Der LinkTap G2 ist ein rein über das Web steuerbarer Bewässerungscomputer und damit direkter Konkurrent zum Gardena Smart Water Control. In folgendem Blogbeitrag beschreibe ich seinen Funktionsumfang, Stärken und Schwächen und wie er sich in meinem Praxistest schlug.

Beim LinkTap G2 handelt es sich um das direkte Nachfolgermodell des G1. Er fällt in die Kategorie der durchlaufenden Bewässerungscomputer, also jener Bewässerungscomputer, die direkt an das Wasser angeschlossen werden und ein sich öffnendes/schließendes Magnetventil im Computer verbaut haben. Im Unterschied zur zweiten Art der Beregnungscomputer, die mit Wasser nicht in Berührung kommen, sondern mittels Stromimpulsen außerhalb des Computers angebrachte Magnetventile steuern. Der LinkTap G2 gehört zudem zur Kategorie jener Bewässerungscomputer, mit denen die Nutzung des automatischen Wasserverteilers von Gardena möglich ist. Dazu muss der Computer in der Lage sein, zumindest 6 voneinander unabhängige Bewässerungszyklen am Tag durchzuführen.

Angeboten wird der LinkTap in drei verschiedenen Ausführungen:

  • Der Bewässerungscomputer alleine
  • Der Bewässerungscomputer samt Wasserdurchflussmesser
  • Der Bewässerungscomputer samt Wasserdurchflussmesser inklusive Gateway

Bei Amazon sind zumeist alle drei Ausführungen erhältlich. Zum Betrieb des Computers braucht man in jedem Fall auch den Gateway. Sollte man diesen also noch nicht haben, ist er in jedem Fall dazu zu bestellen. Ein Gateway kann für mehrere LinkTap Bewässerungscomputer verwendet werden.

Direkte Gegenspieler des LinkTap G2 auf dem Gebiet der webgesteuerten Bewässerungscomputer sind neben dem Gardena Smart Water Control der Eve Aqua und der Kärcher Smart Water Controller Duo. Im Blogbeitrag zu den Bewässerungscomputern finden Sie weitere Infos zu diesen Produkten und einen direkten Leistungsdatenvergleich mit dem LinkTap G2.

Produktumfang

Bestellt habe ich die Komplettversion inklusive Wasserdurchflussmesser und Gateway zum Preis von rund 160 Euro. Aufgrund der vielen positiven Amazon-Bewertungen zum LinkTap G2 waren meine Erwartungen in das Produkt recht hoch und der erste Eindruck nach Empfang des Produktes konnte die Erwartungen durchaus erfüllen: Das Gehäuse des Geräts wirkt hochwertig verarbeitet und robust. Es ist ein schweres Teil, das fast wie aus einem Guss gemacht wirkt. Auch die weiteren Komponenten machen einen wertigen Eindruck.

Im Lieferumfang enthaltene Teile

Im Lieferumfang sind enthalten:

  • Der eigentliche Bewässerungscomputer
  • Der für die Verbindung mit dem Web notwendige Gateway
  • Ein Wasserdurchflussmesser
  • Kabel zum Anstecken an das Netzwerk und an den Strom
  • Ein 1/2 Zoll Hahnstück
  • Bedienungs- und Installationsanleitung

Funktionen

Was kann man nun mit dem LinkTap Bewässerungscomputer alles anfangen? Eine Übersicht der enthaltenen Funktionen:

Wasserdurchflussmesser

Der am LinkTap angebrachte Wasserdurchflussmesser misst, wie viele Liter Wasser durch den Computer laufen und zeigt das live in der App an. Auf diese Art und Weise kann man auch nachträglich für jeden Bewässerungslauf nachvollziehen wie viele Liter Wasser vergossen wurden und kann sich so bei Bedarf auch ausrechnen lassen, welche Wasserkosten durch die Bewässerung angefallen sind.

Jederzeit abrufbare Bewässerungshistorie der letzten 30, 60 oder 90 Tage

Der Wasserdurchflussmesser hat aber nicht nur eine Informations-Funktion sondern dient vor allem auch der Sicherheit: Er ermittelt mittels eingebauter Logik aus der durchlaufenden Wassermenge, ob alles in Ordnung ist und weist einen automatisch auf folgende mögliche Probleme hin:

  • Das Magnetventil des Computers hat nach Ende des Bewässerungslaufes nicht ordentlich geschlossen und es läuft weiter Wasser durch
  • In der Pipeline gibt es eine Undichtheit, z.B. ein kaputtes Rohr, wodurch deutlich mehr Wasser vergossen wird, als es sollte.
  • Der Bewässerungslauf wurde gestartet, es läuft jedoch kein Wasser durch den Computer, z.B. weil versehentlich der Zulauf geschlossen wurde.

Diese Art von Wasserdurchflussmessern kennt man bisher vor allem aus dem Profi-Bereich, als wertvolle Unterstützung, um Fehler in der Bewässerung von betreuten Gartenanlagen möglichst schnell zu entdecken und damit den Schaden möglichst gering zu halten. Das ist im Professionisten-Bereich sehr wichtig, da man ja nicht ständig in allen betreuten Anlagen vor Ort ist. Wenn das jetzt zunehmend auch im Consumer-Bereich angeboten wird, finde ich das eine sehr gute Sache!

Funktionieren tut das, indem man in der App Referenzwerte festlegt, ab deren Über- bzw. Unterschreiten die App Warnmeldungen erzeugen soll. Diese werden direkt am Handy angezeigt oder an eine oder mehrere vordefinierte E-Mail-Adressen verschickt.

App Einstellungen zum Wasserdurchflussmesser

Herunterfall-Erkennung

Der LinkTap Bewässerungscomputer enthält einen Neigungssensor, der Alarm schlägt, wenn die Position des Computers von der üblichen geraden Position abweicht. Damit soll erkannt werden, wenn der Computer heruntergefallen ist und es würde dann ebenfalls eine Warnnachricht ausgeschickt werden. Ich habe länger darüber nachgedacht, aber den Nutzen dieser Funktion verstehe ich nicht wirklich. Der Computer ist ja mit einem Gewinde angeschraubt und kann nicht so einfach herunterfallen, mir wäre das auch noch nie selbst passiert oder zuhören gekommen, dass jemand dieses Problem gehabt hätte. Aus meiner Sicht eher unnötig, bringt keinen Mehrwert.

Regen-Aussetz-Funktion

Das ist eine wirklich tolle Funktion, die echt Sinn macht! Sie kann für einen einprogrammierten Bewässerungsplan bei Bedarf aktiviert werden.
Man setzt dabei bestimmte Schwellenwerte an Niederschlag, aber denen die Bewässerung ausgesetzt werden soll. Und zwar sowohl für die Vergangenheit als auch für die Zukunft. Das System beachtet also bevor es den Bewässerungslauf startet, wie viel es in den letzten Tagen bereits geregnet hat. Hat es schon genug geregnet, dann entfällt der Bewässerungslauf. Ebenfalls schaut das System auf die unmittelbare Zukunft, mit der Überlegung, dass man wenn es morgen schon regnet, den heutigen Bewässerungslauf ausfallen lassen kann. Wie viel an bisherigem und zukünftigem Niederschlag genug ist, um einen Bewässerungslauf auszusetzen, definiert man selbst in der App:

Beispiel für hinterlegte Niederschlagsschwellen

Wie kommt das System zu den für den Wohnort des Anwenders richtigen Niederschlagswerten? Das passiert über die GPS-Funktion des Handys, das der App bei der Installation mitteilt, wo sich das Gerät befindet. LinkTap bezieht für diesen Ort automatisch lokale Wetterdaten mit Niederschlagswerten und nimmt diese als Basis für diese Funktion.

Echtzeitbenachrichtigungen

Mit dem LinkTap erhält man jederzeit live Nachrichten zu bestimmten vordefinierten Ereignissen aufs Handy und/oder an eine oder mehrere E-Mail-Adressen . Welche das sind kann man selbst in der App definieren. Folgende sind möglich:
  • Ein Bewässerungslauf wurde gestartet
  • Ein Bewässerungslauf wurde beendet
  • Ein Bewässerungslauf wurde aufgrund der Regen-Aussetz Funktion übersprungen
  • Der Bewässerungscomputer bekommt im Bewässerungslauf kein Wasser
  • Der Bewässerungscomputer hat sich bei Beginn der Bewässerung nicht ordnungsgemäß geöffnet
  • Der Bewässerungscomputer hat sich nach Bewässerungslaufende nicht ordnungsgemäß geschlossen
  • Der Wasserdurchfluss übersteigt einen bestimmten vordefinierten Wert
  • Der Wasserdurchfluss liegt unter einem bestimmten vordefinierten Wert
  • Der Bewässerungscomputer ist heruntergefallen
  • Der Gateway ist offline
  • Der Bewässerungscomputer ist offline
  • Der Batterstand hat einen bestimmten Wert unterschritten
  • Die Temperatur erreicht Frostgrade

Zugriff erteilen

Es kann weiteren Personen mittels Einladungsfunktion Zugriff auf das Bewässerungssystem gegeben werden. Zum Beispiel weiteren Familienmitgliedern oder den Nachbarn, die während des Urlaubs das Haus hüten.

Smart Home Einbindung/Sprachsteuerung

Der LinkTap kann sowohl über Amazon Alexa, als auch über Google Assistant mit Sprachbefehlen gesteuert werden. Hat man smarte Lautsprecher von Amazon Echo bzw. Google Home zu Hause, kann die Steuerung statt über das Handy auch über diese Lautsprecher erfolgen. Dazu muss nur LinkTap in der Alexa bzw. Google Home App hinzugefügt werden. Achtung: Google bietet diese Möglichkeit aktuell nur für den englischsprachigen Sprachraum an, die deutschsprachige Version dürfte aber vermutlich in Bälde folgen.

6 unterschiedliche Bewässerungsmodi

Es stehen sechs unterschiedliche Modi zur Auswahl, um die Bewässerung zu steuern:

Instant Modus

Dient zum sofortigen Starten der Bewässerung. Es wird eine bestimmte Anzahl von Minuten für die Bewässerungsdauer definiert und die Bewässerung gestartet. Nach Ablauf der Minuten wird sie automatisch beendet.

Kalender Modus

Aus dem Kalender werden die gewünschten Tage ausgewählt und mit einer Startzeit und einer Bewässerdauer versehen. Die im Bewässerungskalender hinterlegten Bewässerungsläufe werden dann automatisch zum definierten Zeitpunkt gestartet.

Im Kalender Modus hinterlegter Bewässerungsplant. Das Beispiel ist eine Programmierung für den automatischen Bewässerungscomputer mit 3 zu bewässernden Sektoren. Die letzten 3 Sektoren werden pro forma mit nur 1 MInute mit einprogrammiert, da der Bewässerungscomputer immer alle 6 Sektoren des automatischen Wasserverteilers durchlaufen muss.

Monatsmodus

Separat für jeden Monat des Jahres können Startzeiten mit zugehöriger Bewässerungsdauer definiert werden, die dann an jedem Tag(!) dieses Monats so durchgeführt werden.

Gerade-Ungerade Modus

Man entscheidet sich zuerst, ob an geraden oder ungeraden Kalendertagen bewässert werden soll. Dann werden Startzeiten mit zugehöriger Bewässerungsdauer definiert, die an jeden dieser geraden bzw. ungeraden Tagen zu durchlaufen sind.

Intervall Modus

Es werden Startzeiten mit zugehöriger Bewässerungsdauer festgelegt und anschließend für alle eingetragenen Läufe gemeinsam (!) definiert, in welchem Intervall diese auszuführen sind: Täglich, oder alle 2, 3, 4, 5, 6, 7 oder 8 Tage.

7 Tage Modus

Für jeden Wochentag Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag können Startzeiten samt zugehöriger Bewässerungsdauer festgelegt werden. Diese werden dann Woche für Woche in festgelegter Weise wiederholt.

Eco Modus

Für jeden Bewässerungslauf kann zusätzlich der Eco Modus aktiviert werden. Dieser kann sinnvoll sein, wenn man ein Bewässerungssystem mit hoher Niederschlagsrate hat. Der Wurzelbereich des Rasens kann in diesem Fall das Wasser nicht so schnell aufnehmen, wie es von den Regnern abgegeben wird und dadurch läuft ein Teil des Wassers vorbei und geht verloren. Im Eco Modus kann man definieren, dass innerhalb eines Bewässerungslaufes eine bestimmte Anzahl von Minuten bewässert wird und darauf folgend eine bestimmte Anzahl von Minuten pausiert wird.

Also zum Beispiel, dass 1 Minute lang bewässert wird und dann eine Minute lang pausiert wird. Der Computer würde demnach das Magnetventil nach 1 Minute schließen und nach einer weiteren Minute wieder öffnen. Diese Abfolge wird so für den gesamten Bewässerungslauf wiederholt. Ist ein Bewässerungslauf mit einer Dauer von 15 Minuten programmiert und der Eco-Modus mit 1 Minute bewässern und dann 1 Minute pausieren hinterlegt, dann würde der Lauf statt 15 Minuten tatsächlich 30 Minuten dauern, da nur die wirklich bewässerten Minuten gezählt werden.

Beispiel für den aktivierten Eco-Modus

Sonstiges

  • Batterielebensdauer von 2 Jahren
  • Zigbee Kommunikationsprotokoll mit lt. Hersteller doppelter Funkreichweite von W-LAN
  • Je Gateway sind bis zu 15 LinkTap Bewässerungscomputer anschließbar
  • Bis zu 100 Bewässerungszyklen pro Tag möglich
  • Maximale Bewässerungsdauer 1.439 Minuten
  • Betriebsdruck 0,2 bis 8 bar
  • Zweijährige Herstellergarantie (Schäden durch unsachgemäße Nutzung und Frost ausgenommen)
  • Kein Anschluss von Sensoren möglich

Installation

Dem Gerät liegt ein dünner Informationsfolder bei, auf dem die einzelnen Schritte der Installation erklärt werden. Zusätzlich wird auf die firmeneigene Webseite verwiesen, auf der man umfangreiche Informationen zum Produkt findet. Versprochen wird eine Installation in nur 2 Minuten. Ganz so schnell habe ich es dann doch nicht geschafft, aber in rund 5 bis 10 Minuten war die Inbetriebnahme tatsächlich erledigt und sie ging ohne Probleme und sehr einfach von der Hand.

Aufpassen muss man bezüglich der Anforderung den Gateway per Ethernet-Netzwerkkabel mit dem Router des hausinternen Netzwerks zu verbinden. Bei einem LAN-Netzwerk sind solche Eingänge für Netzwerkkabel logischerweise vorhanden, hat man aber ein W-LAN Netzwerk, dann muss das nicht so sein. Da die Verbindung im Haus ja über W-LAN Funk funktioniert, braucht ein solcher Router so einen Eingang nicht unbedingt, manche haben einen, andere nicht. Hier kann man sich gegebenenfalls mit einem zusätzlichen W-LAN Repeater mit eingebautem LAN bzw. Ethernet Port (Amazon Link) helfen, den man um ca. 20 Euro kaufen kann. Und ebenfalls beachten: Die vier notwendigen AA-Batterien sind nicht im Lieferumfang enthalten! Nicht dass man sich später ärgert, weil man keine Batterien zur Inbetriebnahme des Geräts zu Hause hat.

Die einzelnen Schritte der Installation sind:

Zu beachten:

Der Stromstecker für den Gateway muss vor Anschluss aus dem USB-Kabel und dem für den deutschsprachigen Sprachraum passenden Stromstecker-Adapter zusammengebaut werden.

Nach Anschluss des Gateways an den Rooter leuchten nach einigen Sekunden die drei unteren Leuchten „Internet“, „Link“ und „Power“ durchgehend grün und zeigen damit an, dass der Gateway nun über den Router mit dem Internet verbunden ist. Den Gateway sollte man ca. 60 cm vom Router entfernt aufstellen, damit es zu keinen Funk-Interferenzen kommen kann.

Die LinkTap App lässt sich auf Handy oder Computer installieren. Am Handy funktioniert das am einfachsten über Google Play (bei Android Mobilgeräten) bzw. den App Store (bei Apple Mobilgeräten). Dort in der Suche einfach nach „LinkTap“ suchen und die vorgeschlagene App anschließend downloaden.

Die App fragt im Zuge der Registrierung nach, ob sie die mittels GPS bestimmte aktuelle Position des Bewässerungscomputers beziehen darf. Diese benötigt sie, um die lokalen Wetterdaten in der App verfügbar zu machen.

In der App wird zuerst der Gateway registriert. Das geht am einfachsten, indem man mit der Fotokamera des Handys den QR-Code auf der Rückseite des Gateways einscannt. Damit der Gateway über das Heimnetzwerk auch ins Internet kann, muss das Passwort des Heimnetzwerks in der App hinterlegt werden.

Das im nächsten Schritt durchzuführende Hinzufügen des LinkTap Bewässerungscomputers funktioniert ebenfalls am einfachsten durch Einscannen des am Produkt angebrachten QR-Codes.

Nach Einschalten verbindet sich der Bewässerungscomputer automatisch mit dem Gateway. Eine korrekt hergestellte Verbindung wird durch ein durchgehendes grünes Leuchten der zwei an der Front angebrachten Leuchtdioden angezeigt. Der Bewässerungscomputer ist sodann betriebsbereit.

Am Ausgang des Bewässerungscomputers ist statt des beiliegenden 1/2 Zoll Hahnanschlusses in jedem Fall ein 3/4 Zoll Hahnanschluss zu verwenden, da man sich sonst eine unnötige künstliche Engstelle einbaut.

Wie gut funktioniert das Gerät im Alltag?

Die Installation und Erstinbetriebnahme ging wie bereits erwähnt sehr einfach von der Hand. Alles funktionierte so wie vom Hersteller angegeben, das war schon einmal ein sehr positiver Einstieg.

Für mich anfangs etwas gewöhnungsbedürftig war es, dass man am Bewässerungscomputer selbst überhaupt nichts einstellen kann. Es ist auch nicht möglich, einen manuellen Bewässerungslauf am Gerät selbst zu starten und auch nicht diesen zu beenden. Steht man also vor dem Bewässerungscomputer und hat das Handy nicht dabei, dann kann man wieder umdrehen und das Handy holen, denn ohne kann man nichts bewirken.
Ich kann mich auch nach einigen Tagen Nutzung weiterhin nicht wirklich für dieses Prinzip begeistern, auch bei anderen Geräten, wie zB. dem Fernseher, finde ich es praktisch wenn zumindest die Bedienung der Grundfunktionen auch ohne Fernbedienung möglich ist. Aber vielleicht bin ich da altmodisch, vermutlich haben 99% aller Personen ihr Handy heutzutage eh immer und überall dabei …

Die Software zur Steuerung des Computers finde ich gut gemacht, man findet sich schnell und einfach zurecht. Angenehm ist auch, dass man die diversen Warnmeldungen maßgeschneidert so aktivieren und deaktivieren kann, wie man sie benötigt. Die Webverbindung schien bei mir im Test vorerst bombenfest zu halten. Ich hatte den Gateway im Arbeitszimmer ersten Stock aufgestellt und der Bewässerungscomputer im Garten hing etwa 6 oder 7 Meter Luftlinie davon entfernt. Laut Info der App hatte ich eine ausgezeichnete Verbindung.

Die Verbindung wird beim LinkTap nicht per WiFi sondern mittels Zigbee Funkprotokoll hergestellt, das soll lt. Hersteller eine bessere Verbindungsqualität als WiFi bringen.
Trotzdem bekam ich in ein paar wenigen Fällen beim Versuch eine Bewässerung zu starten oder zu beenden von der App eine Fehlermeldung und den Hinweis, dass keine Verbindung zum Internet bestünde. Nach Neustart der App ging es dann aber jedes mal einwandfrei. Meine Vermutung: Das dürfte eher ein kleiner Softwarefehler sein, als ein Problem mit der Internetverbindung.

Fehlermeldung App Offline

Auch das Miteinbeziehen der Regen-Aussetz-Funktion klappte sehr gut. In Sachen Programmierung finde ich persönlich den Kalender Modus am sympathischsten: Einmal 1 Stunde hinsetzen und die Bewässerung für die ganze Sommersaison festlegen. Das gibt einem auch die Möglichkeit die Läufe am Anfang und Ende der Sommersaison kürzer zu definieren. Und wenn man die Arbeit einmal investiert, kann man das im nächsten Jahr im Prinzip 1 zu 1 in gleicher Art und Weise wieder benutzen.

Fazit und Empfehlung

Der LinkTap G2 rechtfertigt in meinem Test im Großen und Ganzen die sehr guten Bewertungen bei Amazon und stellt eine wirkliche Alternative zum Gardena Smart Water Control dar. Er ist hochwertig gefertigt und die Software ist benutzerfreundlich und kinderleicht zu installieren. Im Computer sind ein paar ambitionierte Features enthalten, die so bei anderen Bewässerungscomputern nicht angeboten werden.

Der Wasserdurchflussmesser ist eine sehr coole Sache, weil man jederzeit ausmessen kann, wie viel Wasser man genau vergießt und das auch rückblickend über eine Saison nachvollziehen kann. Und die ständige Überwachung, dass der Bewässerungslauf korrekt gestartet bzw. beendet wurde und kein Wasser in der Pipeline austritt, gibt einem ein gutes Sicherheitsgefühl.

Ein wirklich nützliches Werkzeug ist das Einbeziehen der lokalen Wetterdaten in die Bewässerung. Das funktioniert bei mir im Test prima. Das Abstimmen der Bewässerung mit den Regenfällen der letzten Tagen und jenen, die in Kürze passieren sollen, kann immer wieder einmal einen überflüssigen Bewässerungslauf einsparen. An die optimalen Einstellwerte muss man sich in der Praxis herantasten. Ein sinnvolles Feature, dass sich am Markt der webgesteuerten Bewässerungscomputer immer mehr durchsetzt.

Bei allem Lob ist mir aber auch ein negativer Punkt aufgefallen, für den es einen Punktabzug gibt: Der LinkTap G2 verursacht einen etwas größeren Verlust an Wasserdurchflussmenge, als ich es von den Gardena Computern gewohnt bin. Kein riesiger Unterschied, aber doch merkbar. Bei den meisten der von mir getesteten Bewässerungssektoren machte das nichts aus und es funktionierte alles wie gewohnt. Bei einem Sektor, dessen Wasserbedarf mit ca. 1.350 Litern/Stunde ziemlich am Limit des Bewässerungssystems liegt, wirkte sich die geringere Wassermenge aber aus und die Bewässerungsradien der Regner fielen ein Eck kleiner aus, als sie sollten. Ich habe das dann mittels Wasserfluss-Testgerät nachgemessen. Bei direktem Anschluss der Pipeline ohne zwischengeschalteten Computer standen mir bei einem eingestellten Druck von 2,8 bar 1.560 Liter pro Stunde zur Verfügung, nach Anschluss des Wasserfluss Testgeräts bei gleichem Druck nur mehr ca. 1.200 Liter, also fast 20% weniger. Bei einem Ausgangsdruck von 4,6 bar am Wasserhahn.

LinkTap führt in ihren Verkaufsangeboten eine typische Durchflussrate von 32 Litern/Minute, also 1.920 Litern pro Stunde an. Das widerspricht meinen gemessenen Werten nicht, da die angegebenen 32 Liter bei freiem Wasserfluss gelten, das ist jener Wert den man bei einem Eimertest misst. In der tatsächlichen Anwendung muss das Wasser aber auch Druck auf die Regner ausüben und damit reduziert sich die Fließgeschwindigkeit und ist die realisierbare Wassermenge deutlich geringer. Hier hat LinkTap auf jeden Fall noch Verbesserungspotential! Eine möglichst druckverlustfreie Bauweise ist vor allem im professionellen Bereich das Um und Auf und der Druckverlust wird dort auch für alle Komponenten penibel angeführt.

Etwa die Hälfte des Verlusts an Wasserdurchfluss ist wie eine zusätzliche Messung zeigte auf den Wasserdurchflussmesser zurückzuführen. Aber auch der Computer selbst ist nicht ideal gebaut. Ich habe den Eingang beim Vorfilter mit einem alten ausgeschiedenen Gardena Computer verglichen. Der Eingang vom Gardena Computer ist 3/4 Zoll, jener vom LinkTap nur in 1/2 Zoll Größe ausgeführt, womit die verantwortliche Engstelle gefunden wäre.

Vergleich der Eingänge: Links der kleine Eingang des LinkTap, rechts der deutlich größere eines alten, ausrangierten Gardena Computers

Fazit: Der aufgrund nicht optimaler Bauweise unnötig große Wasserdruckverlust ist ein erwähnenswertes Manko und bringt einen Punkt Abzug, fällt für die meisten Anwender vermutlich aber gar nicht so sehr ins Gewicht: Wenn man sich die Bewertungen bei Amazon durchsieht, hat das gerade ein Käufer überhaupt bemerkt, die Bewässerungssysteme der anderen dürften so viel Reserve mit eingeplant haben, dass es keine Rolle spielt. Abgesehen davon ist der LinkTap G2 eine sehr ernst zu nehmende, seriöse Alternative zum webfähigen Computer von Gardena mit einigen erfrischenden und innovativen Features. Hervorzuheben ist auch die sehr robuste Bauweise des Gehäuses, die eine lange Lebensdauer verspricht. Und das zu einem um ein Eck günstigeren Preis als das Gardena Pendant.