Der Gardena Smart Sensor ist ein Sensor der neuen Generation: Er beinhaltet nicht nur die Funktionalität eines Bodenfeuchtesensors, sondern misst zusätzlich auch Temperatur und Lichtstärke. Das alles erfolgt kabellos, das Messergebnis wird mittels Funkverbindung übertragen. Wie dieser Sensor funktioniert, wie man ihn installiert und was er kann, erfahren Sie in folgendem Blogbeitrag.

Den Gardena Smart Sensor einfach nur als moderneren, kabellosen und schicker aussehenden Nachfolger des früheren Gardena Bodenfeuchtesensors zu sehen, greift zu kurz: Denn einerseits wird der Bodenfeuchtesensor parallel zum Smart Sensor weiterhin verkauft und andererseits hat der Smart Sensor einen weitaus größeren Funktionsumfang. Zusätzlich zur Bodenfeuchte misst er auch Temperatur und Lichtstärke. Es handelt sich beim Smart Sensor demnach nicht um einen bloßen Bodenfeuchtesensor, sondern um einen Mehrfach-Sensor.

Linktipp: Klassifizierung und Vorstellung der derzeit am Markt erhältlichen Sensoren

Am Markt erhältlich ist er einzeln um ca. 100 Euro, manchmal zum Sonderpreis auch schon um 90 Euro. Oder alternativ in einem Set mit anderen Gardena Smart Geräten.
Wie alle Gardena Smart Komponenten braucht es zusätzlich den Gardena Smart Gateway, um diese bedienen zu können. Der Gateway ist immer die Basis, an die dann alle weiteren Smart Geräte angekoppelt werden.

Gardena Smart Sensor bei Amazon:

Oft lohnt sich auch ein alternativer Blick in die Ebay Angebote zum Gardena Smart Sensor, dort kann man ihn manchmal auch gebraucht erwerben.

Funktionen

Der Smart Sensor sendet die folgenden drei Werte:

  • Bodenfeuchte (0 bis 100%)
  • Temperatur (-1 bis + 50 Grad Celsius)
  • Lichtstärke (0 bis 200.000 Lux)

Die drei Werte werden automatisch im Abstand von einigen Minuten vom Sensor gemessen und an die Gardena App übertragen. In dieser kann man sich diese dann anzeigen lassen und wenn man möchte, auch einen aktuelle Messung einleiten:

Der genaue Abstand der Messintervalle lässt sich nicht spezifizieren, da dieser variabel ist. Bemerkt der Sensor Veränderungen, misst er öfter, als wenn die umgebenden Einflüsse gleichbleibend sind.

Um mit dem Sensor mehr anfangen zu können als die bloßen Messwerte abzulesen, ist ein webfähiger Gardena Computer notwendig. Das kann abhängig von der Steuerung, die man für seine Bewässerung plant (über automatischen Wasserverteiler oder über Magnetventile), der Gardena Smart Water Control oder der Gardena Smart Irrigation Control sein. In beiden lässt sich der Sensor in die Bewässerungszeitpläne mit einbauen:

Die Smart Sensor Funktion im Bewässerungscomputer kann optional für einen festgelegten Bewässerungsplan aktiviert werden und funktioniert wie folgt: Man legt einen Grenzwert an Feuchtigkeit fest, über welchem eine geplante Bewässerung ausgesetzt wird. Legt man also zum Beispiel den Grenzwert auf 50% Feuchtigkeit und der Bewässerungslauf würde am Montag um 08.00 Uhr starten, dann kontrolliert das Programm vor Start des Laufes am Montag um acht den Feuchtigkeitswert. Liegt er über dem Grenzwert, dann wird der Bewässerungslauf ausgelassen. Beim nächsten einprogrammierten Bewässerungslauf wiederholt sich das Spiel. Entweder der Feuchtigkeitswert ist weiterhin höher als der Grenzwert, dann wird der Bewässerungslauf wiederholt ausgelassen, sonst wird er wie geplant durchgeführt.

Ist damit eine Steuerung komplett über den Smart Sensor möglich? Ja, indem man die Bewässerungslauf-Intervalle dicht setzt und den Smart Sensor entscheiden lässt, wann tatsächlich bewässert wird. Beispiel: Man programmiert ein Bewässerungsprogramm für alle zu bewässernden Sektoren. Obwohl dieses nur ein oder zweimal die Woche ausgeführt werden soll, lässt man es jeden Tag wiederholen. Aufgrund der aktivierten Smart Sensor Option wird die Bewässerung tatsächlich aber nicht täglich laufen, sondern nur dann wenn der Feuchtigkeitswert eine Bewässerung erfordert. Auf diese Weise wird punktgenau dann bewässert, wenn Wasserbedarf besteht. Die Pflanzen sind somit immer gut versorgt und man spart Wasser.

Welcher der richtige Feuchtigkeits-Schwellenwert ist, muss man durch Herantasten herausfinden. Am besten man beobachtet, welchen Wert der Sensor anzeigt, nachdem die Gartenfläche ordentlich bewässert wurde und schaut sich dann weiter an, wie sich der Wert von Tag zu Tag verändert und wann man normalerweise wieder gießen würde. Aus diesen Beobachtungen legt man dann einen ersten Schwellenwert fest, den man dann basierend auf den praktischen Erfahrungen noch weiter verfeinert, solange bis man die perfekte Einstellung gefunden hat.

Der Smart Sensor fungiert außerdem auch als Frostsensor: Nähert sich die Temperatur dem Nullpunkt, dann schickt er automatisch eine Warnung an den User. Über den Winter ist der Sensor batterielos an einem frostgeschützten Ort zu lagern.

Seit einem der letzten Updates kann ein Smart Sensor gleichzeitig für die Steuerung mehrerer Bewässerungscomputer verwendet werden. Hat man also nicht nur einen, sondern mehrere Gardena Bewässerungscomputer im Betrieb, dann können diese wenn gewünscht alle auf die Messergebnisse des gleichen Sensors zugreifen. Vorher benötigte man für jeden Computer einen eigenen Sensor, was ein oftmals ein großer Kritikpunkt war.

Was jedoch zumindest mit dem Gardena Smart Water Control weiterhin nicht geht, ist innerhalb eines Computers mehrere Sensoren für die verschiedenen einprogrammierten Bewässerungsläufe zu verwenden und somit punktgenau die Wasserbedürfnisse unterschiedlicher Sektoren zu erfüllen. Für alle Läufe muss aktuell der gleiche Sensor verwendet werden und es können auch nicht einzelne Läufe von der Steuerung via Sensor ausgenommen werden. Da hat Gardena noch Nachholbedarf!

Auch können die Messergebnisse des Smart Sensors aktuell nicht von anderen Apps ausgelesen werden, zB. um die Abendbeleuchtung abhängig von der gemessenen Lichtstärke zu aktivieren oder Ähnliches.

Produktumfang und Installation

Der Smart Sensor wird in einer kompakten Schachtel geliefert. In dieser ist neben dem Sensor noch eine Bedienungsanleitung enthalten:

Smart Sensor verpackt und rechts davon der Packungsinhalt

Um den Smart Sensor nutzen zu können, muss dieser zuerst an der Gardena Smart System App angemeldet werden. Dazu sind die folgenden Schritte zu durchlaufen:

Nun ist nur noch eine geeignete Stelle zu suchen, um den Sensor zu platzieren. Das muss eine Stelle sein, an welcher die gleichen klimatischen Bedingungen herrschen, wie an der zu bewässernden Fläche. Das betrifft Sonneneinstrahlung, Regen und Wind. Ist die zu bewässernde Fläche in der prallen Sonne, dann sollte auch der Sensor in der prallen Sonne platziert sein. Ist die zu bewässernden Fläche vor Regen und Wind ungeschützt, dann darf auch der Sensor nicht an einer wind- und regengeschützten Stelle platziert werden. Das Stück Erde, in dem der Sensor platziert wird, muss also möglichst repräsentativ für die zu bewässernde Fläche sein. Sind keine gleichmäßigen Bedingungen über die gesamte zu bewässernde Fläche gegeben, dann sollte der Sensor an der Stelle mit der größten Verdunstung platziert werden. Auf keinen Fall sollte er an einer Stelle platziert werden, an der sich das Wasser sammelt, zB. neben Gehwegen.

Der Sensor wird nicht einfach mit Kraft in die Erde gedrückt, sondern an der geplanten Stelle wird die Erde trichterförmig ausgehoben, dann der Sensor platziert und schlussendlich die Erde wieder aufgeschüttet. Der Sensor soll mit der Oberkante des Messfühlers mit dem Erdniveau abschließen.

Der Sensor wird bis zur Oberkante des Messfühlers in der Erde platziert

Möchte man den Smart Sensor auf einer Rasenfläche nutzen, dann sollte man ihn an einer Randstelle des Rasens platzieren, an der er möglichst wenig beim Rasenmähen stört. Die Stelle muss aber trotzdem von der Bewässerung erreicht werden, da sonst der Feuchtigkeitswert nicht repräsentativ für die restliche bewässerte Rasenfläche wäre. Bewässert man in mehreren Bewässerungsläufen mehrere Sektoren hintereinander, dann ist darauf zu achten, dass der Sensor nicht im ersten durchlaufenen Sektor positioniert ist. Sonst könnte der Anstieg des Feuchtigkeitsniveaus die Bewässerung in den weiteren Sektoren unterbinden, noch bevor dort überhaupt mit dem Beregnen begonnen wurde.

Fazit und Empfehlung

Den Smart Sensor gibt es bereits seit 2016 und anfangs war an ihm wenig smart. Zu eingeschränkt war der Funktionsumfang. Inzwischen hat Gardena Schritt für Schritt nachgelegt, so dass man aus meiner Sicht für sein Geld  mittlerweile eine adäquate Gegenleistung erhält. Es lässt sich damit eine funktionierende sensorgesteuerte Bewässerung realisieren.

Mit der inkludieren Temperatur- und Lichtstärkemessung würde der Smart Sensor eigentlich sogar in einer Liga mit dem beliebten Solar Sync von Hunter spielen. Dieser misst ebenfalls Temperatur und Lichtstärke und zusätzlich statt der Bodenfeuchte auch noch die Regenmenge. In der Praxis kann sich der Smart Sensor mit dem Solar Sync jedoch aktuell nicht messen. Der große Unterschied: Der Solar Sync nutzt alles seine Messwerte für  sinnvolle Funktionen: Die Regenmengenmessung entscheidet den Zeitpunkt der nächsten Bewässerung. Aus Temperatur und Lichtstärke wird die Wasserverdunstung berechnet und diese beeinflusst automatisch, ob der Bewässerungslauf in voller Zeitdauer oder in einer verkürzten Variante stattfindet. Diese Funktion heißt saisonale Anpassung und hat zur Folge, dass man sein Bewässerungsprogramm unterjährig nicht anpassen muss.
Die Temperaturmessung wird zudem genutzt, um den User rechtzeitig vor Frost zu warnen, diesbezüglich liegt Gardena gleichauf. Insgesamt fehlt zum Solar Sync von Hunter aber schon noch ein schönes Stück. Komplett perfektionieren kann man die Bewässerung, wenn man den Hunter Solar Sync gemeinsam mit dem Hunter Soil-Click Bodenfeuchtesensor nutzt.

Empfehle ich den Smart Sensor also zum Kauf?

Im Prinzip ja, es hängt aber von folgendem ab:
Nutzt man zur Bewässerung einen durchlaufenden Bewässerungscomputer hat man im Prinzip wenig Alternativen: Die meisten Anbieter haben gar keine Sensoren im Sortiment und für den webfähigen Gardena Smart Water Control funktioniert nur der Gardena eigene Smart Sensor. Hat man keinen webfähigen Gardena Computer, dann bleibt einem im Prinzip auch nur die Wahl des klassischen Gardena Bodenfeuchtesensors. Die Auswahl ist hier also sehr beschränkt, wenn man einen Bodenfeuchtesensor verwenden möchte, bleibt eigentlich nur Gardena.

Steuert man seine Bewässerung hingegen über Magnetventile und verwendet demnach einen Beregnungscomputer, dann steht einem die breite Sensor-Produktpalette der internationalen Bewässerungsunternehmen offen. Vorausgesetzt man setzt nicht auf den Gardena Smart Irrigation Computer zur Steuerung, denn auf diesem geht nur der hauseigene Smart Sensor. Am internationalen Sektor ist vor allem der Solar Sync mit seinem größeren Funktionsumfang eine aus meiner Sicht noch bessere Wahl, aber auch die speziellen Bodenfeuchtesensoren aus dem Hause Hunter und Rain Bird sind erprobte Alternativen.