Legt man das erste mal einen Rasen an, stellt sich unweigerlich folgende Frage: Macht es Sinn in teurere Rasensamen zu investieren, oder tut es auch die Billigmischung beim Baumarkt ums Eck? Eindeutige Antwort: Ein wirklich perfekter Rasen ist nur mit den teureren, hochwertigen Rasenmischungen möglich. Warum das so ist, erfahren Sie in diesem Blogbeitrag.

Zuerst einmal vorweg geschickt: Rasen besteht nie nur aus einer, sondern aus mehreren Grassorten. In den hochwertigen Rasenmischungen sind zumeist 3 bis 5 verschiedene Sorten enthalten, in den billigeren Mischungen oft auch mehr. Genau hier besteht auch der wesentliche Unterschied: In den günstigen Mischungen kommen möglichst billig erhältliche Grassorten zur Anwendung, oftmals handelt es sich um Samen für Viehfuttergräser. Deren Marktpreis ist wesentlich geringer, da ein viel größerer Markt dafür besteht, als für Gartenrasensamen.

Nachteile von Billigrasen

Günstige Viehfuttersamen sind auf besonders schnelles Wachstum optimiert. Dementsprechend hat man nach Aussaat schnell große Freude: Schon nach kurzer Zeit sieht man ein Ergebnis, der Rasen wächst sehr schnell und muss oft gemäht werden. Einziges Problem: Diese Gräser sind nicht darauf ausgelegt, eine dichte Grasnarbe zu bilden, wodurch trotz aller Anstrengungen immer Lücken verbleiben, die umgehend von Unkraut besetzt werden. Auch bekommt ihnen das regelmäßige Rasenmähen in kurzen Intervallen nicht. Kurzum: Es ist damit nicht, oder nur sehr schwer möglich einen schönen, dichten Rasen zu bekommen. Zudem hat man einen größeren Zeit- und Geldaufwand um kahle Stellen nachzusäen und Unkraut zu bekämpfen. Das was man sich anfangs erspart, zahlt man später dann doppelt und dreifach.

Einen perfekten Rasen schafft man nur mit hochwertigen Rasensamenmischungen

Qualitativ hochwertige Rasen mit RSM-Nummer

Daher lohnt es sich gleich zu qualitativ hochwertigem Rasen zu greifen. Dieser besteht aus maximal 5 verschiedenen Grassorten, wächst langsam, hat einen dichten Wuchs und eine gute Ausläuferbildung. Qualitätsrasen werden in Deutschland und Österreich mit dem Kürzel „RSM“ bezeichnet. Das steht für „Regel Saatgut Mischung“ und garantiert, dass die Rasenmischung die Regeln der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e. V. erfüllt. Für eine RSM Rasenmischung dürfen nur Gräser aus einer Liste von vorgegebenen Grassorten verwendet werden. Derzeit stehen dafür über 400 Gräsersorten aus 10 unterschiedlichen Arten zur Auswahl. Und die Rasenmischung muss für einen von acht möglichen Verwendungszwecken zusammengestellt sein. Dieser Zweck lässt sich aus der ersten Stelle der RSM-Nummer herauslesen:

  • RSM 1: Zierrasen
  • RSM 2: Gebrauchsrasen bzw. Universalrasen
  • RSM 3: Sport- und Spielrasen
  • RSM 4: Golfrasen
  • RSM 5: Parkplatzrasen
  • RSM 6: Dachbegrünung
  • RSM 7: Landschaftsrasen
  • RSM 8: Biotopmischungen

Für einen privaten Garten sind die ersten 3 Kategorien interessant. Diese gliedern sich auch noch in Unterkategorien (= weitere Stellen der RSM-Nummer):

RSM 1 – Zierrasen:

  • RSM 1.1.1 Zierrasen Edel
  • RSM 1.1.2 Zierrasen Fein

RSM 2 – Gebrauchsrasen bzw. Universalrasen:

  • RSM 2.1 Gebrauchsrasen Standard
  • RSM 2.2 Gebrauchsrasen in Trockenlagen
  • RSM 2.2.2 Gebrauchsrasen in extremen Trockenlagen
  • RSM 2.3 Spielrasen
  • RSM 2.4 Gebrauchsrasen mit Kräutern

RSM 3 – Sport- und Spielrasen:

  • RSM 3.1 Sportrasen Neuanlage Sportstätten
  • RSM 3.2 Sportrasen Regeneration

Rasenmischungen mit einer bestimmten RSM-Nummer haben eine für diesen Einsatzzweck optimierte Zusammenstellung, so gibt es zB. auch eigene Mischungen für Schattenrasen, die besonders gut mit wenig Sonne zu Recht kommen. Zudem bestehen die Mischungen aus immer den gleichen Rasensorten im gleichen Prozentverhältnis. Das hat den großen Vorteil, dass man den Rasen in immer gleicher Art und Qualität nachkaufen kann. Man sollte dann auf jeden Fall auch für die Nachsaat immer die zuvor verwendete RSM-Rasenmischung verwenden. Denn meiner Erfahrung nach kann man sich vor allem mit den schnell wachsenden Turbo-Nachsaaten viel Mist einfahren, der dann den guten Rasen nach und nach verdrängt.

Welcher Rasentyp ist der richtige?

Ob man nun besser zu einer Zierrasenmischung (RSM 1), zu einer Gebrauchsrasenmischung (RSM 2) oder einer Sport- und Spielrasenmischung (RSM 3) greift, hängt von den individuellen Anforderungen an den Rasen ab.

  • Soll er vor allem schön sein und möchte man einen möglichst perfekten englischen Rasen erreichen, dann ist die Zierrasenmischung die richtige Wahl. Jedoch ist dieser in den ersten zwei Jahren noch weniger robust und trittfest als andere Rasentypen und man sollte in dieser Zeit wild spielende Kinder und ähnliches am Rasen vermeiden. Nach zwei Jahren, mit Erreichen der vollen Dichte, ist auch der Zierrasen sehr trittfest. Was man jedoch auch dann noch hat, ist ein höherer laufender Pflegeaufwand: Der Zierrasen will regelmäßig, mindestens einmal die Woche, gemäht und häufig gedüngt werden, um seine volle Pracht zu entfalten.
  • Der Gebrauchsrasen benötigt im Vergleich weniger Pflegeaufwand und hat zudem eine höhere Trockenverträglichkeit, verzeiht es einem also auch besser, sollte die gewohnte Wasserration einmal ein paar Tage ausbleiben. Er ist robust und gut für alle möglichen Zwecke geeignet. Für die meisten Gartenbesitzer die richtige Wahl.
  • Der Sportrasen ist noch einmal robuster als der Gebrauchsrasen und verträgt so einiges an Belastung. Dafür ist der Pflegeaufwand etwas höher als beim Gebrauchsrasen.

Kosten

Billige Rasenmischungen bekommt man um etwa 10 Euro je 100 Quadratmeter. Für hochqualitative Mischungen muss man mit 25 bis 35 Euro je 100 Quadratmeter rechnen. Qualitativ hochwertige Rasenmischungen sind beispielsweise jene der Firma Expona. Diese habe ich auch selbst erfolgreich im Einsatz. Die Rasen der Firma Expona und andere hochwertige Produkte kann man auch via Amazon bestellen, Im Anschluss eine Auswahl von Angeboten: