Um sicherzustellen, dass mit der verfügbaren Wasserquelle eine Gartenbewässerung realisiert werden kann, ist nicht nur die Menge an Wasser relevant, die man pro Stunde aus der Wasserquelle beziehen kann, man muss auch den verfügbaren Wasserdruck wissen.

Damit man auch das richtige misst, ist ein wenig Theorie notwendig: Prinzipiell kann man bei Nutzung des Wassers aus einem Wasserhahn zwischen drei verschiedenen Wasserdruck-Arten unterscheiden:

  • Der Wasserdruck, mit dem das Haus an das öffentliche Wassernetz angeschlossen ist
  • Der Wasserdruck, mit dem das Wasser aus dem Außen-Wasserhahn kommt
  • Der Wasserdruck, der in der Bewässerungs-Pipeline herrscht

Die Gegenstücke bei Nutzung einer Gartenpumpe sind die 3 folgenden:

  • Der maximale Förderdruck der verwendeten Gartenpumpe
  • Der Wasserdruck, mit dem das Wasser aus der Pumpe kommt
  • Der Wasserdruck, der in der Bewässerungs-Pipeline herrscht

In der ersten Stufe ist der Druck jeweils am höchsten und nimmt dann von Stufe zu Stufe ab. Der für eine Bewässerung letzten Endes relevante Druck ist jeweils der letzte. Anhand von diesem Druck leiten sich die in der Bewässerung zur Verfügung stehende Wassermenge und die Wurfweite der Regner ab.

Wasserdruck am öffentlichen Wassernetz bzw. Förderdruck der Gartenpumpe

Kurz vorausgeschickt noch eine Info zum Wasserdruck der ersten Art, also jenem, mit dem das Haus an das öffentliche Wassernetz angeschlossen ist. Dieser lässt sich wenn möglich am einfachsten durch einen Blick auf den bei der Anschlussstelle mit verbauten Manometer herausfinden. Hat man keinen Zugang zur Anschlussstelle oder ist kein Manometer verbaut, kann man den Wasserdruck auch beim zuständigen Wasserversorger erfragen.

Der Förderdruck einer Wasserpumpe steht in der Bedienungsanleitung der Pumpe oder auch auf der Pumpe selbst bzw. lässt sich durch Recherche im Internet herausfinden.

Der Wasserdruck direkt nach dem Anschluss an das öffentliche Wassernetz ist größer als jener am Wasserhahn, da durch die Rohrstrecken, die das Wasser im Haus durchlaufen muss bis es zum Wasseranschluss für die Bewässerung kommt, der Druck abnimmt. Das gleiche gilt für die Förderung mit einer Wasserpumpe: Bei dieser ist der angegebene maximale Förderdruck jener, den die Pumpe schaffen würde, wenn sie das Wasser nicht hochpumpen müsste. Da das Wasser aber in der Regel aus der Tiefe gepumpt wird, nimmt der Wasserdruck durch die zu überwindende Höhendifferenz ab (0,1 bar Druckverlust je Meter Tiefe).

Messung des Wasserdrucks am Wasserhahn bzw. am Pumpenausgang

Die Messung des Drucks am Wasserhahn bzw. Pumpenausgang eignet sich, um einen Eindruck zu bekommen, ob die Wasserquelle prinzipiell für die Realisierung einer Bewässerung geeignet ist. Dazu werden im Internet Wasser-Manometer angeboten, die ab ca. 10 bis 15 Euro kosten.

Unten stehend ein Auszug aus dem Angebot solcher Wasser-Manometer auf Amazon:

Die Funktion des Wasser-Manometers ist denkbar einfach:

Bei Messung an einem Wasserhahn:

Schritt 1: Wasser-Manometer an den Wasserhahn schrauben

Dem Manometer liegt im Regelfall ein kleines Zwischenstück bei, mit dem man bei Bedarf ein 3/4 Zoll Gewinde auf ein 1/2 Zoll Gewinde verkleinern kann – je nachdem welchen Ausgang der Wasserhahn hat.

Zwischenstück von 3/4 Zoll auf 1/2 Zoll


Schritt 2: Wasserhahn voll aufdrehen

Warten sie anschließend ein bisschen ab, um kurzfristige Schwankungen auszuschließen. Bei der Messung sollte kein Abnehmer im Haus wie z.B. Waschmaschine oder ähnliches laufen.


Schritt 3: Bar-Wert vom Manometer ablesen und notieren

Oft ist am Manometer zusätzlich auch ein PSI-Wert angegeben, der für unseren Zweck nicht von Relevanz ist. Das ist die in den USA übliche Druck-Maßeinheit und diese ist 14,5 mal so hoch wie der bar-Wert.


Bei Messung an einer Gartenpumpe:

Vorgang genau wie zuvor, nur dass der Manometer an den Pumpenausgang geschraubt werden muss. Die meisten Pumpen haben einen Ausgang mit 1 Zoll Innengewinde. Der Manometer benötigt aber ein 3/4 Zoll Außengewinde. Man benötigt also zusätzlich noch ein passendes Verbindungsstück.  Dann einfach Manometer aufschrauben und Test wie zuvor beschrieben durchführen. Hinweis: Die Pumpe nach erfolgtem Ablesen dann gleich wieder abschalten! Da bei der Messung kein Wasser durch die Pumpe strömt kommt es zu keiner Kühlung und die Pumpe könnte bei längerem Laufen heißen werden.

Messung des Wasserdrucks in der Bewässerungs-Pipeline

Damit wäre nun der Druck an der Wasserquelle ermittelt, der gemeinsam mit der Wassermengenmessung einen ersten Anhaltspunkt gibt, wie potent die Wasserquelle ist. Für die Planung eines Bewässerungssystems relevant ist allerdings jener Druck, der in der Pipeline tatsächlich zur Verfügung steht. Dieser ist kleiner, da er durch den Widerstand in den durchlaufenden Pipelinerohren abgebremst wird. Siehe dazu den Beitrag Druckverlust in der Pipeline berechnen.

Und in weiterer Folge relevant ist die Frage, wie der zur Verfügung stehende Druck in der Pipeline verwendet wird, welcher Teil des Drucks also auf die Seitenwände des Pipelinerohres wirkt und damit den Regnern zur Verfügung steht und welcher Teil das Wasser nach vorne weg antreibt und damit für eine größere Wassermenge sorgt (Fließdruck). Die zwei Größen verhalten sich zueinander indirekt proportional, je größer der Druck auf die Rohrwände, umso kleiner der Fließdruck und vice versa. Dieses Zusammenspiel und wie sich daraus der für das Bewässerungssystem passende Druck auf die Pipeline und die daraus resultierende verfügbare Wassermenge bestimmen lässt, wird im Blogbeitrag Wasserdurchfluss bei bestimmten Wasserdruck ermitteln erklärt.