. hoch stehendes Grundwasser oder eine zur Befahrung notwendige robuste Bauweise vorgegeben sein. Wenn beides möglich ist, ist es zu einem gewissen Teil dann einfach Geschmackssache.

Eine begehbare Zisterne hat den Vorteil, dass sie einfacher zu reinigen ist, als z.B. nicht begehbare Flachtanks, die von außen gereinigt werden müssen.

Ob eine Zisterne befahrbar ist und mit welchem maximal zulässigen Höchstgewicht das möglich sein muss, spielt vor allem eine Rolle, wenn man die Zisterne an einer Stelle einbaut, über welche später Autos fahren werden, also z.B. im Hof des Hauses. Und hier macht es wiederum einen Unterschied, ob sie nur PKWs oder auch schwerere Fahrzeuge aushalten muss.

Beim Preisvergleich ist es wichtig Acht zu geben, was genau im Preis inkludiert ist. Bei vielen Angeboten im Web sind Transport und Herablassen der Zisterne in die vorbereitete Baugrube bereits mit inkludiert. Ist das nicht der Fall, dann müssen diese (recht teuren) Leistungen separat dazu gekauft werden. Auch ist in manchen Angeboten bereits ein Teil der Zisternenausstattung wie Filter, Siphon und Einlauftopf mit enthalten, teils ist sogar bereits eine Zisternenpumpe inkludiert.

Wo kann man Zisternen kaufen?

Einerseits im lokalen Baumarkt, aber auch in einschlägigen Webshops. Ein recht umfangreiches, ganz interessantes Angebot an Zisternen gibt es bei Ebay, ein etwas kleineres bei Amazon.

Funktionsweise einer Zisterne

Die Funktionsweise einer Zisterne ist prinzipiell keine Raketenwissenschaft, im Anschluss eine überblicksmäßige Darstellung des Ablaufs:

Der auf das Hausdach fallende Regen läuft in die Regenrinne und fällt durch das Fallrohr senkrecht ab. Bei großen Häusern können es auch zwei oder mehr Fallrohre sein. Im Fallrohr kann mittels Fallrohrfilter bereits ein Vorfiltern von grobem Schmutz und Laub erfolgen. Dazu gibt es zwei verschiedene Typen von Fallrohrfiltern: Der erste Typ (Amazon Link) wird oben am Dach, am Übergang von Dachrinne auf Fallrohr, in das Fallrohr gesteckt, der zweite Typ (Amazon Link) weiter unten in das Fallrohr eingebaut. Die zweite Variante hat den Vorteil, dass der Filter für eine von Zeit zu Zeit notwendige Reinigung einfacher zu erreichen ist.

Vom Fallrohr weg wird das Wasser mit KG-Rohren bis zur Zisterne geführt. Der Zulauf muss ein ganz leichtes, aber durchgängiges Gefälle haben (zumindest 1%). Die KG-Rohre werden in Sand verlegt, verwendet werden übliche 100er KG-Rohre.

Die Zisterne wird mit KG-Rohren mit dem Fallrohr verbunden

Beim Einlauf in die Zisterne kommt es zur Feinfilterung des Wassers in einem Zisternenfilter. Dieser kann als Korbfilter oder als Durchgangsfilter ausgeführt sein. Je nach Filtertyp muss dieser von Zeit zu Zeit ausgeleert werden bzw. verfügt über eine Selbstreinigungsfunktion. Alternativ zur Filterung in der Zisterne kann ein solcher Filter auch als Erdeinbaufilter unterirdisch im Zulauf vor der Zisterne realisiert werden. Solche Filter werden eher bei großen Dachflächen verwendet und haben den Vorteil, dass der Filter gewartet werden kann, ohne die Zisterne zu öffnen. Stattdessen wird dafür ein eigener kleiner Zugangsschacht mit Deckel gebaut, über den man den Filter von oben erreichen kann. Die Kriterien bei Auswahl eines Filters sind neben der praktischen Handhabung und der Effektivität der Filterung vor allem auch der mit der Filterung verbundene Wasserverlust. Die Königsklasse der Zisternenfilter und auch dementsprechend hochpreisig sind sogenannte Wirbelfeinfilter.

Das Regenwasser sollte im Idealfall möglichst „sanft“ in die Zisterne laufen, man spricht hier von einem „strömungsberuhigten Wasserzulauf“. Das hat einerseits den Vorteil, dass dabei das Sediment, das sind kleine, nicht schädliche Schmutzteilchen, die sich im Laufe der Zeit am Boden der Zisterne ablagern und die Klärung des Wassers unterstützen, beim Einlaufen des Wassers nicht aufgewirbelt wird. Und andererseits kann sich das Wasser durch das langsame Einlaufen besser mit Sauerstoff anreichern, so dass es länger frisch bleibt. Der strömungsberuhigte Zulauf kann mit einem „Quelltopf“ oder mit anderen Methoden, die das Wasser bremsen, realisiert werden.

Links ein Beispiel für einen Zulauf ohne Strömungsberuhigung, rechts ein Beispiel für einen beruhigten Zulauf (das Wasser wird im Rohr bis zum Zisternenboden geführt und strömt dort nach oben hin aus)

Die Zisterne muss absolut in der Waage ausgerichtet sein. Dazu ist vorab der Boden der Grube mit einem ca. 10 cm starken Sandbett zu begradigen, damit die Zisterne spannungsfrei darauf stehen kann und beim Einsetzen mit dem Kran in die Baugrube ist die waagerechte Ausrichtung zu kontrollieren. Beim Aushub der Baugrube ist es wichtig, die vorgeschriebenen Sicherheitsvorschriften bezüglich seitlicher Abschrägung der Grube zu berücksichtigen, da sonst die Gefahr besteht, dass die Grube einstürzt. Bei der Grubengröße sind rund um die Zisterne etwa 30 bis 50 cm zusätzlicher Raum zu berücksichtigen, die für das anschließende Verdichten des Füllmaterials benötigt werden (je nach Füllmaterial wird etwas mehr oder weniger Platz benötigt). Je nach Zisterne und Vorgaben des Herstellers kann mit Sand, Kies oder auch mit Erde verfüllt werden.

Ein Überlauf sorgt dafür, dass überschüssiges Wasser, wenn die Zisterne voll ist, aus der Zisterne geleitet wird. Wenn das von Zeit zu Zeit immer wieder einmal passiert, dann ist das nicht unbedingt nachteilig, da damit auch auf der Wasseroberfläche treibende Verunreinigungen ausgeschwemmt werden.
Dazu ist entweder ein separater Sickerschacht anzulegen und der Überlauf dort hin zu führen, oder alternativ das überschüssige Wasser in die Kanalisation abzuleiten. Die zweite Variante konterkariert aber etwas das Ziel Kosten zu sparen, da für das eingeleitete Wasser dann anteilig Niederschlagswassergebühr zu bezahlen wäre.

Zisternenpumpen

Das in der Zisterne gespeicherte Wasser wird mittels Pumpe aus der Zisterne gefördert. Dazu kann entweder eine außerhalb der Zisterne im Trockenen stehende Saugpumpe oder eine in der Zisterne stehende oder hängende Tauchdruckpumpe verwendet werden. Die Saugpumpe ist etwas günstiger, die Tauchdruckpumpe hat den Vorteil, dass sie leiser arbeitet und im Winter in der Zisterne belassen werden kann.

Der Schlauch einer Saugpumpe wird entweder von oben durch eine Einlassöffnung des Deckels in die Zisterne geführt oder unterirdisch über den Technikanschluss der Zisterne. Als Tauchdruckpumpe kann eine spezielle „Zisternenpumpe“ oder alternativ eine Tiefbrunnenpumpe verwendet werden. Eine Zisternenpumpe wird entweder einige Zentimeter oberhalb des Zisternenbodens gehängt, oder auf dem Boden abgestellt und das Wasser mittels schwimmender Entnahme etwas unterhalb der Wasseroberfläche entnommen. Verwendet man alternativ eine Tiefbrunnenpumpe, dann muss diese um einen Kühlmantel ergänzt werden oder alternativ in ein Rohr gehängt werden. Welche Möglichkeiten es hier gibt, was zu beachten ist und wie das im Detail funktioniert, erkläre ich in folgendem Blogbeitrag:

Blogbeitrag: Welche Pumpe braucht man für eine Zisterne?

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Trinkwassernachspeisung

Auch wenn die Zisterne groß bemessen wurde, kann es in längeren Trockenperioden dazu kommen, dass diese leerläuft. Bei Zisternen, die von vornherein nur für die Deckung eines Teils des Wasserverbrauchs dimensioniert wurden, ist regelmäßig damit zu rechnen. Eine leere Zisterne stellt kaum ein Problem dar, wenn man diese nur zum manuellen Gießen mit einem Schlauch verwendet. In dem Fall installiert man am besten einfach einen zweiten Ersatzschlauch, der am Trinkwasseranschluss hängt.

Anders ist die Situation, wenn man an der Zisterne ein automatisches Bewässerungssystem installiert hat, die komplette Bewässerungslösung also an der Zisterne hängt. Oder auch, wenn man das Brauchwasser im Haus für die Toilettenspülung oder die Waschmaschine nutzt. In dem Fall ist es die praktikabelste Lösung, die Zisterne bei Bedarf mit Trinkwasser nach zu speisen. Dabei sind jedoch ein paar Dinge zu beachten, da gesetzlich eine strikte Trennung von Brauch- und Trinkwassersystem vorgeschrieben ist (siehe DIN 1988 bzw. EN 1717). Die Zuführung von Trinkwasser darf demnach nur durch einen sogenannten „freien Auslauf“ erfolgen, nicht gestattet sind hingegen Lösungen, die eine feste Verbindung zwischen Trinkwasserleitung und Regenwasserleitung bedingen.

Freier Auslauf

Einen freien Auslauf, oder auch manchmal freier Zulauf genannt, kann man sich wie einen Wasserfall vorstellen, in dem Wasser von einer Klippe in ein darunter liegendes Becken stürzt. Das Wasser fällt frei von oben nach unten, ohne dass es irgendeine Verbindung zwischen der Klippe und dem Becken gäbe. Es gibt demnach auch keine Möglichkeit, dass Wasser aus dem Becken wieder hinauf auf die Klippe käme. Das ganze ist eine 100%ige Einbahnstraße, eine Vermischung physikalisch unmöglich.

Beim freien Auslauf wird demnach Wasser nicht über fixe Rohr- oder Schlauchverbindungen zugeführt, sondern man lässt es aus dem Trinkwasserkreislauf frei in die Zisterne laufen. Das geschieht entweder direkt in der Zisterne, oder der freie Auslauf mündet in das Zulaufrohr, oder bereits in das vom Dach weggehende Fallrohr. Zum kontrollierten Auffangen des Wassers werden Trichter verwendet.

Die einfachste und kostengünstigste Art des freien Auslaufes und eine überlegenswerte Alternative, wenn es nur sehr selten zu einem Nachspeisbedarf kommt, ist es, einfach Bedarf die Zisterne manuell mittels Schlauch anzufüllen. Zisternendeckel öffnen, Schlauch reinhängen und Wasser laufen lassen.

Wird der freie Auslauf innerhalb der Zisterne realisiert, dann ist auch hier auf einen möglichst beruhigten Zulauf Acht zu geben, um beim Einlaufen des Wassers die Sedimentschicht nicht unnötig aufzuwirbeln. Zisternen mit vorgesehenem strömungsberuhigtem Zulauf bieten hier in der Regel die Möglichkeit, den freien Auslauf in den Zulauf zu integrieren. Alternativ kann man das Wasser zumindest nicht direkt in die Zisterne, sondern gegen die Zisternenwand laufen lassen, damit es sanfter auf der Wand nach unten läuft.

Wie der freie Auslauf auszusehen hat, ist gesetzlich genau vorgegeben: Das Ende der Trinkwasserzuleitung muss demnach einen Sicherheitsabstand in Höhe des doppelten Durchmessers der Zuleitung zum in der Zisterne höchstmöglichen Wasserstand einhalten. Kann das Wasser in der Zisterne aufgrund des vorgesehen Überlaufs also z.B. bis maximal 1,50 Meter steigen und hat die Trinkwasserzuleitung einen Durchmesser von 33 mm, dann muss der freie Auslauf in einer Höhe von zumindest 1,566 Metern enden. Ist der Durchmesser der Zuleitung kleiner als 10 mm, dann ist in jedem Fall ein Abstand von zumindest 20 mm einzuhalten. In gleicher Weise verhält es sich, wenn man statt in die Zisterne in ein anderes Rohr auslaufen lässt, in dem Fall bezieht sich der Abstand auf die Oberkante des Einlauftrichters ins Rohr.

Die Skizze zeigt die korrekte Realisierung des freien Auslaufes. Zwischen Trinkwasserzufuhr und Trichter muss der doppelte Rohrdurchmesser zumindest aber 20 mm Abstand sein.

Automatische Nachspeisung

Die Trinkwassernachspeisung kann man nun entweder immer bei Bedarf manuell durchführen, indem man, sobald in der Zisterne Wasser benötigt wird. den Trinkwasserzulauf aufdreht, oder man automatisiert den Ablauf mit einem Magnetventil, das sich bei Bedarf automatisch öffnet und wieder schließt. Dazu kann man einen Schwimmerschalter (Amazon Link) nutzen, der bei Unterschreiten und Überschreiten eines vorgegebenen Wasserstandes einen Schaltimpuls sendet, oder noch eleganter und zuverlässiger mit einem Wasserpegelschalter arbeiten.

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Blogbeitrag: Wie funktioniert ein Wasserpegelschalter und welche gibt es?

Im Fall einer automatisierten Lösung empfehle ich, diese sicherheitshalber doppelt abzusichern! Im Web gibt es eine Reihe von negativen Erfahrungsberichten zu Magnetventilen, die sich zwar korrekt geöffnet aber nicht mehr ordnungsgemäß geschlossen haben. Da der Trinkwasserzulauf dann immer weiter läuft und das Wasser über den Überlauf laufend abläuft, kann es so sehr schnell zur Verschwendung von Tausenden Litern Wasser kommen. Das Problem ist, dass man das unter Umständen gar nicht so schnell mitbekommt, da es sich unsichtbar unter der Erde abspielt. Daher sollte man das Magnetventil zusätzlich mit einer zweiten, davon unabhängigen Lösung absichern. Dafür käme zum Beispiel ein Zeitverzögerungsrelais (Amazon Link) in Frage, das ausgehend vom Einschaltimpuls ein zweites Magnetventil öffnet und fix nach einer bestimmten verstrichenen Zeit wieder schließt. Oder auch ein Durchflusssensor (Amazon Link), der ab einem bestimmten gemessenen Durchfluss automatisch Alarm gibt bzw. einen Schaltimpuls setzt. Oder ein zusätzlicher Wasserpegelschalter, der im Fall der Fälle akustisch Alarm schlägt bzw. eine Warnmeldung ans Handy verschickt (mehr Infos dazu im Blogbeitrag zum Thema Wasserpegelschalter).

Wie viel Wasser man am Klügsten nachfließen lässt, hängt stark davon ab, für welche Anwendungen man die Zisterne benutzt und wie schnell das Wasser nachfließt. Am besten so wenig wie möglich, aber so viel wie notwendig. So wenig wie möglich, da es ja in Bälde doch noch regnen könnte und man so nicht mehr Trinkwasser nachspeist, als es unbedingt sein muss. So viel wie notwendig, da es ausreichen sollte, um z.B. kurz darauf eingeplante Bewässerungsläufe korrekt durchzuführen. Welcher Pegelstand dafür notwendig ist, hängt auch davon ab, in welcher Geschwindigkeit das Wasser aus der Trinkwassereinspeisung nachläuft.

Regenwasserwerke bzw. Regenwasserstationen 

Alternativ zur Nachspeisung von Trinkwasser in die Zisterne kann man auch ein Regenwasserwerk nutzen. Regenwasserwerke realisieren das Prinzip des freien Auslaufes über eine andere Art und Weise: Die Pumpe schaltet auf der Saugleitung bei Wasserknappheit automatisch auf einen integrierten kleinen Wasserbehälter um, der über einen freien Auslauf mit Trinkwasser gespeist wird. Das hat den Vorteil, dass immer nur so viel nachgespeist werden muss, wie tatsächlich verbraucht wird. Der Nachteil von Regenwasserwerken ist ihr recht hoher Preis.

Eine große Auswahl an Regenwasserwerken findet man bei Ebay: Regenwasserwerke bei Ebay

Füllstandsanzeige

Eine Füllstandsanzeige ist zum Betrieb einer Zisterne nicht unbedingt notwendig. Sie gibt einem jedoch eine gute Kontrollmöglichkeit, dass alles korrekt funktioniert und natürlich ist es auch interessant mitzuverfolgen, wie schnell sich die Zisterne füllt bzw. leert. Das gilt insbesondere dann, wenn man keine automatische Nachspeisung eingebaut hat, sondern im Fall der Fälle Trinkwasser per Hand nachspeist.

Füllstandsanzeigen werden in verschiedenen Preisklassen und auf unterschiedlichen technischen Methoden basierend angeboten, von der sehr simplen und kostengünstigen mechanischen Füllstandsmessung, über die Ultraschallmessung, die pneumatische Messung und als teuerste Variante die hydrostatische Messung. Bei Amazon wird eine große Auswahl an Füllstandsanzeigern angeboten. Wie zufrieden andere damit sind, lässt sich gut anhand der abgegebenen Bewertungen ersehen.

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Kombination von Brunnen und Zisterne

Für den Normalfall macht eine Kombination einer Zisterne mit einem Brunnen keinen Sinn, da das Brunnenwasser jederzeit zur Verfügung steht und daher kein zusätzlicher Speicher notwendig ist. Eine Ausnahme von dieser Regel bilden Brunnen mit sehr geringer Förderkapazität. Fließt das Wasser so langsam in den Brunnen nach, dass man es nur in sehr kleinen Dosen fördern kann, dann kann man eine Zisterne oder auch einen oberirdischen Wassertank nutzen, um das Wasser zu bevorraten.

Ein Beispiel: Aus einem Schachtbrunnen oder einem wenig potenten Rammbrunnen lassen sich nur 400 Liter Wasser pro Stunde entnehmen. Versucht man mehr zu entnehmen, dann läuft die Pumpe trocken. 400 Liter pro Stunde sind allerdings zu wenig, um ein Bewässerungssystem damit zu betreiben, daher soll der Brunnen genutzt werden, um eine Zisterne zu speisen. Das Bewässerungssystem wird dann von der Zisterne weg betrieben.

Für eine solche Lösung benötigt man zwei Pumpen: Eine, die das Wasser vom Brunnen in die Zisterne befördert. Das kann in den allermeisten Fällen eine vergleichsweise einfache und schwache Pumpe sein. Und eine zweite stärkere Pumpe, die aus der Zisterne das Bewässerungssystem mit Wasser versorgt.

Die Zisterne bzw. der oberirdische Wassertank kann für eine derartige Lösung deutlich kleiner bemessen sein, als es bei einer mit Regenwasser gespeisten Zisterne der Fall wäre, da man keinen Puffer für den Fall einer wochenlangen Trockenheit anlegen muss. Das Brunnenwasser steht immer zur Verfügung und kann jederzeit nachgespeist werden.

Es sollte nur zumindest so viel Wasser in die Zisterne passen, dass man die vorgesehenen Anwendungsfälle damit durchführen kann, also z.B. dass eine Zisternenfüllung zumindest ausreicht, um einen Bewässerungslauf komplett, ohne Unterbrechung durchzuführen. Hat man mehrere Sektoren zu beregnen und damit mehrere Bewässerungsläufe durchzuführen, dann kann man diese bewusst so timen, dass dazwischen immer Zeit bleibt, um die Zisterne wieder aufzufüllen. Und natürlich kann man auch hier die Nachspeisung mit einem Schwimmerschalter oder einem Wasserpegelschalter automatisieren und diese bereits beginnen lassen, sobald die Wasserentnahme aus der Zisterne beginnt. So fließt bereits frühzeitig Wasser nach, was die verfügbare Wassermenge zusätzlich erhöht.

Ob man eine von einem Brunnen gespeiste Zisterne zusätzlich auch noch mit Regenwasser vom Dach speist, ist Geschmacksache bzw. eine Frage wie groß der dafür zusätzlich notwendige Aufwand ist (Herstellung Zulauf, Filter, Überlauf).

Kennzeichnungspflichten

Werden im Garten manuelle Entnahmestellen wie z.B. ein Wasserhahn mit dem Zisternenwasser versorgt, dann müssen diese mit einem „Kein Trinkwasser“ Schild oder Aufkleber gekennzeichnet werden, so dass es zu keinen versehentlichen Missverständnissen kommen kann.

„Kein Trinkwasser“ Schilder und Aufkleber bei Amazon:

Wird das Regenwasser in einer Brauchwasserleitung ins Haus geführt, dann muss diese Leitung so gekennzeichnet werden, dass sie sich deutlich von der Trinkwasserleitung unterscheidet. Das ist eine vorgeschriebene Vorsichtsmaßnahme, um zu gewährleisten, dass bei einem späteren Besitzerwechsel des Hauses diese Leitungen nicht irrtümlich für Trinkwasser genutzt werden.

Zisterne reinigen

Eine Reinigung der Zisterne ist nach DIN 1989 in etwa alle 10 Jahre notwendig. Es setzt sich zwar schon vorher laufend Sediment am Boden ab, dieses schadet aber nicht, sondern die vorhandenen Mikroorganismen erhöhen im Gegenteil auf natürlichem Weg sogar die Selbstreinigungskraft der Zisterne. Erst wenn die Sedimentschicht am Boden eine Dicke von 5 Zentimetern erreicht, wird eine Zisternenreinigung empfohlen.

Dazu wird zuerst mit der auch sonst benutzten Zisternenpumpe die Zisterne bis auf einen verbleibenden Wasserstand von ca. 30 Zentimetern leer gepumpt. Anschließend wird die Zisterne geöffnet und zumindest 1 Stunde lang ausgelüftet, so dass eventuell vorhandene Gärgase entweichen.

Nun kann mit einem Seil oder einer Klettergeschirr gesichert in die Zisterne abgestiegen werden. Eine zweite Person muss während der gesamten Arbeiten außerhalb der Zisterne wachen, um ggf. einzugreifen falls etwas Unvorhergesehenes passieren sollte. Mit einem Besen wird die Sedimentschicht im Wasser aufgewühlt und das entstehende Schmutzwassergemisch mit einer Schmutzwasserpumpe abgepumpt. Anschließend werden Zisternenboden und Wände sowie Zu- und Abläufe mit einem Hochdruckreiniger gründlich gereinigt. Das dabei zurückbleibende Wasser wird wieder mit der Schmutzwasserpumpe aus der Zisterne gepumpt.

Neben dieser sehr selten durchzuführenden Grundreinigung gibt es einige Inspektionsschritte, die man lt. DIN 1989 halbjährlich oder jährlich durchführen sollte. Dazu gehören z.B. die Reinigung des Filters (kann je nach Produkt auch noch öfter notwendig sein) und die Inspektion der Dachabläufe, Regenfallrohre und sonstiger sichtbarer Rohre (Dichtheit, Sauberkeit).