Der Begriff Wassersteckdose ist eine Wortschöpfung der Firma Gardena. Andere Hersteller verkaufen ähnliche Produkte unter den sperrigeren Namen „Wasser-Entnahmestelle“ oder „Schnellkupplungsventil“. Das Grundprinzip ist leicht erklärt: Es geht darum im Garten neben dem Haupt-Wasserhahn eine oder mehrere zusätzliche Stellen zur Wasserentnahme zu haben. Damit erspart man sich mühsame Wege mit der Gießkanne um den halben Garten und hat das Wasser direkt dort verfügbar, wo man es benötigt. Wassersteckdose heißt das Teil deswegen, weil die Funktionsweise ähnlich einfach wie das Anstecken eines Stromsteckers ist: Die Kupplung des Gartenschlauchs wird angesteckt und der Schlauch bekommt sofort Wasser. Ist man fertig, kann man den Schlauch einfach wieder abziehen. Dafür sorgt die in Gardena-Produkten übliche automatische Wasserstopp-Funktion.

Bei einigen anderen Herstellern wird die Wassersteckdose stattdessen mittels Schlüssel aktiviert. Der rohrförmige Schlüssel wird eingesetzt und verkantet und öffnet somit das Ventil. Der Nachteil ist, dass man jedes mal den Schlüssel braucht um die Wassersteckdose zu nutzen. In der Praxis wird man ihn oftmals dauerhaft am Schlauch befestigt lassen, damit man sich das neuerliche Zusammenstecken erspart. Eine dritte Variante der Wassersteckdose besteht aus einer üblichen Ventilbox, in die ein Wasserhahn eingebaut ist. Das hat den Vorteil, dass man die Wasserzufuhr per Hand öffnen und schließen kann (zB. Rainbird VBA 17186).

Wassersteckdosen werden komplett im Boden vergraben, nur der obere Teil zum Anschluss des Schlauches bleibt sichtbar. Die Dose muss mit Erdniveau abschließen, darauf ist insbesondere zu achten wenn die Dose im Rasen vergraben ist und man über der Dose Rasen mähen möchte. Am unteren Ende der Dose befindet sich ein 3/4 Zoll Anschlussgewinde zur Verbindung mit der Wasserpipeline. Die Wassersteckdosen bleiben auch im Winter fix in der Erde.

Im nicht genutzten Zustand wird der Deckel der Wassersteckdose mit einem Drehmechanismus geschlossen, um zu vermeiden dass Verunreinigungen in die Steckdose gelangen. Der Deckel schließt bündig mit der Oberkante der Steckdose. Bei Gardena sieht das dann so aus:

Gardena Wassersteckdose in geschlossenem Zustand

Im Inneren der Wassersteckdose befindet sich das übliche Gardena 1/2 Zoll Hahnstück, das man sonst zB. verwendet um die Kupplung des Schlauches an einen Wasserhahn anzuschließen. Darunter befindet sich, von oben nicht sichtbar, das Stoppventil. Schließt man eine Kupplung an das Hahnstück an, wird das Stoppventil automatisch geöffnet und das Wasser läuft. Das Stoppventil ist nach meiner Erfahrung der Schwachpunkt der Gardena Wassersteckdose und geht nach ein paar Jahren gerne einmal kaputt. Das äußert sich dann wie im folgenden Bild, das Wasser spritzt aus der Wassersteckdose:

Wassersteckdose mit defektem Wasserstop

Man kann das Stoppventil zwar nachbestellen und auch ganz einfach ohne Ausgraben der Dose wechseln, es kostet aber mehr als den halben Preis einer neuen Dose. Im Inneren der Dose befindet sich davon abgesehen noch ein Schmutzsieb, das man herausheben und ausleeren kann.

Im Inneren der Gardena Steckdose befindet sich das Hahnstück zum Anschluss des Schlauches und das orangefarbene Schmutzsieb, das in die Steckdose fallende Verunreinigungen auffängt.

An die Gardena Wassersteckdose kann man einen 1/2 Zoll Schlauch anschließen. Das ist für viele im Garten zu erledigende Dinge ausreichend. Benötigt man aber große Wassermengen, zum Beispiel zum Füllen eines Beckens, dann geht das mit einem 3/4 Zoll Schlauch viel schneller. Diesbezüglich sind andere Wassersteckdosen, wie zum Beispiel das Rainbird Schnellkupplungsventil P33, im Vorteil. Diese haben standardmäßig einen größeren 3/4 Zoll Ausgang und ermöglichen damit ein weit höhere Durchflussmenge.

Tipp: Auch die Gardena Steckdose last sich mit wenig Aufwand temporär auf einen 3/4 Zoll Ausgang umbauen. Dazu ist (bei abgedrehtem Wasserzulauf) einfach das vorhandene 1/2 Zoll Hahnstück vom Gewinde abzuschrauben und durch ein 3/4 Zoll Hahnstück mit gleicher Gewindegröße zu ersetzen. So lässt sich schnell einmal der Swimmingpool einlassen und nachher kann man dann wieder zurück auf das 1/2 Zoll Hahnstück wechseln, da ein 3/4 Zoll Schlauch in der täglichen Handhabung eher unpraktikabel, weil schwer und unhandlich ist.

Es gibt zwei prinzipielle Anwendungsszenarien für eine Wassersteckdose:

  • Simple Weiterleitung der bisherigen Wasserentnahmestelle an eine günstiger gelegene Stelle
  • Einbettung der Wassersteckdose in eine automatische Gartenbewässerung

Bei der ersten Variante gibt es relativ wenig zu beachten: Es wird eine unterirdische Pipeline von der alten Wasserquelle (Wasserhahn oder auch Wasserpumpe) zur neuen verlegt. Dann die alte Quelle sowie die Wassersteckdose (mittels dafür vorgesehenem Verbinder) daran angeschlossen und schon kann es losgehen.

Wird die Wassersteckdose innerhalb eines Bewässerungssystem betrieben, benötigt sie eine eigene, von den Regnern, Sprühern etc. unabhängige, Zuleitung. Eine Wassersteckdose kann sowohl mit einem Wasserhahn als auch mit einer Gartenpumpe betrieben werden. Die Gartenpumpe sollte auf jeden Fall einen Durchflussschalter haben. Dieser bewirkt, dass die Pumpe automatisch bei Wasserbedarf angeht und sich wieder abschaltet sobald der Wasserfluss stoppt.

An einer Zuleitung können problemlos mehrere Wassersteckdosen betrieben werden. Sollten diese, was in der üblichen Praxis eher unwahrscheinlich ist, gleichzeitig benutzt werden, wäre darauf zu achten, dass der vorhandene Wasserdruck ausreicht, damit alle Steckdosen noch volle Leistung bringen können. Bei den 1/2 Zoll Ausgängen von Gardena dürfte das weniger ein Thema sein, betreibt man stattdessen aber mehrere Steckdosen mit 3/4 Zoll Ausgängen sehr wohl.

Tipp: In der Praxis hat es sich als sehr vorteilhaft erwiesen, die Wassersteckdose ständig betriebsbereit zu halten. Das verhindert, dass man jedes mal die Wasserzufuhr aufdrehen muss, um Wasser aus der Wassersteckdose zu bekommen. Die Wasserzufuhr sollte also geöffnet bleiben, sodass die Steckdose unter Druck bleibt und jederzeit Wasser entnommen werden kann. Vor allem wenn man die Steckdose für kleinere Wasserentnahmen zwischendurch wie zB. Befüllung der Gieskanne, kurz die schmutzigen Hände abspülen, Wasserpistolen der Kinder nachladen etc. nutzen möchte. Wenn man da jedes mal die Wasserzufuhr auf- und wieder abdrehen muss, verliert die Wassersteckdose schnell ihren Sinn.

Preise

Wassersteckdosen kosten in etwa zwischen 20 und 30 Euro. Die Schnellkupplungsventile mancher Hersteller schauen auf den ersten Blick etwas günstiger aus, dort ist aber der Schlüssel noch separat dazu zu kaufen. Die Preisunterschiede für gleiche Produkte sind relativ groß, die Preise im Internet in der Regel deutlich günstiger als im Baumarkt vor Ort.

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