Gardena hat mit Start dieser Gartensaison gleich drei neue Smart Water Control Computer im Sortiment. In diesem Beitrag habe ich mir angeschaut, wie sich diese unterscheiden und was sie können.
Unter den Bezeichnungen Smart Water Control und Smart Irrigation Control vertreibt Gardena seine Bewässerungscomputer mit WiFi Webanbindung. Diese lassen sich im Unterschied zu den nicht webfähigen Computern online steuern, so dass man jederzeit darauf zugreifen kann und z.B. auch aus dem Urlaub die Bewässerung steuern kann. Zudem können Wetterdaten automatisch online abgerufen und in die Steuerung der Bewässerung mit einbezogen werden.
Bisher gab es bei Gardena zwei WiFi-Modelle: Den Gardena Smart Irrigation Control, mit dem externe Magnetventile geschalten werden können. Und den Gardena Smart Water Control mit fix in den Computer integriertem Magnetventil, durch den das Wasser direkt hindurchläuft.
Nun erweitert Gardena das Sortiment der Smart Water Control Computer auf drei Modelle:
- Gardena Smart Water Control – ersetzt das bisherige gleichnamige Modell
- Gardena Smart Dual Water Control – wie zuvor aber mit zwei statt einem Wasserausgang
- Gardena Smart Pipeline Water Control – ein ganz neuer Typ von Bewässerungscomputer, der direkt auf eine Gardena Wassersteckdose gesetzt wird
Im Anschluss eine kurze Einordnung der drei Modelle:
Gardena Smart Water Control
Letzte Aktualisierung am 17.06.2026 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API
Ist 1 zu 1 der Nachfolger des gleichnamigen aktuellen Computers, ein Wi-Fi Bewässerungscomputer mit integriertem Magnetventil mit einem Ausgang. Die Leistungsdaten entsprechen exakt denen des bisherigen im folgenden Beitrag getesteten Modells, nur das Design wurde verändert. Aus meiner Sicht nicht zum Positiven, wirkt für mich weniger hochwertig als zuvor und auch den nun bei allen Modellen verwendeten Glanzlack finde ich für einen Bewässerungscomputer fehl am Platz. Aber Design ist bekanntlich Geschmackssache.
Positiv ist, dass das neue Modell mit ca. 100 Euro etwas günstiger im Handel angeboten wird als das bisherige. Und auch, dass dieses Bluetooth mit an Bord hat. Das bringt einem vor allem etwas, wenn man vor hat, den Computer nur via Bluetooth Steuerung zu nutzen. Man erspart sich damit den zusätzlichen Erwerb eines ca. 90 Euro teuren Gateways, der notwendig ist, um den Computer ins W-LAN zu integrieren. Im Gegenzug kann man dann den Computer dann aber auch nur lokal, in unmittelbarer Nähe des Gerätes (bis zu 10 Meter Entfernung), steuern.
Aufpassen: Es gibt parallel dazu auch eine günstigere Variante das Gardena Smart Water Control, die nur Bluetooth ermöglicht! Ich habe diese zum Vergleich statt der WiFi Variante am Titelbild mit abgebildet! Diese hat ein quadratisches statt eines runden Bedienfeldes und die Bezeichnung „Gardena Water Control Bluetooth“
Je nachdem, ob man den Computer via Bluetooth oder über WiFI steuert, kommt jeweils eine separate App zur Anwendung. Mit der der Bluetooth App ist der Funktionsumfang eingeschränkt und keine Beregnung basierend auf Wetterdaten möglich.
Gardena Smart Dual Water Control
Letzte Aktualisierung am 17.06.2026 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API
Funktioniert prinzipiell gleich wie der Gardena Smart Water Control, hat jedoch einen zusätzlich Ausgang, sodass man nicht nur eine Bewässerungszone sondern zwei mit Wasser versorgen kann. Jeder Ausgang lässt sich in der Software separat programmieren. Kostet in etwa 30 bis 40 Euro mehr als das Modell mit einem Ausgang.
Damit zieht Gardena mit großer Verspätung mit Anbietern wie LinkTap, Orbit oder RainPoint gleich, die schon seit vielen Jahren auch smarte Modelle mit 2 Ausgängen im Sortiment haben und mittlerweile auch bereits Modelle mit bis zu 4 Ausgängen anbieten.
Auch hier kann man entscheiden, ob man den Computer ohne zusätzlichen Gateway nur mit Bluetooth oder über WiFi steuern möchte.
Gardena Smart Pipeline Water Control
Letzte Aktualisierung am 17.06.2026 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API
Ist eine ganz neue Art von Bewässerungscomputer. So einen Bewässerungscomputer gab es bisher im Gardena Sortiment nicht und nach meinem Wissensstand bietet aktuell auch kein anderer Anbieter einen solchen an. Auch hier kann man wieder zwischen Bluetooth Steuerung oder Steuerung über WiFI wählen.
Leider wird das Produkt – wie bei Gardena leider sehr häufig der Fall – auf der Homepage und in den Verkaufsangeboten ganz schlecht beschrieben, da sollte das Marketing dringend mehr mit der Produktentwicklung sprechen! Als Laie hat man nach Lesen der Gardena Beschreibung keinerlei Ahnung, was dieser Bewässerungscomputer bezwecken soll. Und selbst ich als jemand, der sich intensiv mit der Materie beschäftigt, musste mir das Produkt erst einmal vor Ort ansehen und die Gebrauchsanleitung studieren, um dahinter zu kommen.
Der Gardena Smart Pipeline Water Control wird anders als das bei dieser Art von Bewässerungscomputern normalerweise der Fall ist, nicht direkt an den Wasserhahn geschraubt oder direkt hinter der Pumpe installiert, sondern auf eine Gardena Wassersteckdose aufgesetzt. Auf der Abbildung auf der Rückseite des Produktkartons kann man das nachvollziehen:

Der Gardena Smart Pipeline Water Control ist zur Anbringung auf einer Gardena Wassersteckdose gedacht.
Zur Anbringung auf der Wassersteckdose hat der Computer an der Unterseite einen Schlauchstück-Eingang der einfach auf den Hahnstück-Ausgang der Wassersteckdose aufgeklippt wird. In gleicher Weise als würde man einen Schlauch an die Wassersteckdose anstecken.

Auf der Unterseite sieht man den Schlauchstück Eingang.
Abgesehen davon funktioniert der Gardena Smart Pipeline Water Control gleich wie die anderen zwei Modelle. Er lässt also je nach Programmierung Wasser durch und versorgt damit die an ihn angeschlossenen Versorger. Weshalb Gardena diesen in den Verkaufsangeboten als „zur Nutzung mit dem Micro-Drip-System“ beschreibt, erschließt sich mir nicht, man kann diesen Computer genauso wie die zwei anderen Modelle auch für jede Art der Bewässerung nutzen. Auch die für den Betrieb minimal notwendige Wasserdurchflussmenge unterscheidet sich mit 20 bis 30 Litern pro Stunde nicht von den zwei anderen Modellen, ist also für Mikrobewässerung nicht besser oder schlechter geeignet.
Der einzige Unterschied in den Leistungsdaten besteht aus einem geringfügig geringeren Maximaldruck für den der Computer ausgelegt ist (10 bar im Vergleich zu 12 bar bei den zwei anderen Modellen), das reicht aber trotzdem problemlos nicht nur für Mikrobewässerung, sondern auch für eine mit höherem Druck arbeitende Rasenbewässerung.
Mit dem Ansatz die Steuerung nicht vorgelagert am Beginn der Pipeline, sondern in unmittelbarer Nähe des Ort des Geschehens zu platzieren, folgt man einem ähnlichen Prinzip wie batteriebetriebene 9 Volt Bewässerungscomputer zur Steuerung externer Magnetventile wie Hunter Node oder die Gardena Steuereinheit 9 V. Diese werden einfach auf ein 9 Volt Magnetventil aufgesetzt und die Steuerung wird direkt am Magnetventil durchgeführt.
Diese Art der Steuerung verwendet man aber in der Regel als Verlegenheitslösung, wenn man in der Nähe der Magnetventile über keinen Stromanschluss verfügt und daher auf 9 Volt Magnetventile zurückgreifen muss. Das ist aber bei den hier beschriebenen Computern kein Thema, da diese sowieso immer batteriebetrieben und damit unabhängig vom Stromanschluss sind.
Die grundsätzliche Überlegung hinter dem Gardena Smart Pipeline Water Control und welchen Sinn dieser für Konsumenten machen soll, erschließt sich mir auch nach längerer Überlegung nicht. Eventuell dass man diesen – wenn bereits eine Wassersteckdose vorhanden ist – sehr unkompliziert einfach durch Aufsetzen auf die Dose – installieren kann. Aber auch die Installation der üblichen Bewässerungscomputer ist sehr simpel.
Und mit dem Gardena Smart Pipeline Water Control geht zudem der Nachteil einher, dass man diesen direkt auf die Wassersteckdose, die sich in der Praxis oft an exponierten Stellen, schlecht vor Wind und Wetter geschützt befindet, platziert. Damit geht die Gefahr einher, dass er schneller defekt wird. Und außerdem braucht man zum Bewässerungscomputer zusätzlich eine Wassersteckdose, was die Kosten noch einmal erhöht.
Fazit zu den drei neuen Smart Water Computern
Der Gardena Smart Water Control ist im Grund genommen das bisherige Gerät nur in neuem Design. Einziger Vorteil zu bisher ist die alternative Steuerung über Bluetooth und dass er ein wenig günstiger geworden ist.
Mit dem Gardena Smart Dual Water Control bietet Gardena nun (endlich) auch einen smarten Bewässerungscomputer mit zwei Ausgängen. Das ist eine Verbesserung und gut so für manche Anwendungsfälle! Sobald man eine automatische Bewässerung damit steuern möchte, aber in den meisten Fällen zu wenig. Hier bräuchte es wie vom Mitbewerb einen Computer mit am besten gleich 4 Ausgängen.
Der Zweck des Gardena Smart Pipeline Water Control erschließt sich mir nicht. Ich bin gespannt, ob dieses Produkt am Markt länger Bestand haben wird.
Schade finde ich prinzipiell, dass Gardena den Fokus aktuell so stark auf die Umstellung auf das neue Design legt. Die Hardware schaut dadurch anders aus, wird aber nicht besser, das hat für den Konsumenten keine realen Vorteile. Im Gegenzug wird die Software weiterhin sträflich vernachlässigt, obwohl Gardena hier dem Mitbewerb deutlich hinterherhinkt.. Seit 2020 die Wettersteuerung implementiert wurde, gab es in der Software keine nennenswerte Weiterentwicklung.
Zum aktuellen Zeitpunkt würde ich zu einem smarten Gardena Bewässerungscomputer maximal dann raten, wenn man eventuell den Gateway schon zu Hause hat und bereits andere smarte Gardena Geräte wie den Rasenmäher damit steuert. Dann kann es praktisch sein, alles in der gleichen Software steuern zu können.
Sonst würde ich auf jeden Fall zu einem Produkt des Mitbewerbs greifen, denn Hersteller wie LinkTap oder auch Orbit bieten aktuell Computer mit wesentlich besserer Software und entwickeln ihre Software auch viel aktiver weiter.
In folgendem Beitrag können Sie nachlesen, wie sich die webfähigen Gardena Bewässerungscomputer im Vergleich zum Mitbewerb schlagen: Smarte Bewässserungscomputer – Welches System ist das beste?







