Unter einem Druckschalter oder auch Durchflussschalter, Druckwächter bzw. Presscontrol versteht man eine zusätzliche Pumpen Zusatzkomponente, die dafür sorgt, dass die Pumpe automatisch bei Öffnen des Leitungsnetzes zu arbeiten beginnt. Und umgekehrt, sobald das Leitungsnetz wieder geschlossen wird, die Pumpe automatisch wieder abschaltet. Wie das im Detail funktioniert, ob man so einen Druckschalter wirklich benötigt und welche unterschiedlichen Typen von Druckschaltern am Markt angeboten werden, erklärt dieser Blogbeitrag.

Ein Druckschalter wird immer an der Druckseite der Pumpe montiert, also auf jener Seite, auf der das Wasser aus der Pumpe herauskommt. Unter der Bezeichnung Hauswasserautomat angebotene Pumpen haben so einen Druckschalter bereits mit integriert, auch in Hauswasserwerken ist ein Druckschalter normalerweise mit enthalten. Die Funktionsweise ist immer die gleiche: Der Druckschalter überwacht den Druck (daher auch der Name „Druckwächter“) und schaltet die Pumpe ein, wenn der Wasserdruck ein bestimmtes Niveau unterschreitet, also zum Beispiel unter 2 bar fällt. Und wenn der Druck über ein bestimmtes Niveau gelangt, oder kein Wasserdurchlauf mehr gemessen wird (je nach Modell), wird die Pumpe wieder abgeschaltet.

Der Druckschalter ist also, wie es der Namen schon sagt, tatsächlich nur ein Schalter, der abhängig vom gemessenen Druck bzw. Wasserdurchlauf ein zweites Gerät, die Pumpe, ein- oder ausschaltet. Dazu unterbricht er einfach die Stromverbindung, die zuerst zum Druckschalter und von dort weg zur Pumpe führt, bzw. stellt diese wieder her.

Ein Druckschalter ist zur Nutzung einer Pumpe kein Muss, aber er gestaltet die Nutzung doch um ein Vielfaches komfortabler. Wenn man eine Bewässerung betreiben will, ist das aus meiner Sicht ohne Druckschalter quasi undenkbar. Die Alternative wäre, jedes mal zu Beginn der Bewässerung, die Pumpe manuell aufzudrehen und bei Beendigung wieder abzudrehen. Auch wenn man schnell nur einmal etwas Wasser aus dem Gartenschlauch bräuchte, müsste man immer zuerst zur Pumpe laufen, diese aufdrehen und wenn man fertig ist, diese dann wieder abdrehen. Eine sehr unpraktische Sache und auch nicht ohne Risiko. Denn wenn man vergisst die Pumpe abzudrehen, dann arbeitet diese stetig weiter und kann durch zu langes, ununterbrochenes Laufen Schaden nehmen.

Am Markt werden drei unterschiedliche Typen von Druckschaltern angeboten:

  • Elektronischer Druckschalter mit Wasserdurchlauf (Presscontrol)
  • Mechanischer Druckschalter
  • Elektronischer Druckschalter ohne Wasserdurchlauf

Im Anschluss eine Beschreibung der drei Varianten:

Elektronischer Druckschalter mit Wasserdurchlauf (Presscontrol)

Diese Art von Druckschalter erkennt man daran, dass das Wasser vom Pumpenausgang (Druckseite) durch den Druckschalter hindurch geleitet wird und dass der Druckschalter elektronisch funktioniert. Dazu verfügt der Presscontrol über einen Stromeingang, an den ein Stromkabel anzuschließen ist. Vom Presscontrol weg geht wiederum ein fix installiertes Stromkabel, das zur Pumpe weiterzuführen ist.
Elektronische Druckschalter haben entweder einen fixen Einschaltpunkt (= Druck, bei dessen Unterschreitung sie die Pumpe einschalten), oder bei manchen Modellen kann man diesen Druck auch innerhalb einer vorgegebenen Bandbreite selbst einstellen, zB. zwischen 1,5 und 3,5 bar.

Der große Unterschied zu den zwei anderen Arten von Druckschaltern ist, dass man bei einem Presscontrol prinzipiell keinen Ausschaltpunkt einstellen kann. Man kann also kein Druckniveau festlegen, ab dem die Pumpe zu arbeiten aufhört. Stattdessen schaltet der Druckschalter erst bei Erreichen des Maximaldrucks der Pumpe ab. Das bedingt, dass bei geschlossenem Leitungsnetz, die Pumpe ein paar Sekunden lang mit ihrem Maximaldruck gegen den verschlossenen Weg andrückt. Das stellt bei einer üblichen Saugpumpe kein Problem dar, bei Pumpen mit hohem Maximaldruck würden der elektronische Druckschalter und das Leitungssystem aber an ihre Grenzen gelangen. Wobei dieses Problem, was den Presscontrol betrifft, in den letzten Jahren ziemlich entschärft wurde, da die aktuellen elektronischen Druckschalter bereits für bis zu 10 bar Druck ausgelegt sind.

Zusatzinfo: Ich würde jedoch auch bei den für 10 bar ausgelegten Modellen empfehlen, deutlich unter dieser Maximalgrenze zu bleiben, auch weil die weiteren Komponenten eines Bewässerungssystems oft nicht für so einen hohen Druck ausgelegt sind! Bei Einsatz einer Saugpumpe wird man aber kaum auch nur annähernd an diese Grenze kommen bei sehr leistungsstarken Tauchpumpen kann es aber ein Thema werden.

Aufgrund der Abschaltfunktion bei ausbleibendem Durchfluss beinhalten elektronische Druckschalter immer gleichzeitig auch einen Trockenlaufschutz. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie aufgrund ihrer Funktionsweise für einen konstanten Druck im Bewässerungssystem sorgen.

Mittlerweile werden neben den Standard Presscontrols, die zumeist um die 40 bis 60 Euro kosten, auch hochpreisigere Presscontrols angeboten, die zusätzliche Funktionen beinhalten:

  • Es kann auch ein Ausschaltdruck festgelegt werden
  • Es kann festgelegt werden, ob das Ausschalten aufgrund des gemessenen Wasserdrucks oder aufgrund des Wasserdurchlaufs erfolgt
  • Es kann die Pumpe nicht nur ein- und ausgeschaltet werden, sondern auch die Drehzahl der Pumpe dem Wasserbedarf angepasst werden (Hinweis: Die Pumpe muss dafür geeignet sein)

Solche Presscontrols mit Zusatzfunktionen werden zum Beispiel unter den Marken Brio (Brio Top), Press-O-Matic oder APS angeboten. Da sie das doppelte und vielfache von normalen Presscontrols kosten, sollte man einen Kauf nur in Erwägung ziehen, wenn man diese Zusatzfunktionen auch wirklich benötigt. In 90% der Anwendungsfälle wird das vermutlich nicht der Fall sein.

Elektronische Druckschalter werden von einer Reihe von Herstellern angeboten. Immer wieder kommt die Frage auf, ob man den Druckschalter passend zur Pumpenmarke kaufen muss, oder ob jeder Druckschalter für jede Pumpe passt. Zweites ist der Fall! Der Druckschalter tut nichts anderes, als einen Stromkreis zu unterbrechen, daher ist es ihm egal, welche Pumpe an ihm hängt. Aufpassen muss man lediglich, dass der Gewindeanschluss des Druckschalters passt, damit der Druckschalter auf die Pumpe montiert werden kann. Wobei das in der Praxis kaum ein Thema ist, da die mir bisher untergekommenen Presscontrols alle die übliche 1 Zoll Gewindegröße hatten. Wenn die Größe nicht passt, könnte man sich aber auch sehr einfach mit Zwischenstücken weiterhelfen.

Mein Tipp: Für die allermeisten Anwendungsfälle wird ein Presscontrol die richtige Wahl sein! Dieser ist sehr einfach zu installieren und tut in der Regel ohne Einstellaufwand sofort was er soll. Die zwei weiteren Druckschalter-Typen kommen vor allem im Zusammenhang mit Hauswasserwerken oder wenn man mit sehr hohem Wasserdruck arbeitet in Betracht.

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Mechanischer Druckschalter

Bei mechanischen Druckschaltern kann man sowohl Einschaltdruck als auch Ausschaltdruck einstellen. Die Festlegung eines Ausschaltdruckes garantiert, dass es im Bewässerungssystem zu keinem höheren Druck als dem definierten Maximaldruck kommen kann. Das Einstellen des Einschalt- und Ausschaltdrucks geschieht nicht elektronisch, sondern auf mechanischem Weg durch manuelles Verstellen von zwei Federmechanismen. Die größere Feder ist für den Einschaltdruck zuständig, die kleinere für den Ausschaltdruck. Auch das Schalten selbst funktioniert auf rein mechanischem Weg: Im Druckschalter befindet sich eine elastische Membrane, die auf den Wasserdruck reagiert, indem sie sich dementsprechend ausdehnt. Je nachdem wie stark sich die Membrane ausdehnt, wirkt sie unterschiedlich stark auf die zwei Federn, die wiederum ab einem gewissen Punkt einen Schalter auslösen.

Mechanische Druckschalter sind kleiner als elektronische und das Wasser läuft nicht durch sie hindurch, sondern der Druckschalter wird über ein T-Stück an die Druckleitung angeschlossen, so dass dieser auf den in der Leitung vorhandenen Druck reagieren kann. Das Anschlussgewinde ist mit 1/4 Zoll wesentlich kleiner als beim Presscontrol. Der Druckschalter wird zumeist mit einem Barometer kombiniert, der den Druckwert anzeigt. Somit ist eine Einstellung auf exakt den gewünschten Einschalt- bzw. Ausschaltdruck möglich. Der Druckschalter selbst funktioniert stromlos, es wird allerdings die Stromleitung durch den Druckleiter hindurch geführt, sodass der Schalter diese schalten und somit basierend auf seinen mechanischen Impulsen die Pumpe auf- und abdrehen kann.

Mechanische Druckschalter kommen sehr oft in Kombination mit Hauswasserwerken vor. Wenn man ein Hauswasserwerk kauft, ist so ein mechanischer Druckschalter normalerweise im Lieferumfang mit enthalten. Er dient dazu den Druck im Außendehnungsgefäß des Hauswasserwerks zu messen und schaltet die zugehörige Pumpe automatisch ein, sobald der Druck den festgelegten Wert unterschreitet und wieder ab, wenn der festgelegte Maximalwert überschritten wird.

Im Einzelkauf sind die mechanischen Druckschaltern einige Euro günstiger als elektronische Druckschalter und können zudem variabler eingestellt werden. Allerdings ist die Anwendung anspruchsvoller als jene der Presscontrols, die man mehr oder weniger nur anstecken muss und dann gleich loslegen kann. Zudem ist ihre Druckentwicklung nicht so gleichmäßig wie jene der Presscontrols.

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Elektronischer Druckschalter ohne Wasserdurchlauf

Diese dritte Art von Druckschaltern ähnelt vom Prinzip sehr stark dem mechanischen Druckschalter. Sie wird ebenfalls über ein T-Stück an die Druckleitung angeschlossen und misst über einen Druckfühler den in der Leitung vorhandenen Druck. Das Anschlussgewinde ist ebenfalls 1/4 Zoll groß. Im Unterschied zu einem mechanischen Druckschalter funktioniert dieser Typ elektronisch und hat ein Display, über das man ihn bedienen kann und zusätzliche Funktionen wie einen Trockenlaufschutz. Vom Preis her ist er deutlich teurer als der zuvor beschriebene simple mechanische Druckschalter. Angeboten werden solche Druckschalter der neuen Generation zum Beispiel von der Firma Switchmatic.

Switchmatic elektronischer Druckschalter bei Amazon:

Elektronischer Druckschalter ohne Wasserdurchlauf

Diese dritte Art von Druckschaltern ähnelt vom Prinzip her sehr stark dem mechanischen Druckschalter. Sie wird ebenfalls über ein T-Stück an die Druckleitung angeschlossen und misst über einen Druckfühler den in der Leitung vorhandenen Druck. Das Anschlussgewinde ist ebenfalls 1/4 Zoll groß. Im Unterschied zu einem mechanischen Druckschalter funktioniert dieser Typ elektronisch und hat ein Display, über das man ihn bedienen kann und zusätzliche Funktionen wie einen Trockenlaufschutz. Vom Preis her ist er deutlich teurer als der zuvor beschriebene simple mechanische Druckschalter. Angeboten werden solche Druckschalter der neuen Generation zum Beispiel von der Firma Switchmatic.

Mein Tipp: Diese dritte Art von Druckschaltern macht aus meiner Sicht dann Sinn, wenn man eine sehr starke Tiefbrunnenpumpe betreibt und trotzdem eine komfortable, schnell einstellbare Druckschalterlösung sucht.

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