Mit der MD-Reihe hat Gardena dieses Jahr eine vollkommen neue Regner-Generation auf den Markt gebracht. Das bisherige Versenkregner Sortiment von Gardena war wenig überzeugend und konnte mit den Produkten internationaler Hersteller nicht mithalten. Dementsprechend war ich gespannt, ob Gardena mit der MD-Reihe zum Mitbewerb aufschließen konnte und habe mir die Regner im Detail angesehen.

Wie Gardena bisher mit seinen Regnern abgeschnitten hat, können Sie in meinem großen Regner-Vergleichstest nachlesen. Kurzfassung: Sehr bescheiden! Die Gardena Regner haben schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel und das merkt man, da wesentliche Verbesserungen und Weiterentwicklungen, die in die neueren Regner der Mitbewerber Hunter und Rain Bird eingeflossen sind, fehlen. Auch sind die Konkurrenzprodukte trotz besserer Technik in der Regel preiswerter.

Somit war es für Gardena aller höchste Zeit etwas zu tun. Die neue MD-Reihe ersetzt keine der bisherigen Regner-Reihen von Gardena. Sowohl die Turbinen-Versenkregner T100, T200 und T380 als auch die S-Sprühregner werden fortgeführt. Wobei die Sprühregner einem Facelifting unterzogen wurden und nun als SD- statt als S-Regner angeboten werden (SD-30 und SD-80). Außer dem optisch ansprechenderen Äußeren gab es hier jedoch keine Änderung. Zu guter Letzt gibt es mit dem OS 140 auch noch einen Viereck-Versenkregner im Gardena Sortiment, der nicht kreisförmig beregnet, sondern ein relativ rechteckiges Sprühbild hat. Gardena bietet somit aktuell vier Arten von Versenkregnern an:

  • Die T-Reihe = klassischer Getrieberegner
  • Die S-Reihe = klassischer Sprühregner
  • Die neue MD-Reihe = rotierender Sprühregner
  • OS 140 Viereckregner

Den os140 lasse ich im in der weiteren Betrachtung einmal außen vor, da er ein ganz spezieller Typ von Regner ist, der in der professionellen Bewässerung so eigentlich nicht verwendet wird, aber wenig Aufwand bedeutet und für manche Anwendungsfälle ganz passabel funktioniert.

Die T-Regner sind die Getrieberegner wie sie vor einigen Jahrzehnten aufkamen. Der gesamte Regner rotiert um seine eigene Achse und gibt dabei einen relativ scharfen Wasserstrahl ab. An einem bestimmten Punkt angekommen, stoppt die Rotation und der Regner rotiert wieder in die Gegenrichtung zurück.

Die S-Regner hingegen geben das Wasser – ähnlich wie ein Duschkopf – in einem Schwall von sich. Sie geben im Vergleich zu den T-Regnern daher im gleichen Zeitraum deutlich mehr Wasser an die zu bewässernde Fläche ab (höhere Niederschlagsrate), weshalb man Sprühregner im gleichen Sektor nicht mit Getrieberegnern mischen sollte.

Die neuen MD-Regner gehören zu einem Regner-Typus, der erst vor einigen Jahren aufgekommen ist: Rotierende Sprühregner. Rotierende Sprühregner geben das Wasser prinzipiell in einem Schwall in alle Richtungen ab, der rotierende Regnerkopf sorgt jedoch dafür, dass der Schwall in feine Wasserstrahlen unterteilt wird, so dass die Niederschlagsrate dieses Regner-Typus vergleichsweise gering ist. Deutlich geringer als jene von Sprühregnern und auch noch einmal geringer als die von Getrieberegnern. Das ist in der Praxis prinzipiell ein großer Vorteil, weil die Pflanzen so relativ langsam mit Wasser versorgt werden können, so dass sie in der Lage sind, das Wasser komplett aufzunehmen und möglichst wenig ungenützt vorbei rinnt.

Zudem ist mit rotierenden Sprühregnern in der Regel eine recht gleichmäßige Bewässerung möglich und da sie eine geringe Niederschlagsrate haben, stellen sie auch vergleichsweise geringe Anforderungen punkto verfügbarem Wasserdruck und Wassermenge. Das kann ein erheblicher Vorteil sein, wenn man über einen nicht ganz so potenten Wasseranschluss oder Brunnen verfügt.

Der Trend geht daher die letzten Jahre sehr stark in Richtung dieses modernen Regnertypus. Die Marktleader sind hier Hunter MP-Rotator und Rain Bird R-VAN. Die Hunter MP-Rotator Regner sind hier auf der Seite auch meine Top Regnerempfehlung.

Somit also ein logischer Schritt, dass auch Gardena, spät aber doch, einen solchen Regnertyp auf den Markt gebracht hat.

Woraus besteht die Gardena MD-Reihe

Die neuen MD-Reihe besteht aus den folgenden 3 Modellen:

  • MD40
  • MD80
  • MD180

Den MD40 Regner gibt es zusätzlich noch als eine 30 Zentimeter hohe Standrohrausführung, Modellbezeichnung: MD40/300.

Modellbezeichnungen

Gardena bleibt seinem bisherigen Prinzip treu und benennt die unterschiedlichen Modelle nach der Quadratmeteranzahl, die sie theoretisch beregnen könnten. Also wenn man den Regner in die Mitte stellen würde und ihn ringsum im 360 Grad Kreis beregnen ließe. Umso höher die Wurfweite des Regners, umso größer ist die Zahl an Quadratmetern, die er theoretisch beregnen könnte. Der MD40 könnte als theoretisch 40 Quadratmeter beregnen, der MD 80 80 Quadratmeter usw. usf. Theoretisch deshalb, da man in der Praxis auf diese Art und Weise keine Bewässerung durchführen kann, da so zahlreiche Stellen nicht oder nicht ausreichend Wasser bekämen. Für eine funktionierende Bewässerung müssen sich die Wurfkreise der Regner doppelt überlappen und daher benötigt es in der Realität wesentlich mehr Regner, um die angegebene Fläche zu beregnen. Mehr dazu erfahren Sie im Planungsteil hier auf der Website.

Die angegebene Zahl hat somit für die Praxis keine Bedeutung, man ersieht daraus nur, dass jene Regner mit höherer Zahl eine höhere Wurfweite haben. Die eigentlich interessante Kennziffer ist die Wurfweite selbst, mehr zu dieser weiter unten im Beitrag.

Erster Eindruck

Optisch machen die neuen Regner einen guten Eindruck, haben das moderne neue Design und wirken – wie auch die bisherigen Gardena Regner – stabil und relativ hochwertig verarbeitet.

Prinzipiell erinnert der Regner auf den ersten Blick punkto Bauweise sehr stark an den Hunter MP-Rotator und sieht damit so aus, wie man sich einen typischen rotierenden Sprühregner vorstellt. Und auch wenn man genauer hinsieht, gleicht die MD-Reihe der MP-Rotator Reihe in sehr vielen Details. Das ist aus meiner Sicht aber durchaus positiv zu werten, da Gardena damit ja beim Topprodukt in diesem Bereich Anleihe nimmt.

Vergleich kompletter Regner inklusive Gehäuse: Links der Hunter MP-Rotator im Pro Spray Gehäuse, rechts der Gardena MD80

Links die MP-Rotator MP1000 Düse, rechts die Gardena MD80 Düse

Das Gehäuse (Body) und der Aufbau des Regners sind bis auf die Standrohrausführung MD40/300 bei allen MD Modellen exakt gleich. Mit der MD-Reihe nimmt Gardena eigentlich vom Prinzip der fixen Einheit von Gehäuse und Düse Abschied, denn die Düse lässt sich ganz einfach mit ein paar Umdrehungen aus dem Gehäuse drehen und in einem anderen Gehäuse wieder einsetzen. So wie man das beim Mitbewerb schon seit Jahren kennt, der Gehäuse und Düse separat verkauft. Man kann also problemlos die Düsen zwischen den verschiedenen Modellen wechseln.

Allerdings kommuniziert Gardena das so nicht nach außen und bietet Gehäuse und Düse auch nicht separat an, sondern nur als gemeinsame Einheit. Für Kunden schade, denn eine Trennung hat in der Praxis große Vorteile: Hat man sich verschätzt und ist die Wurfweite des gewählten Modells dann doch zu kurz oder zu lang, dann braucht man nicht den ganzen Regner wieder ausbuddeln und zu ersetzen, sondern schraubt einfach die Düse heraus und setzt die richtige wieder ein. Das gleiche gilt, sollte eine Düse einmal defekt sein. Das geht beim Gardena Regner nun zwar auch, aber man kann eben nicht nur die Düse nachkaufen, sondern muss immer den gesamten Regner erwerben. Das ist auch aus ökologischen Gesichtspunkten ein Schmarrn.

Das Herzstück ist bei dieser Art von Regner übrigens die Düse selbst, in der die wesentliche Technik steckt und die beim Mitbewerb ca. 3/4 des Preises ausmacht, die dazugehörigen Gehäuse kosten in der normalen Ausführung nur oder 3 oder 4 Euro.

Positiv ist zudem, dass der Regner im Vergleich zum bisherigen T-100 Regner kleiner geworden ist und somit in der Höhe nun den Mitbewerberprodukten entspricht. Damit kann man sehr einfach von einem Gardena MD-Regner auf einen Hunter MP Rotator oder einen Rain Bird R-VAN umsteigen. Bei unterschiedlichen Höhen wäre das deutlich erschwert, weil der Regner dann zu hoch oder zu tief sitzen würde. Man müsste dann die Anschlussstelle an der Pipeline ausgraben und in der Höhe anpassen.

Kompatibilität

Die dem Mitbewerb gleichende Höhe erhöht somit die Kompatibilität zu den Produkten anderer Regnerhersteller wie Hunter und Rain Bird und erleichtert das Switchen zwischen den unterschiedlichen Marken. Ich habe nachgemessen: Die neuen MD Regner messen 15,2 cm von unten bis zum Kopf des Gehäuses, das den Abschluss in der Erde bildet. Das ist fast identisch mit den 15,0 cm der Hunter Pro-Spray Gehäuses. Die bisherigen Gardena T-100 Regner waren mit 16,3 cm merkbar höher.

Größenvergleich Gardena T100, Hunter Pro-Spray und Gardena MD80

Zwischen den Marken mischen kann man übrigens auch Düsen und Gehäuse. So kann man z.B. eine Gardena Düse auf ein Hunter oder Rain Bird Gehäuse schrauben und vice versa, die Anschlussgrößen sind die selben. Damit wäre es z.B. theoretisch auch möglich, eine Gardena MD Düse mit einem druckregulierten Gehäuse einer anderen Marke zu nutzen und damit den Nachteil, dass Gardena ein solches selbst nicht anbietet zu kompensieren.

Hier der Fotobeweis: Gardena MD Düse auf einem Hunter Pro-Spray Gehäuse

Einstellung des Regners

Das hat Gardena gut gelöst. Sowohl die Größe des zu beregnenden Kreissektors als auch die Wurfweite kann ohne Werkzeug direkt an der Düse eingestellt werden. Zum Einstellen des Kreissektors dreht man einfach ganz oben an der grauen Düsenkappe. Der Kreissektor kann von 80 bis 360 Grad eingestellt werden. Der Beregnungsradius kann durch Drehen am türkisen Rädchen verkleinert werden. Hier muss man mit Gefühl vorgehen, da insgesamt nur ca. eine Achtelumdrehung möglich ist und ein volles Ausschöpfen Wasserleistung und Wurfweite ziemlich stark reduziert, bei mir im Test waren es bei vollem Ausschöpfen um die 25% Reduktion.

Hinweis: Prinzipiell sollte man eine Bewässerung ohne eine Wurfweitenreduktion durch die Störschraube planen, also die Regner mit voller Wurfweite einplanen! Die Störschraube sollte, wenn überhaupt, dann nur kleine Abweichungen zum Plan korrigieren.

Links Einstellen des Kreisausschnitts und rechts der Wurfweite

Wurfweiten

Gardena führt die Wurfweiten für seine 3 Modelle wie folgt an (jeweils bei 2,0 bar Druck am Regner):

  • MD40: 2,5 bis 3,5 Meter
  • MD80: 3,5 bis 5 Meter
  • MD180: 5 bis 7,5 Meter

Man sieht daraus, dass die Wurfweiten im Vergleich zu der T-Reihe etwas geringer sind. Das ist allerdings kein Makel der Gardena Reihe, sondern für den Typus des rotierenden Sprühregners normal, mit diesem sind keine so hohen Wurfweiten wie mit klassischen Getrieberegnern möglich. Auch beim Mitbewerb gehen die Wurfweiten der rotierenden Sprühregner nur bis maximal 10,7 Meter. Daher wird Gardena die T-Reihe vermutlich auch neben der MD-Reihe weiter fortführen, um weiterhin auch jene Zielgruppe bedienen zu können, die Regner mit besonders großer Wurfweite suchen. Auch wenn in der Praxis in der Regel eine kleinteiligere Bewässerung von Vorteil ist.

Die von Gardena angeführten Wurfweiten bei 2,0 bar stimmen so laut meinem Test im Großen und Ganzen. Wie auch bei anderen Herstellern sollte man immer sicherheitshalber mit 10% weniger rechnen, da die Angaben zumeist unter Laborbedingungen gemessen wurden und so in der Praxis nicht ganz erreicht werden. Nur beim MD180 liegt die bei 2,0 bar ermittelte Wurfweite bei mir im Test mit 5,5 statt 7,5 Meter doch recht deutlich unter den Gardena Angaben. Selbst bei Erhöhung des Drucks auf 3,8 bar erreiche ich nur 7,0 Meter.

Wasserverbrauch

Gardena führt den folgenden Wasserdurchfluss pro Stunde für seine Modelle an (jeweils bei 2,0 bar Druck am Regner). Angaben für Nutzung im Viertel-, Halb-, Dreiviertel- oder Vollkreis.

  • MD40: 90 Grad: 66 Liter/Stunde, 180 Grad: 132 Liter/Stunde, 270 Grad: 189 Liter/Stunde, 360 Grad: 234 Liter/Stunde
  • MD80: 90 Grad: 108 Liter/Stunde, 180 Grad: 180 Liter/Stunde, 270 Grad: 264 Liter/Stunde, 360 Grad: 384 Liter/Stunde
  • MD180: 90 Grad: 174 Liter/Stunde, 180 Grad: 348 Liter/Stunde, 270 Grad: 540 Liter/Stunde, 360 Grad: 678 Liter/Stunde

Diese Werte werden aktuell nirgendwo auf der Gardena Website angeführt, man erfährt sie erst, wenn man den Regner gekauft hat über das am Regner angebrachte Etikett. Da sollte sich Gardena wirklich selbst an der Nase nehmen, das ist so ein ganz schlechter Kundenservice, habe ich so noch bei keinem anderen Hersteller gesehen. Gardena und die Transparenz punkto Produkt-Leistungsdaten ist aber prinzipiell ein eigenes Thema, ich gehe darauf im Beitrag noch detaillierter ein.

Hier am Etikett des Regners ist der Wasserverbrauch angeführt

In meinem Test habe ich zuerst einmal die angegebenen Werte kontrolliert und in weiterer Folge ausgetestet, wie sich der Wasserverbrauch und die Wurfweite bei unterschiedlichen Wasserdruckstufen am Regner verändert. Dazu habe ich eine Testumgebung aufgebaut, in der sich der am Regner anliegende Wasserdruck gezielt auf einen bestimmten Wert einstellen lässt. Die Druckregelung erfolgt dabei über ein einfaches Ventil, das geöffnet bzw. geschlossen wird und so den Druck vergrößert bzw. verringert. Der Druck wird direkt am Regnerausgang mittels am Aufsteiger angebrachten Manometer gemessen und die durchlaufende Wassermenge mit einem Wasserzähler (Gardena Aqua Count) ermittelt.

Beginn der Testumgebung: Links der Wassermengenzähler und rechts davon das Regulierventil zur Dosierung der durchlaufenden Wassermenge.

Endpunkt der Testumgebung: Der zu testende Regner, auf den ein Manometer zur Anzeige des am Regner herrschenden Wasserdrucks angebracht ist

Im Test habe ich nun den Druck am Regner durch Einstellen des Ventilhebels jeweils auf einen bestimmten Wert gebracht und dann die Literleistung pro Stunde am Wasserzähler abgemessen.

An den von Gardena angeführten Wasserdurchfluss-Werten ist prinzipiell interessant, dass sich diese beim MD40 und MD180 sehr proportional verhalten, beim MD80 jedoch nur mit Abstrichen! Das heißt bei Beregnung eines Halbkreises braucht man beim MD40 und MD180 fast exakt die doppelte Wassermenge wie bei Beregnung eines Viertelkreises und bei Beregnung eines Vollkreises das doppelte wie bei einem Halbkreis. Das ist so das Idealszenario, damit eine möglichst gleichmäßige Beregnung erreicht werden kann. Diese zwei Regner halten das MPR-Prinzip (Matched Precipitation Rate = abgestimmte Niederschlagsrate) damit sehr gut ein. Dieses besagt im Optimalfall, dass jedes Stück des Rasens genau gleich viel Wasser bekommt. Beim MD80 weicht dieses Verhältnis teilweise doch recht deutlich ab. Ich habe hier zuerst einen Irrtum in den Verbrauchsangaben von Gardena vermutet, meine eigenen Messungen bestätigen das jedoch: Der MD80 beregnet über die verschiedenen Kreisausschnitte hinweg ein Stück weit weniger gleichmäßig als die zwei anderen Modelle! Mehr dazu im folgenden Kapitel “Niederschlagsraten”.

Die von Gardena bei 2,0 bar angegebenen Literleistungen stimmen nach meinem Test größenordnungsmäßig, ich weiche mit meiner Messung stellenweise aber bis zu 30% ab. Das liegt einerseits sicher an meiner semiprofessionellen Testumgebung, der verwendete Wasserdurchflussmesser hat z.B. eine Messtoleranz von 5% auf oder ab. Allerdings habe ich am gleichen Tag die Versuche auch mit dem Hunter MP Rotator durchgeführt und dort kam ich fast exakt mit nur maximal 5% Abweichung an die vom Hersteller angeführten Werte heran. Der Großteil der Abweichung ist also nicht mit der Testumgebung erklärbar.

Niederschlagsraten

Bei den internationalen Bewässerungsproduzenten, die neben dem Privatbereich vor allem auch im professionellen Bereich tätig sind und Golfplätze, Freizeitparks und Fußballplätze mit Beregnungslösungen versorgen, ist es üblich, genaue Kennzahlen zu jedem Regner anzuführen. So kann man als Anwender nachvollziehen, wie sich ein Regner bei einem bestimmten Wasserdruck punkto Wurfweite, Wasserdurchfluss und Niederschlagsrate verhält. Ohne diese Kennzahlen ist es genau genommen nur schwer möglich, ein ordentliches Bewässerungssystem zu planen.

Gardena bleibt hier leider seiner bisherigen Linie treu und versorgt den Anwender nur mit minimalen Informationen. Auf der Homepage wird lediglich die Wurfweite angeführt, kauft man den Regner, dann kann man vom Etikett dann zumindest noch den Wasserverbrauch ablesen. Und beides erfährt man nur für einen Druck von 2,0 bar.

Hat man in seinem System einen anderen Wasserdruck als 2,0 bar, dann tastet man somit mit den Gardena Angaben ziemlich im Dunkeln und muss damit rechnen, dass die tatsächlichen Werte stark von den bei Gardena angeführten abweichen können. Aus meiner Sicht ärgerlich, dass diese Politik fortgeführt wird, quasi alle anderen Anbieter schaffen es, diese grundlegenden Informationen bereitzustellen.

Berechnung Niederschlagsraten aus den offiziellen Gardena Werten

Weiß man den Wasserverbrauch und die Wurfweite kann man sich die Niederschlagsrate auch selbst ausrechnen. Da es sich um Regner mit eingebautem MPR-Prinzip handelt, ist die Formel zur Vollkreisberegnung heranzuziehen.

Die zur Berechnung herangezogene Formel lautet somit:

Niederschlagsrate Quadratformation = Durchflussmenge pro Stunde/(Wurfweite * Wurfweite)

Niederschlagsrate Dreiecksformation = Durchflussmenge/(Wurfweite * (Wurfweite * 0,866))

Daraus ergeben sich aus den von Gardena für einen Druck von 2,0 bar angegebenen Werten folgende rechnerischen Niederschlagsraten:

Gardena MD40

Niederschlagsrate Quadratformation = 19

Niederschlagsrate Dreiecksformation = 22

Gardena MD80

Niederschlagsrate Quadratformation = 15

Niederschlagsrate Dreiecksformation = 18

Gardena MD180

Niederschlagsrate Quadratformation = 12

Niederschlagsrate Dreiecksformation = 14

Daraus sieht man, dass laut den aus den Gardena Angaben berechneten Niederschlagsraten diese modellübergreifend doch etwas abweichen, vor allem zwischen MD40 und MD180. Über die Regner hinweg wäre so dass MPR-Prinzip nur eingeschränkt erfüllt, so dass es nicht ideal wäre, die unterschiedlichen Gardena MD Modelle in einem gemeinsamen Sektor zu nutzen.

Allerdings stimmt das nach meiner eigenen Messung (siehe nächster Punkt) nicht mit der Realität überein! Diese Diskrepanz dürfte aus den ungenauen oder stark gerundeten Gardena Angaben zu Wurfweite und Wasserverbrauch resultieren. In meiner Eigenmessung haben alle drei Modelle eine sehr ähnliche Niederschlagsrate, können also sehr gut miteinander in einem Sektor kombiniert werden.

Niederschlagsraten laut eigener Messung

In diesem Punkt habe ich nun die von mir durchgeführten Echtmessungen zu Wurfweite und Wasserverbrauch bei unterschiedlichen Druckstärken in Tabellen eingetragen und die Niederschlagsrate mit der oben angeführten Formel berechnet (nur für die Werte im Viertel-, Halb- und Dreiviertelkreis wurde diese entsprechend angepasst). Es kommt hier – wie schon zuvor erwähnt – zu teils größeren Abweichungen zu den offiziell von Gardena angeführten Wasserverbräuchen und Wurfweiten. Im Gegenzug ist die Niederschlagsrate über alle drei Modelle hinweg jedoch relativ konstant, so dass man diese sehr gut in einem Sektor kombinieren kann! MD40 und MD180 haben auch in sich sehr konstante Niederschlagsraten über die unterschiedlichen Kreisausschnitte hinweg, beim MD80 ist das nur eingeschränkt so, aber auch noch im vertretbaren Bereich.

Wie sieht es bei einer Anpassung der Wurfweite durch Einsatz der Störschraube aus (siehe Punkt “Einstellmöglichkeiten am Regner”)? Bei mir im Test wirkte sich eine vollständige Ausschöpfung der Störschraube in einem um ca. 25% verringerten Wasserdurchfluss und einer kürzerer Wurfweite aus. Damit wird also auch in diesem Fall das MPR-Prinzip berücksichtigt, so dass dann auf einer verringerten Bewässerungsfläche auch weniger Wasser verteilt wird. Inwieweit hier das MPR-Prinzip noch optimal eingehalten wird, konnte ich nicht messen. Prinzipiell sollte man die Störschraube daher – wie auch bei anderen Regnern – immer nur dann einsetzen, wenn es erforderlich ist und eine solche Verkürzung nicht gleich in die Ausgangsplanung mit einplanen.

Im Test fiel prinzipiell auf, dass die Gardena MD-Regner auch gut mit höheren Wasserdruck Werten umgehen können. Bis zu 4 bar am Regner wurden ausprobiert und stellten kein Problem. Es war keine erhöhte Unregelmäßigkeit der Bewässerung zu beobachten. Auch Werte leicht unterhalb von 2,0 bar habe ich ausprobiert, bis ca. 1,5 bar schien alles noch ganz ok zu funktionieren, viel weniger geht nicht mehr, weil die Beregnung dann zuerst sehr unregelmäßig wird und bei weiterer Reduktion dann der Regner gar nicht mehr ausfährt.

Gardena führt an, dass man die MD-Regner problemlos mit den Gardena Turbinenversenkregnern kombinieren kann. Das stimmt laut meinen Messungen so ganz gut für den T200 und T380, beim T100 würde ich das aufgrund des doch recht deutlichen Unterschiedes in den Niederschlagsraten nicht empfehlen.

Linkverweis: Niederschlagsraten der Gardena Regner

Im Anschluss meine selbst gemessenen und berechneten Werte:

Leistungsdaten Gardena MD40 lt. eigener Messung

Sektor Wasserdruck
in bar
Wurfweite
in Meter
Durchfluss
in Liter/Std.
Niederschlag
in mm/Std. ∎
Niederschlag
in mm/Std. ▲
90 Grad 2,0 3,0 48 21 25
2,5 3,0 54 21 25
2,8 3,3 54 20 23
3,0 3,3 54 20 23
3,5 3,5 60 20 23
3,8 3,5 60 20 23
180 Grad 2,0 3,0 96 20 23
2,5 3,0 102 21 25
2,8 3,3 102 19 22
3,0 3,3 108 20 23
3,5 3,5 108 18 20
3,8 3,5 108 18 20
270 Grad 2,0 3,0 132 20 23
2,5 3,0 144 21 25
2,8 3,3 150 18 21
3,0 3,3 156 19 22
3,5 3,5 162 18 20
3,8 3,5 168 18 21
360 Grad 2,0 3,0 180 20 23
2,5 3,0 210 23 26
2,8 3,3 228 21 24
3,0 3,3 234 21 25
3,5 3,5 252 21 24
3,8 3,5 258 21 24

Leistungsdaten Gardena MD80 lt. eigener Messung

Sektor Wasserdruck
in bar
Wurfweite
in Meter
Durchfluss
in Liter/Std.
Niederschlag
in mm/Std. ∎
Niederschlag
in mm/Std. ▲
90 Grad 2,0 4,5 102 20 23
2,5 4,5 108 21 25
2,8 5,0 108 17 20
3,0 5,5 114 15 17
3,5 5,5 114 15 17
3,8 5,5 114 15 17
180 Grad 2,0 4,5 144 14 16
2,5 4,5 150 15 17
2,8 5,0 162 13 15
3,0 5,5 174 12 13
3,5 5,5 186 12 14
3,8 5,5 192 13 15
270 Grad 2,0 4,5 228 15 17
2,5 4,5 240 16 18
2,8 5,0 270 14 17
3,0 5,5 288 13 15
3,5 5,5 306 13 16
3,8 5,5 312 14 16
360 Grad 2,0 4,5 294 15 17
2,5 4,5 324 16 18
2,8 5,0 336 13 16
3,0 5,5 348 12 13
3,5 5,5 378 12 14
3,8 5,5 390 13 15

Leistungsdaten Gardena MD180 lt. eigener Messung

Sektor Wasserdruck
in bar
Wurfweite
in Meter
Durchfluss
in Liter/Std.
Niederschlag
in mm/Std. ∎
Niederschlag
in mm/Std. ▲
90 Grad 2,0 5,5 144 19 22
2,5 6,0 156 17 2o
2,8 6,0 168 19 22
3,0 6,0 186 21 24
3,5 6,5 198 19 22
3,8 7,0 204 17 19
180 Grad 2,0 5,5 276 18 21
2,5 6,0 312 17 20
2,8 6,0 318 18 20
3,0 6,0 330 18 21
3,5 6,5 360 17 20
3,8 7,0 378 15 18
270 Grad 2,0 5,5 420 18 21
2,5 6,0 462 17 20
2,8 6,0 492 18 21
3,0 6,0 522 19 22
3,5 6,5 582 18 21
3,8 7,0 606 16 19
360 Grad 2,0 5,5 570 19 22
2,5 6,0 618 17 20
2,8 6,0 648 18 21
3,0 6,0 666 19 21
3,5 6,5 720 17 20
3,8 7,0 750 15 18

Druckregulierung

Die Mitbewerber Produkte Hunter MP-Rotator und Rain Bird R-VAN können mit druckregulierendem Gehäuse erworben werden. Bei Hunter heißen diese Gehäuse “Pro Spray PRS” und bei Rain Bird “RD 1800”. Die Pro Spray PRS sorgen dafür, dass der Druck am Regner je nach Gehäusemodell entweder 2,1 oder 2,8 bar beträgt, beim Rain Rird RD 1800 sind es 2,1 bzw. 3,1 bar. Damit hat man die Gewissheit, dass an allen Regnern in einem Sektor der gleiche Wasserdruck herrscht und somit überall auch die Wurfweite gleich ist und jener in den aufgestellten Planungen entspricht.

Das Gardena Gehäuse ist nicht druckreguliert und es wird auch kein druckregulierendes Gehäuse von Gardena angeboten. Das ist in der Praxis ein großer Nachteil, denn der erste Regner in einem Sektor nimmt sich dann soviel Druck er bekommen kann und bei allen weiteren in der Reihe fällt dieser sukzessive geringer aus. So ist keine optimal gleichmäßige Bewässerung möglich, auch wenn man diesen Effekt bei der Planung der Pipelineführung ggf. etwas ausgleichen kann.

Sprühbild

Das Sprühbild der MD-Regner ist deutlich besser und gleichmäßiger als bei den Gardena T-Regnern. Vor allem im Vergleich zum Gardena T-100, der ein sehr unregelmäßiges Sprühbild hat. Im direkten Vergleich zum Top-Produkt MP-Rotator bleiben die MD-Regner aber trotzdem zurück. Einerseits scheinen die Wasserstrahlen weniger fein als beim MP-Rotator und andererseits haben die einzelnen Strahlen auch eine deutlich unregelmäßigerer Länge. Während sie beim MP-Rotator wie bei einem Vorhang auf gleicher Weite herunterfallen scheinen, sind die Längen der einzelnen Strahlen bei den MD-Regnern recht unregelmäßig. Auch gibt es mehr Ausreißer, so dass einzelne Strahlen auch einmal deutlich über das Ziel hinaus schießen. Man kann sich also weit weniger auf die Wurfweitenangaben verlassen als es beim MP-Rotator und auch bei Rain Bird R-VAN der Fall ist.

Preis

Die Gardena Preisempfehlung für die MD-Reihe beträgt 19,99 Euro, im Handel bekommt man sie aber zumeist günstiger schon ab ca. 16 Euro. Damit haben sie in etwa den gleichen Preis wie der Gardena T-100 Regner. Somit sind die Gardena Regner im Vergleich zum Status Quo nicht teurer geworden und kosten in etwa das gleiche bzw. eine kleine Spur mehr als die Mitbewerber Produkte, bei denen man für Gehäuse samt Düse mit etwa 14 bis 16 Euro kalkulieren muss.

Gardena MD-Regner bei Amazon:

Fazit und Empfehlung

Die Gardena Regner schnitten bisher in meinem Regnervergleich sehr schlecht ab. Der T-100 bekam nur einen von fünf Punkten, der T-200 und T-380 auch nur 2,5 von 5 Punkten. Mit den neuen MD-Regnern macht Gardena einen wesentlichen Schritt nach vorne!

Diese haben nun das ganz wichtige MPR-Prinzip integriert und berücksichtigen dieses auch über die 3 Modelle hinweg. Damit ist nun eine deutlich gleichmäßigere Bewässerung als zuvor möglich. Auch die – vor allem im Vergleich zum T-100 – geringeren Niederschlagsraten sind positiv. Top auch die Einstellmöglichkeit direkt am Regner und die solide wirkende Verarbeitung. Auch optisch macht der Regner etwas her, auch wenn das bei einem Regner kein allzu wichtiges Kriterium ist.

Trotzdem reicht es nicht ganz, um zum Mitbewerb aufzuschließen. Das liegt einerseits an der fehlenden Möglichkeit der Druckregulierung: Es findet im Regner keine Druckregulierung statt und es werden auch von Gardena keine druckregulierenden Gehäuse angeboten. Auch dass Gehäuse und Düse nicht getrennt angeboten werden, ist nicht mehr zeitgemäß und eine vertane Chance. Und beim Sprühbild wird kein so gleichmäßiges Sprühbild erreicht wie beim Mitbewerb. Auch fehlt ein Modell mit größerer Wurfweite wie es Hunter mit dem MP-3500 hat. Das gilt umso mehr, da der MD180 bei mir im Test die angegebene Wurfweite nicht erreicht.

Einen schalen Beigeschmack hinterlässt zudem die ganz schlechte Informationspolitik von Gardena. Ich habe das schon einige Male hier im Blog bemängelt, es hat sich leider weiterhin nichts daran geändert. Mit den wenigen von Gardena zur Verfügung gestellten Leistungsdaten kann man eine Gartenbewässerung eigentlich gar nicht sinnvoll planen. Diese Daten zu messen und auf der Homepage anzuführen, wäre ein sehr geringer Aufwand, daher ist es mir unverständlich, warum das nicht gemacht wird. Quasi alle anderen Hersteller tun das, nur Gardena nicht, hier tappt man als Konsument im Dunkeln.

Den MD40 und den MD180 bewerte ich mit 3,5 von 5 Punkten. Sie sind damit die aktuell bestbewerteten Gardena Regner im Vergleich. Für den MD80 reicht es aufgrund der unregelmäßigen Niederschlagsraten bei Nutzung als Voll-, Halb- oder Viertelkreisregner nur für 3 von 5 Punkten.

Mit dem Hunter MP-Rotator und Rain Bird R-VAN gibt es auf dem Sektor der rotierenden Sprühregner absolute Top-Produkte, die mit 5 von 5 bzw. 4,5 von 5 Punkten deutlich besser abschneiden als die Gardena MD Reihe. Der Hunter MP Rotator ist derzeit aus meiner Sicht überhaupt, der beste am Markt erhältliche Regner. Trotz der Verbesserung im Vergleich zum Status Quo gibt es somit wenig Grund, zu den Gardena MD Regnern zu greifen, da man beim Mitbewerb noch bessere Produkte für den gleichen oder einen sogar günstigeren Preis erhält. Über Online Shops oder Amazon sind diese Produkte mittlerweile auch sehr einfach erhältlich, mehr Infos dazu im Menüpunkt Kauf.