Ein Rückschlagventil findet in der Gartenbewässerung an verschiedensten Stellen Anwendung. Der folgende Blogbeitrag erklärt, was ein Rückschlagventil tut, wie es funktioniert und welche Unterschiede es beim Kauf eines Rückschlagventils zu beachten gibt.

Ein Rückschlagventil, oder auch Rückflussventil, verwendet man an Stellen, an denen das Wasser nur in eine Richtung laufen darf. Es kann dort prinzipiell zwei Zwecke erfüllen:

  • Den Rückfluss von Wasser verhindern
  • Vor Wasserschlag schützen

In manchen Fällen erfüllt ein Rückschlagventil nur einen der beiden genannten Zwecke, manchmal auch gleichzeitig beide.

Im ersten Fall kann es einerseits darum gehen, dass verschmutztes Wasser nicht mit sauberem vermischt wird. Oder aber man möchte verhindern, dass eine Wassersäule abreißt, weil es wesentlich ist, dass das Wasser in der Leitung verbleibt. Das ist in erster Linie im Zusammenspiel mit Pumpen ein Thema.

Im zweiten Fall geht es darum, eine Pumpe, die Rohrleitung im Haus oder einen anderen Teil des Bewässerungssystems vor Druckstößen, dem sogenannten Wasserschlag, zu schützen. Dieser kann entstehen, wenn ein Ventil abrupt geschlossen wird. Das Wasser prallt gegen das plötzlich vorhandene Hindernis und schwappt zurück bis es auf einen festen Widerstand wie die Pumpe oder eben ein eingebautes Rückflussventil stößt. Von dort wird der Druckstoß reflektiert und schwankt dann hin und her bis er sich abgebaut hat. Bei diesem Vorgang wird großer Druck auf die dazwischen liegende Rohrleitung, Verbinder, Komponenten etc. ausgeübt, die aus diesem Grund für solche Druckspitzen ausgelegt sein sollten. Bei Verbindern wird z.B. empfohlen, diese auf den doppelten des normalerweise in der Leitung herrschenden Drucks auszulegen.

Konkrete Anwendungsgebiete von Rückschlagventilen

Im Anschluss einige typische Anwendungsgebiete für Rückschlagventile im Bewässerungsbereich:

  • An der Saugseite einer Saugpumpe (damit das Wasser in der Pumpe gehalten wird)
  • Am Fuß eines Saugschlauches als „Fußventil“ (damit die Wassersäule im Schlauch gehalten wird)
  • An der Druckseite (= Ausgang) einer Saugpumpe (zum Schutz vor Wasserschlag)
  • An der Druckseite einer Tiefbrunnenpumpe (damit das Wasser in der Steigleitung gehalten wird + Schutz vor Wasserschlag)
  • In einem doppelten Pumpenstock für Rammbrunnen (damit das Wasser im Pumpenstock gehalten wird)
  • An einem Außen- bzw. Gartenwasserhahn (damit kein Wasser zurück in die Wasserleitung des Hauses rinnen kann + Schutz vor Wasserschlag)

Da die Nutzung eines Rückschlagventils Druck kostet ist Acht zu geben, dass es wirklich auch nur dort verwendet wird, wo es Sinn macht und dass man nicht versehentlich zwei Rückschlagventile mit gleicher Aufgabe im System hat. Das kann vor allem auf der Saugseite einer Saugpumpe passieren, wo es sinnvoll ist, ein Fußventil am Fuß des Saugschlauches zu installieren um das Wasser im Saugschlauch zu halten. Wenn in der Saugpumpe auf Saugseite dann noch ein weiteres verbaut ist (zB. weil es standardmäßig in der Pumpe enthalten war) dann ist dieses überflüssig. Das Wasser wird bereits durch das Fußventil gehalten und es resultiert daraus nur ein unnötiger Druckverlust. In so einem Fall ist es am besten, das Rückschlagventil in der Pumpe zu entfernen!

Wie funktioniert ein Rückschlagventil

Das Rückschlagventil hat eine Flussrichtung, in der das Wasser durch das Ventil laufen kann. Diese Richtung ist am Ventil mit einem Pfeil gekennzeichnet (beim Einbau darauf achten!). Sobald Wasser in die Fließrichtung fließt und mit einem bestimmten Druck (oft 0,1 bar) auf das Ventil drückt, öffnet sich das Ventil und lässt das Wasser in Fließrichtung durch. Fließt das Wasser nicht mehr in Fließrichtung oder kehrt sich die Strömung in Gegenrichtung um, dann schließt sich das Ventil und lässt kein Wasser in die Gegenrichtung laufen.

Der Schließmechanismus des Rückschlagventils funktioniert mit einem Teller, der von einer dahinter platzierten Feder in seine Ausgangsposition, gegen den Dichtungssitz, gedrückt wird und so den Weg durch das Ventil versperrt. Sobald Druck auf den Teller ausgeübt wird, gibt die Feder nach und der Teller weicht vom Dichtungssitz zurück. Das Wasser kann nun durch die Öffnung am Rand des Tellers durchlaufen. Dass sich das Wasser dabei von einem großen Querschnitt kommend durch einen vergleichsweise kleinen Spalt drängen muss, erklärt den damit verbundenen Druckverlust. Sobald das Wasser nicht mehr gegen den Teller drückt, schnellt die Feder in ihre Ausgangsposition zurück und verschließt den Durchlauf wieder.

Durch Druck auf den Teller weicht dieser zurück und es wird eine Öffnung frei

Alternativ gibt es auch Rückschlagventile, bei denen eine Kugel, ein Kegel oder eine Membrane die Funktion des Tellers übernimmt, zumeist ist aber die beschriebene Systematik vorherrschend.

Größe und Gewinde

Rückschlagventile werden in unterschiedlichen Größen und mit Innen- oder Außengewinden angeboten. Im Bewässerungsbereich wird für den üblichen Anwender sehr oft ein 1 Zoll Ventil mit Innengewinde das benötigte sein. Zur Anwendung am Ende eines Saugschlauches gibt es eigene „Fußventile“, die mit einem Saugkorb kombiniert sind. Der Saugkorb verhindert, dass Verunreinigungen in den Saugschlauch gelangen.

Wie immer wenn mit Gewinden gearbeitet wird, gehören diese abgedichtet. Dazu kann man Hanf (Amazon Link) und Fermit Dichtpaste (Amazon Link) oder Dichtfaden (Amazon Link) verwenden.

Bauform und Einbaurichtung

Neben der geraden Form werden auch noch Rückschlagventile in Winkelform angeboten, die das Wasser zusätzlich zur eigentlich Funktion auch noch in einem 90 Grad Winkel umleiten.
Eine spezielle Variante der geraden Form ist das Schrägsitz-Rückschlagventil. Dieses ist teurer und hat den Vorteil, dass es aufgrund seiner Bauweise weniger Öffnungsdruck benötigt und fast den gesamten Rohrquerschnitt zum Durchfluss zur Verfügung stellt (weniger Druckverlust).

Rückschlagventile können in der Regel sowohl in vertikaler als auch horizontaler Richtung eingebaut werden. Sicherheitshalber aber auf die Angaben des Herstellers achten!

Entwässerung

Manche Rückschlagventile sind mit einem oder zwei Entwässerungsausgängen versehen. Damit kann das Ventil vor der Winterperiode entwässert werden. Die Ausgänge können auch zu Prüfzwecken herangezogen werden, um sicherzustellen dass das Rückschlagventil korrekt funktioniert (Test dass kein Wasser zurückfließt bzw. dass das Ventil einen Wasserfluss durchlässt) bzw. um das Ventil zu reinigen. An einen 1/4 Zoll Ausgang kann auch ein Manometer zur Druckmessung angeschlossen werden.

Material

Rückschlagventile sind zumeist aus Messing, in manchen Fällen auch aus Edelstahl. Bei den Messingventilen ist der Innenteller zumeist aus Kunststoff oder Edelstahl bzw. in höherwertiger Ausführung ebenfalls aus Messing.

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Letzte Aktualisierung am 4.12.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API