Dieser Beitrag erklärt Schritt für Schritt den Bau eines Bohrbrunnens:

Der Bohrbrunnen ist quasi der Mercedes unter den Brunnen. Einen einmal erstellten Bohrbrunnen hat man für gewöhnlich sein Leben lang und seine Wasserkapazität ist für den Privatbereich normalerweise mehr als ausreichend, so dass man ohne Probleme auch umfangreiche Bewässerungslösungen damit betreiben kann.
Er hat aber auch seinen Preis und die Umsetzung in Eigenregie ist kein Kinderspiel und erfordert mehrere Tage Arbeit. Dessen sollte man sich bewusst sein bevor man das Projekt Bohrbrunnen startet. Eine günstigere und einfacher zu realisierende Alternative zum Bohrbrunnen ist der Rammbrunnen. Wie dieser gebaut wird erkläre ich in einem separaten Blogbeitrag:

Blogbeitrag: So baut man einen Rammbrunnen

In Eigenregie lässt sich ein Bohrbrunnen für ca. 1.200 bis 1.600 Euro umsetzen. Wie sich das aufsplittet und was im Vergleich dazu die Realisierung durch ein Brunnenbauunternehmen in etwa kosten würde, können Sie in folgendem Beitrag nachlesen:

Blogbeitrag: Kosten eines Brunnens

Im Anschluss die einzelnen Schritte zur Realisierung eines Bohrbrunnens:

Recherche des Grundwasserniveaus und Einholung der Brunnenbaugenehmigung

Der erste Schritt ist es, die prinzipielle Machbarkeit eines Brunnens sicherzustellen. Das tut man am einfachsten, indem man sich in der Nachbarschaft erkundigt, wer einen Brunnen hat und in welcher Tiefe das Grundwasser steht. Hat man keinen Nachbarn, den man fragen kann, dann kann man sich alternativ beim Landesamt für Energie, Bergbau und Geologie erkundigen. Im Web stehen zudem für manche Regionen auch frei zugängliche Geodaten zur Verfügung.

Ein Bohrbrunnen ist prinzipiell bis in jede Tiefe realisierbar. In Eigenregie sind für den motivierten Heimwerker aber nur Tiefen bis maximal 20 Meter realistisch schaffbar. Das heißt: Ist der Grundwasserspiegel tiefer als 15 Meter und demnach ein Bohrloch von in etwa 20 Metern notwendig, dann sollte einen Brunnen nur eine professionelle Brunnenbaufirma mit professionellem Werkzeug bauen. Auch hier wird es parallel zur größeren Tiefe immer teurer, man muss mit etwa 200 Euro pro Meter Bohrtiefe rechnen. Ein 40 Meter tiefer Brunnen würde demnach mit rund 8.000 Euro zu Buche schlagen.

Liegt der Grundwasserspiegel bei weniger als 15 Metern, dann ist die Voraussetzung für das Bauen eines Brunnens in Eigenregie gegeben und Ihrem Projekt steht nichts im Wege. Außer einer Sache: Der Brunnenbau muss vorab auch noch angemeldet werden. Dafür ist in Deutschland in der Regel die untere Wasserbehörde zuständig.

Bei der Wahl der Stelle, an welcher der Brunnen stehen soll, sollten praktische Überlegungen im Vordergrund stehen:

  • Nicht direkt neben dem Haus, da es zu Nebenwirkungen auf das Fundament des Hauses kommen könnte
  • An einer Stelle, die später mit Strom versorgt werden kann
  • In der Nähe eines geplanten Bewässerungssystems
  • An einer Stelle, an welcher der Brunnen optisch gut hinpasst
  • An einer Stelle, an der man genügend Platz zum Arbeiten hat
  • Nahe eines bestehenden Schuppens, um die Technik des Brunnens dort unterzubringen

Da das Grundwasser in großen, zusammenhängenden Flächen fließt und dem Verlauf der Erdoberfläche folgt, ist es nicht notwendig, die eine perfekte Stelle zu suchen, an der man das Grundwasser findet. Das Geld für einen Wünschelrutengeher kann man sich also sparen und bei der Wahl der Stelle ganz die zuvor aufgezählten praktischen Gesichtspunkte in den Vordergrund stellen.

Weitere Informationen zur Recherche des Grundwasserniveaus, zur Auswahl der richtigen Bohrstelle und zur Genehmigung Ihres Brunnens gibt der folgende Blogbeitrag:

Blogbeitrag: Wann ist ein Brunnen machbar und wie findet man die richtige Stelle?

Bis zum Beginn des Grundwassers vorgraben

Der erste Projektschritt ist das Bohren bis zur Grundwassergrenze. Das Bohren erfolgt mit einem eigenen Brunnenbohrer. Dieser besteht aus dem eigentlichen Bohrer sowie ca. 1 Meter langen Verlängerungteilen, mit denen der Bohrer auf die benötigte Länge gebracht wird. Am Ende wird ein Handgriff aufgeschraubt, mit dem der Bohrer gedreht werden kann.

Einzelteile eines Brunnenbohrers

Kauf des Brunnenbohrers

Es gibt zwar mittlerweile auch vereinzelt Mietangebote, in der Regel wird aber der Kauf des Bohrers die wirtschaftlich sinnvollere Variante sein. Aufgrund des vergleichsweise großen Bohrerdurchmessers ist das Bohren doch aufwändiger als beim Rammbrunnen. Und auch die zu bohrenden Tiefen können um einiges höher sein, sodass man damit rechnen muss, den Bohrer mehrere Arbeitstage lang zu benötigen. Und der Bohrer kann einem auch in einem späteren Projektstadium durchaus noch nützlich sein.

Länge und Durchmesser des Bohrers

Die Gesamtlänge des Brunnenbohrers sollte zumindest der Tiefe bis zum Grundwassser plus 1 Meter entsprechen. Länger kann aber nicht schaden, da sich das Bohrgestänge auch beim späteren Plunschen noch als verlängerter Arm für Spezialeinsätze eignet. Natürlich kann man zusätzliche Verlängerungsstücke auch später noch nach Bedarf nachkaufen.

Die Bohrer werden in unterschiedlichen Durchmessern angeboten. Welcher der richtig für einen ist, hängt davon ab, mit welchem Durchmesser man den Brunnen bauen möchte, also welchen Durchmesser das Brunnenrohr haben soll. Prinzipiell gilt: Je größer der Durchmesser, umso größer die Wasserkapazität und die Flexibilität bezüglich der zu verwendenden Pumpe. Aber auch: Je größer der Durchmesser, umso schwerer gestaltet sich das Einteufen des Rohres. Ein aus meiner Sicht guter und oft anzutreffender Kompromiss ist ein Rohrdurchmesser von 115 mm (4 1/2 Zoll). Dieser ist beim Einteufen noch gut machbar und bringt ausreichend Wasserkapazität mit sich, hat aber vor allem den Vorteil, dass sich die übliche 4 Zoll Tiefbrunnenpumpe gut darin unterbringen lässt. Mit einem 100 mm (4 Zoll) Brunnen wäre man da am absoluten Limit, die Pumpe stünde hier fast am Rohr an, was in punkto Kühlung nicht optimal wäre.

Plant man einen 115 mm Brunnen, dann ist der passende Bohrer ein 125 oder 145 mm Bohrer. Ich empfehle den 145 mm Bohrer: Beide Bohrer sind passend, aber mit diesem bleibt einem auch noch ausreichend Spielraum, sollte man beim Bohren Probleme haben und ein zusätzliches Arbeitsrohr einsetzen müssen.

Seitliche Aufkantung und Rücklaufsperre

Manche der am Markt angebotenen Bohrer haben auf der Seite der Bohrschnecke eine Randeinfassung (seitliche Aufkantung). Ebenfalls ist der Anfang der Bohrschnecke mit einem Rand eingefasst (Rücklaufsperre). Das hat den Zweck, dass man mit Beginn des Grundwassers noch ein Stück weiterbohren kann, ohne dass einem das feuchte Bohrgut vom Bohrer fällt. Man kann auf diese Weise nach Grundwasserbeginn noch ein Stück weit mit dem Bohrer weiterarbeiten und kommt so schneller voran, als wenn man gleich auf das Plunschen umsteigen würde.

Brunnenbohrer mit seitlicher Aufkantung und Rücklaufsperre

Brunnenbohrer mit hochziehbarer Bohrkrone

Seit ein paar Jahren werden alternativ zu den üblichen Brunnenbohrern auch Bohrer mit ziehbarer Krone angeboten. Bei diesen wird nach jedem Bohrvorgang nicht der ganze Bohrer samt Gestänge aus dem Loch gezogen, sondern nur die Bohrkrone selbst (bzw. genau genommen ein Teil davon). Das geschieht mit einem an der Bohrkrone angebrachten Seil und ist insofern angenehmer und Kräfte schonender, als das man weniger Gewicht hochziehen muss und der Bohrvorgang schneller geht. Allerdings sind diese Bohrer um ca. die Hälfte teurer. Die allgemeine Resonanz zu diesen Bohrern ist prinzipiell recht positiv, selbst habe ich so einen Bohrer aber noch nicht in Verwendung gehabt. Vor allem wenn man den Brunnen im Keller oder in einem anderen beengten Raum bohrt, oder wenn das Bohrloch sehr tief wird, sollte diese Arbeitsweise aber eine große Erleichterung darstellen, da man sich das aufwändige Zerlegen des Bohrers erspart. Aktuell gibt es nur einen mir bekannten Anbieter dieser Art von Bohrer, einen Link zu diesem finden Sie weiter unten.

Hat man es mit der Recherche nicht so genau genommen und bohrt ohne Wissen über das Grundwasserniveau einfach auf gut Glück los, dann würde ich empfehlen, im ersten Schritt einmal nur den Brunnenbohrer zu kaufen. Dann ist der Geldeinsatz noch überschaubar, falls sich herausstellen sollte, dass das Grundwasser doch nicht in erreichbarer Tiefe beginnt.

Brunnenbohrer bei Amazon:

Ein umfangreiches Angebot an Brunnenbohrern gibt es auch bei Ebay:
Brunnenbohrer bei Ebay

Unter diesem Link findet man auch die zuvor erwähnten Brunnenbohrer mit hochziehbarer Bohrkrone. Diese werden vom polnischen Ebay Verkäufer PWSAM angeboten.

Anwendung des Brunnenbohrers

Die Nutzung des Brunnenbohrers gestaltet sich denkbar einfach: Den Bohrer an der Bohrstelle ansetzen, im Uhrzeigersinn ein paar Umdrehungen in die Erde drehen und dann herausheben und das in der Bohrschnecke verfangene Bohrgut abklopfen. Das ganze möglichst gleichmäßig und mit wenig Krafteinsatz. Dieser Vorgang wird in Folge so oft wiederholt, bis man beim Grundwasser angekommen ist. Das merkt man daran, dass das feuchte Bohrgut beim Herausholen des Bohrers von der Schnecke fällt und kein weiterer Tiefenfortschritt mehr erzielt werden kann.

Der Bohrer wird an der ausgesuchten Stelle angesetzt und im Uhrzeigersinn einige Umdrehungen gedreht, rechts ein bereits einige Zentimeter tiefes Bohrloch.

Links wird mit bereits verlängertem Bohrer gebohrt. Mit jedem Bohrvorgang wird reichlich Bohrgut aus dem Loch geholt (rechtes Bild).

Das Bohrgut klopft man am besten nahe am Bohrloch an einer Sammelstelle ab, oder alternativ auch gleich direkt in eine Schubkarre.

Gestängehalter

Bis zu einer Länge von 4 Metern lässt sich der Brunnenbohrer problemlos in einem Stück aus dem Bohrloch ziehen und abklopfen. Ab 5 Metern wird es dann aber schwierig, da der Bohrer beim Herausholen und den Abklopfbewegungen aufgrund des hohen Schwerpunktes stark schwankt und man aufpassen muss, dass er nicht umkippt. Ab dieser Länge kommt man nicht mehr darum herum den Bohrer in Etappen aus dem Loch zu holen. Man zieht also die ersten Meter aus dem Loch, öffnet die Schrauben der Verbindungsstange und legt den ersten Teil zur Seite. Anschließend wird dann der zweite Teil aus dem Loch gezogen. Hierzu braucht man entweder eine zweite Person, die das Gestänge hält, damit es nicht ins Loch fällt. Oder man hilft sich mit einem Gestängehalter (Amazon Link), in dem man den unteren Teil des Gestänges einhaken kann, während man den oberen Teil abtrennt.

Links ein auf 6 Meter verlängerter Bohrer, rechts ein vom Gestängehalter gehaltener Bohrer.

Tipp: Achten Sie bereits vorab auf in großer Höhe vorhandene Hindernisse und sichern Sie Dinge, die durch den Bohrer beschädigt werden könnten.

Wie lange dauert das Bohren?

Das ist bei einem Bohrbrunnen sehr schwer vorherzusagen. Natürlich hängt es von der Tiefe des Grundwasserniveaus, der Bodenbeschaffenheit und von der Fitness und Ausdauer der bohrenden Person ab. In jedem Fall benötigt das Bohren etwas länger als beim Rammbrunnen, da der Bohrdurchmesser ein größerer ist. Die ersten Meter gehen in der Regel recht zügig von der Hand, die ersten 3 bis 4 Meter kann man schon nach ein paar Stunden geschafft haben. Mit zunehmender Tiefe geht es dann langsamer, auch weil der Aufwand je Bohrvorgang aufgrund des langen Gestänges immer größer wird. Wenn alles super läuft, nicht allzu tief zu bohren ist und keine Hindernisse auftreten, kann man diesen Schritt theoretisch an einem Tag erledigen. Aus Erfahrung wesentlich wahrscheinlicher ist es aber, dass man mehrere Tage dafür einplanen muss.

Sobald man alle Hindernisse überwunden hat und beim Grundwasser angekommen ist, kann man mit dem nächsten Schritt, dem Plunschen, beginnen. Welche Hindernisse das sein können erklärt zuvor noch der nächste Punkt.

Mögliche Hindernisse beim Vorgraben

Im Anschluss eine kurze Beschreibung möglicher Probleme, die ein Vorankommen erschweren:

Ein großer Stein liegt im Weg

Die Bohrschnecke ist in der Regel durchaus in der Lage kleine und mittelgroße Steine aufzunehmen, ab einer bestimmten Größe passen die Steine aber nicht mehr in die Schnecke und der Bohrer kann sie somit nicht mehr aufnehmen. Dieses Problem ist das mit Abstand häufigste beim Brunnen bohren. Es gibt dafür die folgenden Lösungsmöglichkeiten:

  • Man bleibt hartnäckig und probiert es weiter mit dem Bohrer bis sich der Stein doch in der Schnecke verfängt. Die Steine sind oft nicht gleichmäßig geformt, sondern an der einen Stelle breiter und an einer anderen etwas schmäler. Auch wenn der Stein nicht ganz in die Schecke passt, kann es ausreichen, wenn sich eine Seite davon in der Schnecke verkeilt und man ihn so hochziehen kann. Das ist mir in meinen Bohrversuchen vielfach so geglückt, es ist aber teils ein Geduldsspiel.
  • Wie vorher, nur dass man es in diesem Fall schafft, den Stein auf die Seite zu schieben, so dass er nicht mehr im Weg liegt
  • Man baut sich einen Greifer und holt den Stein damit gezielt aus dem Loch. Also eine Vorrichtung, die man statt dem Bohrer ans Gestänge schraubt und damit den Stein rausfischt. Dazu kann man sich mit etwas Fantasie selbst etwas überlegen, im Web findet man unter den Begriffen „Steingreifer“ bzw. „Steinfänger“ auch einige Beispiele für bereits realisierte Werkzeuge.
  • Man baut sich einen „Steinzerstörer“, um den Stein zu zertrümmern. Dazu braucht man etwas massives, schweres wie eine mächtige Eisenstange, oder ein gegossenes rohrförmiges Betonstück, das man im Bohrloch auf den Stein herunterkrachen lässt. Natürlich befestigt, so dass man es danach wieder hochholen kann. Im besten Fall ist der Stein dann in mehrere Einzelteile zerbröselt und kann mit dem Brunnenbohrer wieder aufgenommen werden. Auch hierzu findet man Ideen im Web und auch Fachautor Albrecht Trunk beschreibt in seinem Handbuch zum Brunnen bauen einen selbstgebauten Fallmeißel.
  • Und wenn es gar nicht anders geht: Man gibt das Bohrloch auf und probiert es an andere Stelle noch einmal

Steine von einem solchen Kaliber sind ein Problem, da sie nicht auf die Bohrerschnecke passen

Hohlraum bildet sich

Das ist ein vergleichsweise wesentlich selteneres Problem. Im Handbuch zum Brunnen bohren wird erwähnt, dass es gefühlt bei jedem 25ten bis 50ten Brunnenbau vorkommt. Mir selbst ist das auch bereits passiert. Das Problem äußerst sich so, dass das Bohrloch ab einer gewissen Tiefe nicht mehr stabil bleibt, sondern die Seitenwand in sich zusammenfällt, so dass sich eine richtige Höhle bildet. Man erzielt dann beim Bohren keinen oder kaum mehr Fortschritt, stattdessen wird das Bohrloch ab dieser Stelle immer breiter. Laut Albrecht Trunk kann das mit größerer Wahrscheinlichkeit bei Tiefen ab 6 bis 7 Metern auftreten, bei meinem Erlebnis damals trat es bereits ab ca. 5 Metern auf. Es gibt dafür die folgenden Lösungsmöglichkeiten:

  • Man stellt ein zusätzliches Arbeitsrohr ins Bohrloch. Dafür nimmt man übliches, günstiges KG-Rohr. Hat man mit einem 145 mm Bohrer gebohrt, dann franst das Bohrloch normalerweise, abhängig von der Bohrerart etwas aus, so dass es einen 170 oder 180 mm Durchmesser haben sollte. Ist das der Fall (kontrollieren!), dann kann man zB. ein 160 mm KG-Rohr ins Loch stellen und in diesem dann mit dem 145 mm Bohrer weiterbohren. Ist der Durchmesser des Lochs nicht groß genug, dann kann man alternativ ein KG-Rohr mit kleinerem Durchmesser einstellen und in diesem dann mit einem kleineren Bohrer weiterbohren.
    Das KG-Rohr versieht man mit einem Auflagegewicht, so dass es nach unten drückt und bohrt dann im Rohr weiter. Nach ein paar Drehungen des Bohrers dreht man dann auch immer das KG-Rohr, so dass es weiter nach unten nachrutscht. Auf diese Weise lassen sich die noch fehlenden Meter bis zum Grundwasser schaffen.
    Das KG-Rohr wird dann, sobald man beim Grundwasser angekommen ist, einfach oben abgeschnitten und verbleibt in der Erde.
  • Theoretisch kann man auch versuchen normal weiter zu bohren, das würde ich allerdings nicht empfehlen! Einerseits kann es sehr sehr lange dauern hier noch einen Tiefenfortschritt zu erzielen und andererseits ist diese Höhlenbildung im Erdreich nicht unbedenklich und fraglich, ob man die entstandene Höhle am Ende ordnungsgemäß wieder zuschütten kann.

Links: Im Bohrloch bildet sich durch Nachrutschen des Bohrguts ein Hohlraum. Rechts: Mit Hilfe eines ins Bohrloch gestellten Arbeitsrohres lässt sich die verbleibenden Strecke ohne weitere Hohlraumbildung bewältigen.

Man trifft auf eine Lehm- oder Tonschicht

Das ist ebenfalls ein eher seltenes Problem. Der normale Bohrer bekommt in der zähen Schicht nichts zu greifen und funktioniert somit nicht mehr. Lösungsmöglichkeiten:

  • Man präpariert den Brunnenbohrer durch Biegen und Einschneiden so, dass er unten eine scharfe Kante bildet und den Boden aufreißt.
  • Man montiert irgendetwas scharfes am Bohrgestänge und kratzt damit die Lehmschicht so lange an, bis diese durchstoßen ist. Das kann zum Beispiel eine Gartenkralle oder ähnliches sein.
  • Man verwendet einen speziellen Edelmann oder Riverside Bohrer, mit dem sich die Lehmschicht sehr gut durchbohren lässt.

Brunnen und für das Plunschen notwendige Ausstattung kaufen

Da sich mit Erreichen des Grundwassers mit dem Brunnenbohrer kein weiterer Fortschritt mehr erzielten lässt, ist es notwendig, auf ein anderes Werkzeug umzusteigen. Ein Plunscher bzw. eine Kiespumpe sind sogenannte Ventilbohrer. Anders als beim zuvor benutzten Brunnenbohrer wird hier der Bohrer nicht in das Erdreich gedreht, sondern das Erdreich wird mittels Sogwirkung in den Bohrer gezogen.

Bevor aber mit dem Plunschen begonnen werden kann, sind zuerst die Brunnenverrohrung und die für das Plunschen notwendigen Werkzeuge und Hilfsmittel zu besorgen.

Brunnenrohr kaufen

Zum Bau eines Bohrbrunnens benutzt man spezielles, blaues Brunnenrohr. Dieses ist besonders dickwandig und stabil und hält so auch große Belastungen aus. Das ist wichtig, da es beim Abteufen des Rohres mit großem Gewicht belastet wird und starke Kräfte auf das Rohr wirken.

Merke: Im Web existieren immer wieder auch Berichte von mit normalem, orangen KG-Rohr erstellten Bohrbrunnen. Davon rate ich dringend ab! Das kann funktionieren, wenn die Bodenverhältnisse sehr einfach sind und das Rohr nur wenige Meter abgeteuft werden muss. Das Risiko sich das Rohr beim Plunschen zu beschädigen, ist aber um ein Vielfaches größer als mit dem stabilen Brunnenrohr. Das gilt insbesondere dann, wenn es zu Problemen kommen sollte und man im Rohr mit Hilfsmittel wie einem Steinzertrümmerer arbeiten muss. Hier wirken immense Kräfte auf das Rohr, für die ein KG-Rohr nicht konstruiert ist. Auch für den Druck, der mit zunehmender Tiefe im Erdreich herrscht, ist das KG-Rohr nicht gemacht. Hinzu kommt, dass das Abteufen mit KG-Rohr deutlich mühsamer ist, da es an den Muffen einen dicken nach außen stehenden Wulst hat, der zusätzlich überwunden werden muss. Auch kann KG-Rohr im Fall der Fälle nicht einfach wieder gezogen werden. Für vergleichsweise wenig gespartes Geld handelt man sich also zusätzlichen Aufwand und ein deutlich vergrößertes Risiko für das Scheitern des Projektes ein. Das zahlt sich nüchtern betrachtet einfach nicht aus!

Länge und Aufbau des Brunnenrohres

Für einen Bohrbrunnen benötigt man zwei Typen von Brunnenrohren:

  • Brunnenrohre
  • Filterrohre

Die Brunnenrohre sind seitlich verschlossen, die Filterrohre hingegen mit feinen Schlitzen versehen, durch die das Wasser in den Brunnen gelangen kann.

Vergleich Brunnenrohr und das mit feinen Schlitzen versehene Filterrohr (in dem Fall mit 0,3 mm Filterschlitzweite)

Faustregel: Die Länge des Bohrbrunnens beträgt im Normalfall in etwa Grundwasserstand + 5 Meter

Die exakte Länge hängt von folgenden zwei Planungsdetails ab:

  • Wie viele Meter Filterrohr möchte man einbauen?
  • Möchte man ein Sumpfrohr mit einbauen?

Filterrohr

Der Standard sind zwei Meter Filterrohr. Pro Meter Filterrohr kann man beim von mir empfohlenen 115 mm Rohrdurchmesser mit einer Wasserkapazität von 1.850 Litern pro Stunde kalkulieren. Bei Verwendung von 2 Metern Filterrohr würde der fertige Brunnen somit eine Kapazität von 3.700 Litern pro Stunde haben. Würde man noch ein drittes Filterrohr dazu nehmen, dann wären es sogar 5.550 Liter.

Mein Tipp: Der Standardfall sind zwei Filterrohre mit insgesamt 2 Meter Länge und das ist auch meine Empfehlung. Mit 3.700 Litern Wasser pro Stunde hat man damit, auch wenn man eine umfangreiche Gartenbewässerung betreiben möchte, mehr Wasser als notwendig. Diese Kapazität kann man kaum ausschöpfen. Daher braucht man über ein drittes Filterrohr, welches das Abteufen zusätzlich erschwert, da man dann einen Meter weiter in die Erde muss, nicht wirklich nachdenken.

Bei den Filterrohren gibt es dann noch die Entscheidung bezüglich Filter-Schlitzweite zu treffen. Also, ob die Filterschlitze schmäler oder breiter ausgeführt sind. Eine kleinere Schlitzweite hat den Vorteil, dass der Filter auch sehr feinen Sand am Eindringen in den Brunnen hindert. Mit einer größeren Schlitzweite erhöht sich im Gegenzug die Wasserkapazität des Filterrohres. Mein Rechenbeispiel mit 1.850 Litern gilt für ein Filterrohr mit der kleinsten angebotenen Filter-Schlitzweite von 0,3 Millimetern. Würde man stattdessen ein Filterrohr mit 0,5 Millimetern Filterschlitzweite verwenden, dann stiege die Kapazität auf 2.300 Liter pro Stunde.

Mein Tipp: Wenn Sie nicht einen wirklich guten Grund haben zu einer größeren Filterschlitzweite zu greifen, dann bleiben Sie beim kleinsten 0,3 Millimeter Filter! Damit sind Sie auf der sicheren Seite und die Wasserkapazität ist noch immer sehr gut. Nur wenn man wirklich gut über die Bodenbeschaffenheit unterhalb des Grundwasserspiegels Bescheid wüsste und sich absolut sicher wäre, dass es dort nur sehr groben Sand gibt, könnte man über einen größeren Filter nachdenken. In der Praxis wird man dieses detaillierte Wissen selten haben, womit dann die 3 Millimeter die richtige Wahl sind.

Filterrohre bei Amazon:

Und bei Ebay:
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Sumpfrohr

Der zusätzliche Einbau eines Sumpfrohres ist optional. Das Sumpfrohr ist von der Machart her ein ganz normales Brunnenrohr. Es wird an der tiefsten Stelle des Brunnens, noch unterhalb der Filterrohre („im Sumpf“) eingebaut und hat zwei Zwecke:

  • Im Sumpfrohr wird nach vollendeter Bohrung der Brunnen mit Tonpellets nach unten hin verschlossen, um das Eindringen von Feinsand zu verhindern.
  • Das Sumpfrohr an vorderster Stelle verleiht dem Brunnenrohr beim Abteufen mehr Stabilität als mit den durch die Schlitzung weniger stabilen Filterrohren. Das ist ein umso größerer Vorteil, sollte es beim Brunnenbau zu Problemen kommen und der Einsatz von Hilfsmitteln wie „Fallmeißel“ oder „Steinzertrümmer“ notwendig werden. Diese erzeugen extreme Kräfte im Rohr, die zu einem Auseinanderbrechen des Filterrohres führen könnten.

Ein theoretischer Vorteil wäre auch noch, dass man im Fall der Fälle, wenn es oberhalb des Filterbereichs aus irgendwelchen Gründen nicht möglich sein sollte, eine Tiefbrunnenpumpe notfalls als zweitbeste Lösung im Sumpfrohr positionieren könnte.

Der Nachteil der Nutzung eines Sumpfrohres ist, dass man das Brunnenrohr um die Länge des Sumpfrohres tiefer teufen muss.

Mein Tipp: Ich empfehle den Einbau eines halben Meter langen Sumpfrohres. Das reicht für den angestrebten Zweck vollkommen aus und man muss damit keinen ganzen, sondern nur einen halben Meter tiefer teufen. Dazu kauft man ein normales Brunnenrohr, schneidet es bei einem halben Meter ab und schneidet unten das Außengewinde weg (da sonst unstabil beim Abteufen). Das verbliebene Halbmeterstück kann man beim Plunschen sehr gut an oberster Stelle des Rohres verwenden, um zu erreichen, dass das Rohr nicht so weit aus dem Bohrloch heraussteht. Dazu mehr weiter unten.

Schneidschuh

Auf dem abschließenden Sumpfrohr oder Filterrohr kann man optional noch einen Schneidschuh (Ebay Link) montieren. Dabei handelt es sich um einen massiven, scharfkantigen Edelstahlmantel, in den das Ende des Rohres wie in einen Schuh hineingestellt und mit Schrauben befestigt wird. Durch den Scheideschuh bekommt das Rohr zusätzliche Stabilität und lässt sich aufgrund der scharfen Kante leichter abteufen. Die Kante stellt zudem einen wesentlichen Vorteil dar, wenn man auf eine Tonschicht treffen sollte, da sie diese ausstanzt. Eine zusätzliche, größere Teuftiefe verursacht der Schneidschuh nicht, da er das vorhandene Rohr nicht verlängert, sondern nur ummantelt. Bevor der Schneidschuh montiert wird, ist das Außengewinde des Rohrs abzuschneiden, da der Schuh sonst nicht auf das Rohr passt.

Das Brunnenrohr wird in den Schneidschuh „einsteckt“ und anschließend mit Schrauben montiert

Brunnenrohr mit Übergangsmuffe oder Glattwandbrunnenrohr

Die traditionell am Markt angebotenen Brunnenrohre haben an den Verbindungsmuffen einen etwas größeren Durchmesser als am Rest des Rohres. Das ist beim Abteufen ein gewisser Nachteil, da diese Verbindungsstellen einen Widerstand darstellen, der zusätzlich überwunden werden muss. Als Alternative dazu werden Glattwandbrunnenrohre angeboten, die über die gesamte Rohrlänge den gleichen Durchmesser haben. Diese zwei Brunnenrohrtypen kann man nicht mischen. Die Glattwandbrunnenrohre werden auch als Rohre mit TNA-Gewinde, jene mit Übergangsmuffe als Rohre mit Trapezgewinde bezeichnet.

Mein Tipp: Wenn Sie die Möglichkeit haben, dann greifen Sie zu den Glattwandbrunnenrohren! Diese sind ausreichend stabil und man erleichtert sich das Abteufen.

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Und alternativ wieder bei Ebay:
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Fazit Brunnenlänge: Bei Verwendung der empfohlenen 2 Meter Filterrohre und des 1/2 Meter Sumpfrohres ergäbe sich eine Gesamtbrunnenlänge von Grundwasserspiegel + 5 1/2 Meter.

Bei einem Grundwasserbeginn bei 7 Metern wären das also zum Beispiel 12 1/2 Meter Gesamtlänge. Nach dem halben Meter Sumpfrohr und den 2 Metern Filterrohr werden unterhalb des Grundwasserspiegels noch 3 weitere Meter Brunnenrohr verbaut. 1 Meter davon ist notwendig, da die Tiefbrunnenpumpe nicht im Filterbereich, sondern 1 Meter darüber montiert werden muss (die starke Sogwirkung könnte sonst langfristig dafür sorgen, dass sich feiner Sand vor dem Filter anlagert und die Durchlässigkeit sinkt). 2 weitere Meter sind eine Sicherheitsreserve, damit die Pumpe nicht im Trockenen steht, für den Fall dass sich das Grundwasser später einmal absenken sollte. Eine Tiefbrunnenpumpe ist knapp 1 Meter lang, damit bleiben oberhalb der Pumpe 1 Meter Reserve. Möchte man mehr Reserve, dann wäre das noch dazuzurechnen. Die Strecke oberhalb des Grundwasserspiegels bis zur Erdoberfläche wird ebenfalls mit Brunnenrohren bestückt.

Bei einem Grundwasserbeginn bei 7 Metern sähe der Aufbau demnach folgendermaßen aus:

Bohrbrunnen mit 10 Meter Brunnenrohr, 2 Meter Filterrohr und 1/2 Meter Sumpfrohr

Plunscher oder Kiespumpe kaufen

Wie schon weiter oben beschrieben, wird ab Grundwasserbeginn nicht mehr mit einem Bohrer, sondern mit einem Plunscher oder einer Kiespumpe weiter gegraben.

Im Anschluss eine Beschreibung von Plunscher und Kiespumpe und inwieweit sich diese unterscheiden:

  • Plunscher: Der Plunscher besteht aus einem langen, schweren Metallrohr, an dessen Unterseite eine bewegliche Gummiklappe angebracht ist. Er wird an einem Seil ins Bohrloch herabgelassen. Das letzte Stück lässt man den Plunscher auf den Boden fallen und zieht ihn dann schnell ruckartig wieder zurück. Durch diese Plunschbewegung öffnet sich zuerst die Gummiklappe und durch die Sogwirkung wird Bohrgut in den Plunscher gezogen. Durch das ruckartige Zurückreißen verschließt sich die Klappe wieder und das Bohrgut kann nicht mehr aus dem Plunscher entweichen. Diesen Vorgang wiederholt man ein paar mal, zieht den gefüllten Plunscher dann wieder hoch und entleert ihn. Durch das Hereinziehen des Bohrguts vom Boden des Bohrlochs rutscht das Brunnenrohr sukzessive weiter nach unten.
  • Kiespumpe: Eine Kiespumpe entspricht vom Aufbau her zu 90% einem Plunscher, jedoch mit einem zusätzlichen Kolben samt Kolbenstange. Die Kiespumpe wird nicht auf den Boden fallen gelassen, sondern dort langsam abgesetzt. Anschließend wird durch ruckartiges Ziehen am Seil die Kolbenstange schnell nach oben bewegt. Die Gummiklappe am Boden der Kiespumpe öffnet sich und durch den vom Kolben erzeugten Unterdruck wird Bohrgut in die Pumpe gesogen. Das wird wie zuvor ein paar mal wiederholt und dann die Pumpe heraufgeholt und ausgeschüttet.

Mein Tipp: Ich würde in jedem Fall zur Nutzung einer Kiespumpe raten. Die kostet zwar in etwa doppelt so viel wie ein Plunscher, sie erleichtert die Arbeit aber deutlich. Ungeübte tun sich damit wesentlich leichter. In weiterer Folge beschreibe ich daher auch das Arbeiten mit einer Kiespumpe.

Der Plunscher bzw. die Kiespumpe muss etwas kleiner als der Brunnenrohrdurchmesser sein, damit sie in das Brunnenrohr herabgelassen werden können. Für das empfohlene 115 mm Rohr (4 1/2 Zoll) passt ein 108 mm Plunscher bzw. eine 108 mm Kiespumpe.

Plunscher und Kiespumpen bei Amazon:

Ein noch umfangreicheres Angebot und mit etwas Glück auch gebrauchte Stücke gibt es bei Ebay:
Kiespumpen und Plunscher bei Ebay

Dreibein oder lange Leiter besorgen

Theoretisch kann man den Plunscher oder die Kiespumpe auch einfach am Brunnenrohr stehend per Hand ins Rohr herunter lassen, plunschen und dann wieder hochziehen. Das ist in der Praxis aber so so gut wie undurchführbar, da man so kaum Kraft aufbringen kann und einem nach spätestens 20 Minuten die Luft ausgeht und der Rücken weh tut. Daher benötigt man eine hohe Vorrichtung, an der man den Plunscher bzw. die Kiespumpe ökonomisch und kraftsparend aus dem Rohr ziehen kann.

Dazu eignet sich ein Dreibein, das man aus Eisenstangen oder Holz selbst bauen kann, Bauanleitungen findet man im Internet. Oder alternativ eine hohe zweiteilige Leiter (Amazon Link). Diese hat den Vorteil weniger sperrig zu sein und dass man sie auch nach dem Brunnenbau noch für andere Dinge nutzen kann. Für ein Dreibein hat man später zumeist wenig Verwendung.

Weitere für das Plunschen notwendige Hilfsmittel besorgen

Sowohl das Dreibein als auch die zweiteilige Leiter werden dann noch mit einer Umlenkrolle (Amazon Link) versehen, die sich zumindest 3 Meter über die Erdoberfläche befinden sollte. Außerdem braucht man noch einige Meter stabiles Seil zum Herablassen/Herausziehen der Kiespumpe und einen Karabiner um das Seil sicher an der Kiespumpe zu befestigen.

Holzzange

Nun benötigt man nur mehr eine Hilfsvorrichtung, um das Brunnenrohr beim Plunschen mit Gewicht zu versehen. Damit das Rohr nach unten rutscht ist die Belastung mit einem Gewicht von mehreren 100 Kilo notwendig. Dazu sind spezielle Holzzangen in unterschiedlicher Größe bei Amazon bzw. Ebay erhältlich. Diese werden an das Brunnenrohr angeklemmt so dass sich eine Stellfläche ergibt, auf der man das Gewicht anbringen kann. Als Gewicht eignen sich sehr gut Dinge, die eine geringe Fläche benötigen und trotzdem viel wiegen.

Bevor man die Holzzange kauft, sollte man sich bereits überlegen, was man später als Gewicht verwenden möchte, damit man diese in der passenden Größe kauft. Beispiele für mögliche Gewichte sind Betonplatten, Schottersäcke, mit Erde gefüllte Kübel oder Mörtelwannen, oder mit Wasser gefüllte Behälter. Diese müssen nicht nur schwer sein, sondern auch auf der Zange stabil stehen. Am Anfang des Plunschens kann man theoretisch auch einfach jeweils eine Personen links und rechts auf der Zange stehen lassen. Mit zunehmender Tiefe reicht das dann nicht mehr aus, da Gewichte bis zu 400 Kilogramm benötigt werden, in Ausnahmefällen sogar bis zu 600. So eine Holzzange selbst zu basteln wäre auch möglich. Habe ich auch schon selbst gemacht und ist nicht allzu schwer, zahlt sich bei dem überschaubaren Preis für eine fertige Holzzange aber eigentlich nur mehr aus, wenn man überschüssiges Baumaterial zu Hause hat oder wenn man die Holzzange besonders groß ausführen möchte.

So sieht eine Holzzange aus

Brunnenrohr zusammenbauen und ins Bohrloch stellen

Als nächster Schritt wird das Brunnenrohr zusammengebaut und in das Bohrloch gestellt.

Das Zusammenbauen erfolgt in der Reihenfolge, in der man es sich im vorherigen Punkt überlegt hat. Also zuerst das Sumpfrohr, wenn eines verwendet wird, dann die Filterrohre und dann die normalen Brunnenrohre. Die einzelnen Rohre werden einfach per Hand an den Gewindeverbindungen zusammengeschraubt, die Außengewinde zeigen dabei immer nach unten. Das Außengewinde vom untersten Rohr wird abgeschnitten, da es beim Plunschen leicht brechen könnte. Zwischen den einzelnen Rohren darf kein Spalt verbleiben. Anders als beim Rammbrunnen wird kein Dichtmaterial wie Hanf verwendet.

Das Außengewinde am untersten Rohr gehört abgeschnitten. Das geht zum  Beispiel durch Bohren eines kleinen Lochs und anschließendes Absägen mit der Stichsäge.

Anschließend an das Sumpfrohr und die Filterrohre werden so viele normale Brunnenrohre verschraubt, wie erforderlich sind, damit die zusammengeschraubte Rohrstrecke die Länge des Bohrloches leicht überragt. Anschließend wird die Rohrverbindung aufgestellt und vorsichtig in das Bohrloch gestellt. Da das lange Rohr nicht so leicht zu handhaben ist, sollte man sich dabei am besten von einem Zweiten helfen lassen.

Kontrolliertes Hinunterlassen des Brunnenrohres in das Bohrloch

Ist das Bohrloch zu tief, um das Brunnenrohr auf einmal in das Loch zu stellen, dann muss die Montage der Rohrverbindung in mehreren Etappen über dem Bohrloch erfolgen. Das benötigt besondere Achtsamkeit, damit einem die bereits ins Loch eingestellte Rohrverbindung, die bis zur Beendigung der Montage die ganze Zeit über gehalten werden muss, währenddessen nicht aus den Händen rutscht und ins Loch entwischt.

Dreibein, Seilzug und Holzzange installieren

Sobald das Brunnenrohr im Loch steht, wird das Dreibein oder die zweiteilige Leiter so oberhalb des Bohrlochs aufgebaut, dass sich der Giebel über dem Bohrloch befindet. An diesem wird nun die Umlenkrolle befestigt und das Seil durch die Rolle gefädelt. An das Ende des Seils wird mit Hilfe eines Karabiners die Kiespumpe befestigt. Möchte man sich das Plunschen noch komfortabler gestalten, kann man optional einen elektrischen Seilzug (Amazon Link) benutzen.

Tipp: Machen Sie sich am Seil Markierungen, anhand welcher Sie später ablesen können, wie tief die Kiespumpe im Loch ist. Legen Sie dazu die Kiespumpe so auf, dass der Kolben eingefahren ist, spannen Sie das daran angebundene Seil und messen Sie vom Boden der Kiespumpe weg am Seil entlang. Es reicht, wenn Sie die erste Markierung an jener Stelle machen, die der Tiefe bis zum Grundwasserbeginn entspricht, also jener Tiefe mit der das Plunschen beginnt. Arbeiten Sie z.B. mit unterschiedlichen Farbmarkierungen für jeden Meter und machen Sie dazwischen alle 20 Zentimeter weitere Markierungen. Schreiben Sie sich auf, welche Farbe den Beginn welcher Metermarke bedeutet.
Markieren Sie optional in gleicher Weise auch die noch verbliebenen Brunnenrohre. Das bringt Ihnen einerseits einen guten Überblick über die bereits erzielte Tiefe und andererseits können Sie anhand der Markierungen auch sehr exakt den Fortschritt beim Plunschen mitverfolgen. Das kann ein psychologischer Vorteil sein, wenn streckenweise nur wenig weitergeht.

Zu guter Letzt muss nun noch die Holzzange am Brunnenrohr befestigt werden. Das macht man ca. 10 bis 20 Zentimeter unterhalb des Rohrendes. Ist das aus dem Boden schauende Rohr zu kurz, so dass man mit der Rohrzange schon beinahe am Boden anstehen würde, dann ist vorab ein weiteres Rohrstück aufzuschrauben.

Aufbau fürs Plunschen: Zweiteilige Leiter, Holzzange, Aufladegewicht, Umlenkrolle, Seil, Kiespumpe

Hier kann man alternativ auch nur ein Halbmeterstück Rohr aufsetzen (gegebenenfalls jenes, das einem beim Zuschneiden des Sumpfrohres übrig geblieben ist). Das hat den Vorteil, dass man die Kiespumpe beim Herausheben aus dem Brunnenrohr nicht so hoch herausheben muss. Das gilt insbesondere, wenn das Dreibein oder die zweiteilige Leiter in der Höhe knapp bemessen wurden. Das Halbmeterstück würde dann in weiterer Folge bis auf Bodenniveau abgeteuft und dann durch ein Meterstück Rohr ersetzt, das somit wieder einen halben Meter aus dem Boden steht. Sobald dann das Meterstück bis auf Bodenniveau abgeteuft wurde, wird wieder das Halbmeterstück aufgesetzt usw. usf. Der kritische Punkt an dieser Methode ist es, das Halbmeterrohr nach Abteufen dann auch wieder ohne Probleme abschrauben zu können. Denn durch das aufliegende Gewicht kann die Verschraubung sehr fest werden. Daher die Gewinde des Halbmeterstücks vorab am besten mit Vaseline einfetten und ganz oben ins Rohr zwei gegenüberliegende Löcher bohren, durch die man anschließend eine Gewindestange fädeln und so das Rohr mit größerer Hebelwirkung wieder lösen kann.

Für den Anfang kann man einmal ca. 100 Kilo auf die Rohrzange aufladen.

Nun wird geplunscht

Wenn nun das Brunnenbohr im Loch steht und die Arbeitshilfen installiert sind, kann mit dem Plunschen begonnen werden.

Wenn man über einen ins Brunnenrohr passenden Bohrkopf verfügt, dann sollte man zuerst noch eine Weile mit dem Brunnenbohrer im Rohr bohren und so noch einige Zentimeter Tiefengewinn herausholen. Natürlich schon mit Auflast auf dem Rohr. Das hat den Vorteil, dass das Rohr schon einige Zentimeter im Wasser steht, wenn man mit dem Plunschen beginnt und man so weniger lange oder auch gar nicht Wasser zuführen muss.

Mit einem kleineren Bohrer kann man noch einige Zentimeter im Rohr weiterbohren

Alternativ dazu beginnt man gleich mit dem Plunschen. In dem Fall muss Fremdwasser von außen ins Rohr zugeführt werden, da das Plunschen nur funktioniert, wenn die Kiespumpe in ausreichend hohem Wasser steht. Dazu hängt man am einfachsten einen Gartenschlauch ins Brunnenrohr und dreht ihn ordentlich auf.

Nun wird die Kiespumpe kontrolliert ins Rohr hinuntergelassen, bis sie am Boden ansteht und kurz gewartet, bis der Kolben vollständig in die Kiespumpe eingesunken ist. Dann wird kräftig am Seil gezogen und der Kolben somit ruckartig nach oben bewegt und ein Wasser-Bohrgut-Gemisch in die Kiespumpe gesogen. Nun wartet man wieder ein paar Sekunden bis der Kolben wieder absinkt und wiederholt den Plunschvorgang dann ein paar mal.

Beim Plunschen ist ein kurzes, kräftiges Ziehen am Seil ideal

Durch das in die Pumpe ziehen des Bohrguts entsteht unterhalb der Pumpe kurzfristig ein leerer Raum und das Brunnenrohr rutscht tiefer. Voraussetzung dafür ist, dass genügend Gewicht auf dem Rohr lastet, das Rohr also stark nach unten drückt. Umso tiefer das Rohr bereits in die Erde geteuft wurde, umso größer sind die Reibungskräfte, die seitlich auf das Rohr wirken und das Nach-unten-rutschen erschweren. Mit zunehmender Tiefe muss daher sukzessive auch die Auflast auf der Holzzange erhöht werden.

Nach mehrmaligem Wiederholen des Plunschvorganges wird die Kiespumpe nach oben aus dem Rohr gezogen und das darin enthaltene Bohrgut und Wasser entleert. Die in der Kiespumpe enthaltene Bohrgutmenge gibt einem einen guten Anhaltspunkt, ob die angewandte Plunschtechnik schon gut passt. Man bekommt recht schnell ein Gefühl, auf welche Art und Weise das Plunschen effizient funktioniert und kann seine Plunschtechnik dementsprechend anpassen.

Ausleeren des Bohrguts aus der Kiespumpe. Damit auch wirklich alles rausrutscht, kann man die Kiespumpe zusätzlich mit dem Wasserstrahl eines Gartenschlauchs leerspülen.

Wie lange dauert das Plunschen?

Das hängt sehr stark von den Bodenverhältnissen ab. Im Web findet man teils Videos, in denen das Rohr in einem einzelnen Plunschvorgang 30 Zentimeter nach unten rutscht und in wenigen Stunden mehrere Meter Rohr abgeteuft werden. Das entspricht nicht meinen persönlichen Erfahrungen. Andererseits liest man aber auch verzweifelte Berichte von Brunnenbauprojekten, bei denen es an einem ganzen Tag keine 20 Zentimeter weiter geht.

Nach meinen Erfahrungen geht es anfangs recht flott dahin, da auf das Rohr noch wenig seitliche Beharrkräfte wirken, den ersten halben oder ganzen Meter kann man also zumeist recht schnell schaffen. Dann geht es wesentlich zäher dahin, ganz wichtig ist es, immer ausreichend Gewicht aufzuladen. Wenn es mit dem aufgeladenem Gewicht nicht so recht funktioniert, einfach dazwischen einmal ausprobieren, beim Plunschen eine zusätzliche Person mit auf die Holzzange zu stellen. Geht es dann besser, dann ist zu wenig Gewicht im Spiel und die Last auf die Holzzange muss erhöht werden.

Nach meiner Erfahrung ist an einem Arbeitstag ein Fortschritt von 1 bis 1,5 Metern realistisch. Auf jeden Fall muss man für das Plunschen also mehrere Arbeitstage einkalkulieren, ich kenne niemanden, der das an einem Tag geschafft hätte. Wie lang es dann tatsächlich dauert hängt davon ab, ob außertourliche Probleme auftreten, siehe nächster Punkt.

Probleme beim Plunschen

Die Probleme, die beim Plunschen auftreten können, überschneiden sich teilweise mit jenen beim Vorgraben. Im Anschluss eine Übersicht:

Ein großer Stein versperrt den Weg

Wie schon beim Vorbohren ist das auch beim Plunschen das am häufigsten vorkommende Problem. Auch eine Kiespumpe ist in der Lage, Steine bis zu einer bestimmten Größe aufzunehmen, limitierender Faktor ist dabei jedoch die Gummiklappenöffnung am Boden der Pumpe. Durch diese muss der Stein durch, um in der Kiespumpe zu landen und damit aus dem Weg geräumt zu werden. Gelingt das nicht, gibt es folgende Lösungsmöglichkeiten:

  • Man probiert es hartnäckig weiter bis der Stein doch noch in die Kiespumpe gesogen wird, oder sich zumindest in der Gummiklappenöffnung so verhakt, dass er außen an der Pumpe steckend aus dem Bohrloch gezogen werden kann.
  • Man greift alternativ wieder zum Bohrgestänge und versucht sein Glück mit einem auf die benötigte Länge verlängerten Brunnenbohrer. Man bohrt also im Wasser und versucht den Stein auf die Bohrschaufel zu bekommen oder unterhalb des Rohres auf die Seite zu schieben. Der Bohrkopf muss dabei eine Dimension haben, die in das Rohr passt.
  • Man baut sich für das Bohrgestänge einen Greifer und holt den Stein damit gezielt aus dem Loch. Damit ist eine Vorrichtung gemeint, mit der man den Stein gezielt „fischen“ kann (siehe Punkt „Hindernisse beim Vorgraben“)
  • Man greift auf einen „Steinzerstörer“ zurück (siehe ebenfalls Punkt „Hindernisse beim Vorgraben“)
  • Im schlimmsten Fall kann man das Bohrloch natürlich auch an diesem Punkt noch aufgeben und sein Glück an anderer Stelle probieren. In dem Fall müssten die Brunnenrohre zB. mit einem Kettenzug oder einem Wagenheber gezogen werden.

Man stößt auf eine Lehm- bzw. Tonschicht

Die Kiespumpe funktioniert auf einem Lehm- bzw. Tonboden nicht und somit ist kein weiterer Tiefengewinn mehr möglich. Es gibt folgende Lösungsmöglichkeiten:

  • Man montiert irgendetwas mit scharfen Kanten am Bohrgestänge und rauht damit den Ton- bzw. Lehmboden auf
  • Man besorgt sich einen speziellen Edelmann oder Riverside Bohrer und bohrt damit die Lehmschicht an
  • Den aufgelockerten Boden pluntscht man anschließend mit der Kiespumpe heraus
  • Das wiederholt man dann abwechselnd und gelangt so schrittweise tiefer
  • Ein Problem ist, dass man mit dem Bohrgestänge nur im Inneren des Rohres bohren kann, der Rand des Rohres steht somit weiterhin auf der zähen Ton- bzw. Lehmschicht. Hier ist unbedingt auf genügend Auflast am Rohr zu achten, damit das Rohr den Rand nach unten durchdrückt. Noch bessere Karten hat man bei Verwendung eines Schneidschuhes (Ebay Link), da dieser mit seiner scharfen Unterkante den Rand richtiggehend durchstanzt. Ganz schlechte Karten hat man, sollte man trotz aller Warnungen KG-Rohr verwendet haben, denn dieses wäre für die nun notwendige hohe Auflast sehr schlecht geeignet und die Gefahr groß, dass es unter dieser zerbräche.

Die Kiespumpe hat sich am Boden festgesaugt

Das kann passieren, wenn man auf einem lehmigen, tonigen oder sehr feinsandigen Boden plunscht. Lässt man die Kiespumpe zu lange an einer Stelle stehen, dann kann sich der Boden wie Klebestoff verhalten und die Pumpe saugt sich am Boden fest und lässt sich nicht mehr nach oben ziehen. Es gibt folgende Möglichkeiten, das Problem zu lösen.

  • Man setzt das Seil unter Spannung bis sich die Pumpe löst. Dabei sind Hilfsmittel wie ein Kettenzug oder eine Seilwinde von Vorteil, die normale Körperkraft ist zumeist nicht ausreichend.
  • Wenn das nicht funktioniert, kann man auch noch versuchen, das Seil unter Spannung zu setzen und über Nacht gespannt zu lassen. Mit etwas Glück löst sich der Widerstand der Pumpe mit der Zeit.
  • Wenn das auch nicht geht, ist es eine weitere Option zu versuchen, die Kiespumpe mit dem Bohrgestänge (+ Aufsatz) zu bewegen und zu hoffen, dass sie sich dadurch löst.
  • Man kann auch probieren, einen Haken an das Bohrgestänge zu machen und damit versuchen die Kiespumpe zu angeln. Anschließend probieren die Pumpe mit (ruckartigem) Ziehen des Bohrgestänges zu lösen
  • Vorletzte Option: Das Seil der Kiespumpe am Brunnenrohr befestigen, die Auflast entfernen und dann das Brunnenrohr ein kleines Stückchen ziehen und hoffen dass das die Blockade beseitigt
  • Letzte Option: Brunnenrohr ziehen, Kiespumpe aufgeben und sein Glück an anderer Stelle noch einmal probieren

Hinweis: Diese Gefahr besteht wie geschrieben nur bei bestimmten Arten von Boden. Merkt man, dass es sich um einen solchen Boden handelt, kann man das Risiko verkleinern, indem man die Kiespumpe zwischen den Plunschversuchen immer wieder mit dem Seil leicht anhebt. Eine andere Möglichkeit ist es, vor dem Herablassen der Pumpe ein paar Handvoll Mutterboden ins Rohr zu schmeißen. Die Pumpe setzt dann nicht am feinen Boden, sondern am Mutterboden auf und saugt sich damit nicht fest. Beim Einsaugen des Mutterbodens saugt man dann auch den Feinsand mit in die Kiespumpe ein.

Die Kiespumpe hat sich unter dem Brunnenrohr verhakt

Das äußert sich genauso wie das zuvor beschriebene Problem darin, dass die Pumpe nicht mehr hochgezogen werden kann. Daher werden diese 2 Probleme auch gerne verwechselt. Um welches der beiden Probleme es sich handelt findet man heraus, indem man nachmisst wie tief man das Brunnenrohr bereits abgetäuft hat und wie tief die Kiespumpe steht. Idealerweise hat man sich dazu bereits vor Beginn der Arbeiten Markierungen an Seil und Rohr gemacht, wie einige Punkte zuvor beschrieben. Zeigen die Messungen, dass die Kiespumpe unter der Unterkante vom Brunnenrohr steht, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie unter das Rohr gekommen ist und von diesem unten festgehalten wird. Diese Problem entsteht, wenn man beim Plunschen zu wenig Auflast verwendet. Das Rohr rutscht dann nicht schnell genug nach und die Kiespumpe überholt das Brunnenrohr. Um das auszuschließen, sollte man dazwischen immer wieder einmal nachmessen, ob noch alles passt!

Links befindet sich die Kiespumpe in korrekter Position (oberhalb des Brunnenrohres), rechts hat die Kiespumpe das Brunnenrohr überholt (= falsch!)

Und das hier kann die Folge sein: Die Kiespumpe verklemmt sich unterhalb des Rohres und kann nicht wieder hochgezogen werden.

Ist der Schaden eingetreten, kann man ihn folgendermaßen reparieren:

  • Im Prinzip gelten hier die gleichen Tipps wie zuvor bei der festgesaugten Pumpe, wobei hier der Tipp mit dem stückchenweisen Ziehen der Kiespumpe der aussichtsreichste ist. Allerdings nur ganz sanft, damit man die Kiespumpe dabei nicht verschüttet!

Die Kiespumpe ist ins Brunnenrohr gefallen

Man will es nicht für möglich halten, aber auch das kann passieren. Und zwar dann, wenn man übersieht an der Kiespumpe zwischendurch immer wieder einmal zu kontrollieren, dass die Muttern noch alle fest sitzen. Dann kann sich, wie ich aus eigener Erfahrung weiß, bei den ruckartigen Plunschbewegungen der Kolben von der restlichen Pumpe trennen und beim Herausziehen hängt dann nur mehr der Kolben am Seil. Wie lässt sich die Kiespumpe retten?

Brunnenboden verschließen

Sobald man das Brunnenrohr auf die anvisierte Tiefe abgeteuft hat und noch bevor man mit dem Klarpumpen beginnt, sollte man den Brunnen von unten verschließen. Das tut man um zu vermeiden, dass von unten Sand in den Brunnen eindringt und sich am Boden ablagert. Zum Verschließen verwendet man am besten Tonpellets, die man in einem Strumpf am Brunnenboden platziert. Dazu kann man sich mit der Kiespumpe oder mit dem Bohrgestänge behelfen oder mit sonst einem Behelf, mit dem man den Strumpf kontrolliert in das Rohr bis zum Boden gleiten lassen kann. Nachdem der Quellstopfen am Boden platziert wurde, quellen die Tonpellets auf und verschließen damit den Brunnenboden. Das kann je nach Produkt einige Stunden dauern, anschließend ist der Boden sicher verschlossen.

Das Platzieren in einem Strumpf hat den Vorteil, dass man den Quellstopfen, sollte es einmal notwendig sein, leichter wieder herausbekommt. Man kann hier auf fertige Quellstopfen aus dem Brunnenfachhandel zurückgreifen, die passend für unterschiedliche Rohrgrößen angeboten werden, oder man kauft ein paar Kilo Tonpellets (für ein 4 Zoll Rohr in etwa 5 kg) und baut sich den Quellstopfen selbst zusammen. Dazu kann man gewöhnliche Damenstrumpfhosen verwenden, von denen man die Beine abschneidet. Ins Strumpfbein werden dann die Tonpellets in passender Rohrbreite eingefüllt und der Strumpf oben zusammengebunden. Damit das stabil hält, nimmt man 4 Strumpfbeine übereinander. Es müssen also 2 Strumpfhosen daran glauben. Detailliert nachzulesen ist die Bauanleitung auf der Webseite des Brunnenbau-Forums.

Das Verschließen kann man sich ersparen, wenn man das Abteufen auf einer Ton- oder Lehmschicht beendet hat, der Boden also auf natürliche Weise undurchdringbar ist.

Ein Quellstopfen verschließt den Boden des Brunnenrohres

Brunnen klarpumpen

Das Klarpumpen des Brunnens hat zwei Zwecke:

  • Im Brunnenrohr vorhandenen Sand zu entfernen
  • Den außerhalb des Brunnenrohrs gelegenen Bereich um den Brunnenfilter zu entwickeln

Da das Wasser anfangs noch sehr verschmutzt sein kann und die gewöhnlichen Tiefbrunnenpumpen bzw. Saugpumpen dafür nicht ausgelegt sind, sollte man das Abpumpen zu Beginn mit einer robusten, billigen und für Schmutzwasser geeigneten Behelfspumpe („Opferpumpe“) beginnen. Sonst läuft man Gefahr, dass man sich die teure Hochleistungspumpe durch den hohen Sandanteil ruiniert. Bei der Saugpumpe ist diese Problematik etwas kleiner, da man einen Vorfilter benutzen kann, den das Wasser durchläuft, bevor es zur Pumpe kommt. Aber auch hier ist die Nutzung einer Opferpumpe der sichere Weg.

Als Pumpen fürs Grobe eignen sich zum Beispiel Membranpumpen. Diese haben eine viel geringere Leistung als die Pumpe, die man später benötigt und sind zudem sehr laut. Dafür sind sie vergleichsweise billig und halten viel aus. Also der perfekte Kandidat für diesen Job. Beim Kauf ist darauf Acht zu geben, dass die Pumpe für den Schmutzwassereinsatz in benötigter Tiefe geeignet ist und von der Dimension her ins Brunnenrohr passt.

Beispiele für Membranpumpen bei Amazon:

Eine Alternative dazu sind die mittlerweile erschwinglich gewordenen Hochleistungs-Tiefbrunnenpumpen mit besonders hoher Sandverträglichkeit. Diese halten bis zu 5% Sandanteil im Wasser aus.

Sandverträgliche Tiefbrunnenpumpen bei Amazon:

Pumpe installieren

Nach Beendigung des Klarpumpens kann man nun die für den laufenden Betrieb vorgesehene Pumpe fix installieren. Bei Grundwassertiefen bis 7 Metern ist es möglich, eine Saugpumpe zu verwenden. Diese wird oft auch als Jet-Pumpe oder Kreiselpumpe bezeichnet. Bei Tiefen über 7 Metern muss hingegen eine Tiefbrunnenpumpe verwendet werden. Im Blogbeitrag zur Auswahl des richtigen Pumpentyps finden Sie weitere Informationen, welche Arten von Pumpen es gibt und auf was bei Auswahl der Pumpe zu achten ist.

Genau genommen: Diese 7 Meter Maximaltiefe beziehen sich immer auf die Differenz zwischen Grundwasserbeginn und Standort der Pumpe (= Ansaughöhe). Beginnt also zum Beispiel das Grundwasser in 7 Metern Tiefe, die Pumpe steht aber nicht auf der Erdoberfläche, sondern in einer in die Erde gegrabenen Brunnenstube, in 1 Meter Tiefe, dann beträgt die Ansaughöhe der Pumpe nur 6 Meter. Somit ist – wenn die Pumpe unterhalb der Erdoberfläche platziert wird – eine Saugpumpe auch für Grundwassertiefen über 7 Metern möglich. Für die Berechnung der Ansaughöhe ist es irrelevant wie weit der Schlauch ins Grundwasser ragt, es wird immer von der Wasseroberfläche weg gemessen. Lt. Herstellerangaben sind Saugpumpen theoretisch sogar für Ansaughöhen bis 9 Metern einsetzbar, die Wasserdurchflussmenge wäre hier aber so gering, dass ein Einsatz keinen Sinn macht, daher gebe ich hier auf der Seite die sinnvolle Grenze mit 7 Metern an.

Installation Saugpumpe

Die Saugpumpe wird oben auf der Erdoberfläche platziert und saugt das Wasser von dort aus dem Brunnen an. Dazu wird an der Saugseite der Pumpe ein Saugschlauch in 1 Zoll Dimension verschraubt und in das Brunnenrohr gehängt . Der Saugschlauch hat am Ende des Schlauches ein Rückschlagventil und einen Saugkorb verbaut. Das Rückschlagventil sorgt dafür, dass das Wasser nach Abstellen der Pumpe im Schlauch stehen bleibt, der Saugkorb verhindert, dass größere Teile eingesaugt werden.

Auch wenn es hier nicht ganz so heikel ist wie bei einer Tiefbrunnenpumpe, sollte auch bei einer Saugpumpe das Ende des Saugschlauchs nicht im Filterbereich des Brunnen hängen, sondern 1 Meter darüber. Der Saugschlauch ist dementsprechend in der passenden Länge zu verwenden.

Zusätzlich benötigt man noch einen Vorfilter (Amazon Link), der Verunreinigungen ausfiltert bevor sie in die Pumpe gelangen können. Dieser ist in manchen Pumpen bereits mit enthalten.

In fast allen Fällen wird man auch noch einen zusätzlichen Druckschalter, auch Durchflussschalter, Druckwächter oder Presscontrol genannt, benötigen. Dieser wird auf der Druckseite der Pumpe montiert und sorgt dafür, dass diese automatisch anläuft, sobald eine Verbrauchsstelle geöffnet wird, also zB. wenn man die automatische Bewässerung aktiviert, oder wenn man das Ventil der Schlauchspritze öffnet. Wird die Verbrauchsstelle wieder geschlossen, also die Bewässerung beendet bzw. die Schlauchspritze geschlossen, dann schaltet der Druckschalter auch die Pumpe wieder ab. Die sehr unkomfortable Alternative zu so einem Druckschalter wäre es, die Pumpe jedes mal manuell aufzudrehen, wenn man Wasser benötigt und dann auch manuell wieder abzuschalten. Eine um einen Druckschalter erweiterte Gartenpumpe wird als Hauswasserautomat bezeichnet.

Saugpumpe mit integriertem Filter und aufgesetztem Druckschalter

Saugpumpen funktionieren mit Strom, man braucht daher beim Pumpenstandort einen Stromanschluss.

Um Wasser zu fördern, müssen Saugpumpen in der Regel angegossen werden. Am besten tut man das auch bei als „selbstansaugend“ verkauften Pumpen, die dieses Versprechen in der Praxis nach meiner Erfahrung zumeist nicht erfüllen. Dazu wird sowohl die Pumpe, als auch der Saugschlauch komplett mit Wasser gefüllt. Nun sollte die Pumpe nach Einschalten gleich Wasser fördern. Tut sie das nicht, hat man mit aller größter Wahrscheinlichkeit irgendwo noch eine Undichtheit. Um das zu vermeiden, sollte man alle Gewinde mit Teflonband (Amazon Link) oder Hanf (Amazon Link) und Fermit Dichtpaste (Amazon Link) eindichten. Bei Pumpen mit Kunststoffgewinden sollte kein Hanf verwendet werden!

Die Saugpumpe und alle weiteren Komponenten müssen vor der kalten Jahreszeit demontiert und eingewintert werden, den Saugschlauch kann man im Brunnenrohr belassen.

Welche Leistung bringt so eine Saugpumpe?

Das hängt natürlich stark von der gewählten Pumpe ab. Eine ganz gute Mittelklasse-Saugpumpe wie die Einhell GE-GP 9041 hat eine Nennleistung von 5 bar und eine nominelle Fördermenge von 4.000 Litern pro Stunde. Damit kann man in der Realität, bei Betrieb einer durchschnittlichen automatischen Gartenbewässerung mit 2,1 bar an den Regnern und etwa 0,7 bar Druckverlust auf dem Weg zu den Regnern, in etwa mit 1.300 bis 1.500 Litern tatsächlichem Wasserdurchfluss rechnen. Die noch eine Spur stärkeren Topmodelle schaffen noch ein kleines bisschen mehr meist bis zu 6 bar Druck und bis zu 6.000 Liter Wasserdurchfluss. Einige ganz wenige Saugpumpen werden mit noch einmal deutlich höheren Leistungsdaten von 9 bar bzw. rund 10.000 Litern Fördermenge angeboten. Wie viel davon diese dann wirklich auf den Boden bringen, hängt im Detail dann immer von der konkreten Pumpenkennlinie der Pumpe ab. Wie man die richtige Pumpe findet, erkläre ich in folgendem Blogbeitrag:

Blogbeitrag: Welche Leistung benötigt meine Pumpe?

Saugpumpen mit überdurchschnittlicher Leistung bei Amazon:

Ansauggarnituren bei Amazon:

Installation Tiefbrunnenpumpe

Die Tiefbrunnenpumpe wird im Brunnenrohr platziert und muss komplett im Wasser hängen. Sie darf dabei auf keinen Fall im Filterbereich des Brunnens hängen, sondern wird so platziert, dass die Unterkante der Pumpe 1 Meter über dem Filterbereich hängt. So ist gewährleistet, dass die Pumpe das Wasser nicht direkt aus den Filterschlitzen ansaugt, sondern das bereits im Rohr stehende Wasser verarbeitet.

Eine Tiefbrunnenpumpe wird direkt im Brunnenrohr platziert

Ein Tiefbrunnenpumpe muss verwendet werden, wenn die Ansaughöhe der Pumpe 7 Meter übersteigen würde. Das stellt die Grenze dar, ab der Saugpumpen nicht mehr funktionieren. Davon abgesehen gibt es folgende Gründe, auch bei Ansaughöhen unter 7 Metern bewusst lieber zu einer Tiefbrunnenpumpe zu greifen:

  • Eine Tiefbrunnenpumpe ist im Betrieb kaum zu hören (da die Geräuschentwicklung durch das Wasser gedämpft wird).
  • Mit einer Tiefbrunnenpumpe sind sehr hohe Leistungen möglich. Das betrifft sowohl die Wasser-Durchflussmenge als auch die Förderhöhe und hat damit zu tun, dass es für eine Pumpe prinzipiell ökonomischer ist, Wasser in die Höhe zu drücken, als es anzusaugen. Mit Tiefbrunnenpumpen werden auch mehrere hundert Meter tiefe Brunnen betrieben.
  • Eine Tiefbrunnenpumpe braucht in der kalten Jahreszeit nicht eingewintert werden, sondern kann dauerhaft im Brunnen verbleiben.

Eine Untergrenze, ab welcher Tiefe der Einsatz einer Tiefbrunnenpumpe möglich ist, gibt es in dem Sinn nicht, man kann optional immer zur Tiefbrunnenpumpe greifen. Es ist nur zu gewährleisten, dass die Pumpe komplett im Wasser hängt und der zuvor erwähnte Abstand zum Filterbereich eingehalten wird. Die günstigsten Tiefbrunnenpumpen kosten heute kaum noch mehr als Saugpumpen.

An die Tiefbrunnenpumpe werden folgende drei Dinge angeschlossen:

  • Ein PE-Rohr, in dem das Wasser nach oben fließt
  • Ein Stromkabel zur Versorgung der Pumpe mit Strom (in den meisten Pumpen bereits fix integriert, muss aber ggf. fachmännisch verlängert werden)
  • Ein Sicherungsseil, das die Pumpe hält

Warum verwendet man statt des PE-Rohres keinen Schlauch? Der Grund dafür ist die Steifigkeit des PE-Rohres. Beim Anspringen der Pumpe werden starke Kräfte frei. Ein PE-Rohr kann sich dabei anders als ein Schlauch nicht verdrehen.

Die Dimension des zu verwendenden PE-Rohres gibt der Pumpenanschluss vor, zumeist wird das ein 1 Zoll (32 mm) Anschluss sein. Ist auf der Druckseite der Pumpe die Bewässerungspipeline in kleinerer Dimension ausgeführt (3/4 Zoll), dann führt man das 1 Zoll Rohr am besten bis zur Ventilbox oder bis zum Bewässerungscomputer und fährt von dort dann mit der kleineren Dimension fort.

Das PE-Rohr wird in Rollen verkauft und da sich das Material aufgrund der langen Lagerung an diesen Zustand angepasst hat, ist es nach dem Auspacken krumm. Um es gerade zu bekommen, muss man es im ausgerollten Zustand im Garten in der Sonne ausbreiten. Gibt es gerade keine Sonne, kann man alternativ auch heißes Wasser in die Rohre füllen.

Das PE-Rohr wird mit einem Anschlussstück an das Gewinde der Pumpe angeschlossen. Bei Verwendung eines 1 Zoll PE-Rohres wird das normalerweise ein Anschlussstück 1 Zoll Außengewinde auf 32 mm sein.

PE-Rohre bei Amazon (PE-Rohre mit blauem Streifen sind trinkwassergeeignet):

Das PE-Rohr dient ausschließlich als Steigleitung, durch die das Wasser nach oben gepumpt wird, ist jedoch nicht dafür da, die Pumpe zu halten. Zu diesem Zweck ist ein separates, starkes Sicherungsseil aus Edelstahl oder Kunststoff (Polypropylen) zu montieren. Dafür sind an der Pumpe in der Regel zwei Ösen angebracht. Das Gewicht der Pumpe muss immer am Sicherungsseil hängen, nicht am PE-Rohr bzw. am Stromkabel. Das Sicherungsseil ist so an der Pumpe anzubringen, dass diese möglichst gerade hängt.

Um auszuschließen, dass sich beim Hochziehen der Pumpe etwas verklemmt, sollte man das Sicherungsseil mit dem PE-Rohr und dem Stromkabel bündeln. Dazu kann man diese ca. alle 2 Meter mit Kabelbinder aneinander befestigen. Auf dem Kabel sollte dabei keine Spannung liegen.

Achtung: Den Einsatz von Klebeband sollte man vermeiden, da sich dieses mit der Zeit lösen und in Folge den Pumpeneingang verstopfen könnte.

Zu guter Letzt sollte man sich am Sicherungsseil bzw. am PE-Rohr noch markieren, wie weit das Sicherungsseil in den Brunnen zu lassen ist, damit die Pumpe wie vorgesehen 1 Meter über dem Filterbereich hängt. Abschließend wird die Pumpe am Sicherungsseil in den Brunnen heruntergelassen, bis sie sich in der vorgesehenen Tiefe befindet. Das Sicherungsseil wird nun so befestigt, dass die Pumpe an dieser Position bleibt. Das geht am einfachsten mit einem Brunnenkopf, an dem die notwendigen Auslässe und Halterungen bereits fix integriert sind. Mehr dazu im nächsten Punkt.

Außerhalb des Brunnens verbindet man die PE-Steigleitung am besten mit einem L-Stück und führt die Pipeline von dieser weg fort. So kann man einerseits die Richtung des PE-Rohres gut umlenken und andererseits, wenn es notwendig werden sollte, die Steigleitung einfach von der Pipeline trennen.

Außerhalb des Brunnenrohres benötigt man nun noch einen Feinfilter (Amazon Link), um die letzten eventuell noch durchgekommenen feinen Verunreinigungen herauszufiltern. Und in der Regel auch noch einen elektrischen Druckschalter, damit die Pumpe automatisch anläuft, sobald eine Verbrauchsstelle geöffnet wird (also sobald z.B. die automatische Beregnung startet, oder sobald man mit einem Gartenschlauch zu gießen beginnt). Die Alternative wäre die Pumpe immer händisch an- und wieder auszuschalten, was in der Praxis extrem umständlich und unkomfortabel ist. Zudem braucht man beim Brunnenrohr bzw. dort wo man die Brunnenstube errichtet einen Stromanschluss zur Versorgung der Pumpe.

Welche Leistung bringt so eine Tiefbrunnenpumpe?

Tiefbrunnenpumpen bringen bei gleichem Kraftaufwand (Anzahl an Watt) eine höhere Leistung als Saugpumpen. Zudem gibt es zahlreiche Modelle, die für sehr hohe Leistungen ausgelegt sind. Tiefbrunnenpumpen werden auch für Hunderte Meter tiefe Brunnen verwendet. Eine durchschnittliche Einsteigerpumpe hat um die 6 bar und schafft eine Nennfördermenge von 5.000 bis 6.000 Liter pro Stunde. Ob das ausreicht oder eine stärkere Pumpe benötigt wird, hängt sehr stark von der Brunnentiefe und davon welche Bewässerung man damit plant ab. Lesen die dazu den folgenden Blogbeitrag, in dem Schritt für Schritt erklärt wird wie man die richtig dimensionierte Pumpe für seine individuellen Anforderungen findet:

Blogbeitrag: Welche Leistung benötigt meine Pumpe?

Tiefbrunnenpumpen bei Amazon:

Brunnenkopf aufsetzen

Mit einem Brunnenkopf wird der Brunnen nach oben hin verschlossen. Das dient um sicherzustellen, dass nichts in den Brunnen fallen kann und ist sowohl bei einer Saugpumpe als auch bei einer Tiefbrunnenpumpe notwendig. Ist das aus der Erde stehende Brunnenrohr zu lang, dann wird es vorab noch abgesägt oder mit der Flex abgeschnitten.

Einen Verschluss, der den Zweck eines Brunnenkopfes erfüllt, kann man sich prinzipiell auch recht einfach selbst anfertigen. Ein fertig gekaufter Brunnenkopf hat im Vergleich dazu den Vorteil, dass die notwendigen Durchführungen für die PE-Steigleitung, das Sicherungsseil und das Stromkabel (bei einer Tiefbrunnenpumpe) bzw. den Saugschlauch (bei einer Saugpumpe) bereits fix fertig integriert sind. Auch eine Aufhängevorrichtung für das Sicherungsseil ist bereits vorgesehen.

Zudem sind manche der am Markt angebotenen Brunnenköpfe auch optisch sehr dekorativ, dienen also auch einer schönen Präsentation des Brunnens. Angeboten werden sowohl Brunnenköpfe aus Kunststoff als auch aus Metall.

Brunnenköpfe bei Amazon:

Bei Ebay gibt es teils noch andere Modelle: Brunnenköpfe bei Ebay

Bohrloch zuschütten

Der verbliebene leere Ringbereich zwischen Brunnenrohr und Bohrloch wird nun wieder zugeschüttet. Dazu verwendet man den Bohrloch-Aushub.

Im Web liest man auch immer wieder vom Zuschütten mit Kies. Davon nicht täuschen lassen, das gilt nur für professionell von einem Brunnenbauer erstellten Brunnen! Diese Brunnen werden in einem zusätzlichen größeren Arbeitsrohr erstellt und beim Zuschütten wird dann der Bereich zwischen Filterrohr und Arbeitsrohr mit Kies verfüllt, um die Filterfunktion zusätzlich zu unterstützen. Beim Bau eines Brunnens auf die hier beschriebene Art und Weise ist das so nicht möglich, da das Filterrohr in der Erde steht. Daher macht es hier keinerlei Sinn Kies zu verwenden, das Zuschütten mit dem Erdaushub erfüllt vollkommen seinen Zweck.

Der kleine Spalt um das Brunnenrohr wird abschließend wieder verfüllt. Am besten dazwischen immer wieder mit Wasser nachspülen, damit sich keine Hohlräume bilden.

Brunnenstube einrichten

Als Brunnenstube bezeichnet man eine Einhausung des Brunnens zu folgenden Zwecken:

  • Schutz der Technik vor Wind und Wetter
  • Verbergen/Schutz des Brunnens
  • Schöne optische Präsentation des Brunnens
  • Geräuschdämpfung (bei Verwendung einer Saugpumpe)

In jedem Fall notwendig ist es, die Brunnentechnik (Durchflussschalter und Feinfilter) und bei Verwendung einer Saugpumpe zusätzlich die Saugpumpe vor Regen zu schützen. Dieser regengeschützte Platz (= Brunnenstube) eignet sich auch zur Anbindung des Stromkabels an die Stromleitung. Man kann die Brunnenstube auf unterschiedlichste Art und Weise realisieren, zum Beispiel:

Brunnendokumentation ablegen

Gratulation, wenn Sie es bis hierher geschafft haben! Investieren Sie trotzdem noch eine letzte kleine Anstrengung in eine ordentliche Brunnendokumentation, aus der hervorgeht wie ihr Brunnen aufgebaut ist! Diese können Sie später im Fall der Fälle heranziehen. Auch wenn aktuell noch alles sehr frisch im Bewusstsein ist, vergisst man mit der Zeit erfahrungsgemäß doch das eine oder andere Detail oder ist sich dann nicht mehr ganz sicher. Damit Sie für alle Fälle gewappnet sind, empfehle ich die folgenden Informationen zusammenzustellen und gemeinsam zu archivieren:

  • Einen Aufbauplan des Brunnens (wie tief ist der Brunnen?, in welcher Tiefe ist der Grundwasserspiegel, welche und wie viele Meter Rohre wurden abgetäuft?, wie groß ist die Filter-Schlitzweite?)
  • Welche Komponenten wurden verbaut? Am besten dazu die Originalrechnungen + Beschreibungen beilegen.
  • Beschreibung des Bauvorganges (gab es irgendwo Schwierigkeiten, wie waren die Bodenverhältnisse?)
  • Welche Pumpe ist angeschlossen? An welcher Stelle im Brunnen ist diese positioniert? Wie ist sie angeschlossen? Was ist nach der Pumpe in welcher Reihenfolge angeschlossen?
  • Leistungsdaten und Pumpenkurve der Pumpe samt Bedienungsanleitung