Prinzipiell lautet meine Empfehlung, sich in Ruhe in das Thema Bewässerung einzulesen und frühzeitig die Planung zu beginnen. So entwickelt man ein umfangreiches Verständnis für die Materie und holt das Bestmögliche aus seinem Bewässerungsprojekt heraus. Die Rubrik Planung hier auf der Seite bietet umfangreiche Möglichkeiten dazu. Hat man es aber aus irgendeinem Grund sehr eilig, z.B. weil man seinen Urlaub dafür nutzen möchte und nur wenige Tage Zeit hat, um alle Schritte vom Beginn der Planung bis zum fertig installierten Bewässerungssystem zu durchlaufen, dann kann man es wie in diesem Beitrag beschrieben machen und so mit minimal möglichem Zeitaufwand und nur kurzer Beschäftigung mit der Materie ein herzeigbares Ergebnis herausholen.

Im Anschluss beschreibe ich die Schritte, die dazu notwendig sind:



Wasserfluss-Testgerät besorgen

Zeitaufwand: 15 Minuten

Der erste Schritt im Bewässerungsprojekt ist die Bestellung eines Wasserfluss-Testgerätes. Dieses kostet ca. 20 bis 30 Euro und erfüllt zwei Zwecke:

  • Es lässt sich damit herausfinden, ob eine Bewässerung mit der verfügbaren Wasserquelle prinzipiell machbar ist.
  • Man kann damit simulieren, wie groß der Wasserdurchfluss bei einem bestimmten in der Rohrleitung wirkenden Druck wäre. Diesen Wert braucht man für eigene Planungen und er ist auch erforderlich, wenn man den Beregnungsplaner von DVS Beregnung nutzen möchte.

So ein Testgerät gibt es bei Amazon und auch bei Ebay zu bestellen:

Druck/Durchfluss-Testgeräte bei Ebay: Ebay Angebote

Die notwendigen Verbindungsstücke für eine Messung an einem 3/4 Zoll bzw. 1 Zoll Wasserhahn sind im Angebot mit enthalten. Sollten Sie die Messung an einer Pumpe planen, dann benötigen Sie zusätzlich eine Verbindungsmöglichkeit zwischen Pumpenausgang und Messgerät. Ich würde hier empfehlen, von der Pumpe mit passendem Verbinder auf ein kurzes Stück 25 mm oder 32 mm PE-Rohr zu gehen und am Ende des Rohres mit passendem Verbinder das Messgerät anzubringen. Die dafür notwendigen Teile können Sie für wenige Euro ebenfalls bei Amazon oder Ebay bestellen. Bei einer Pumpe kann man alternativ zur Messung die Wassermenge bei einem bestimmten Wasserdruck auch aus der Pumpenkennlinie der Pumpe herauslesen. Diese Vorgehensweise ist allerdings etwas ungenauer als die tatsächliche Messung, weshalb ich auch bei Verwendung einer Pumpe eine Messung empfehlen würde!

Zeitaufwand: Keiner

Warten auf den Postboten …

Druck- und Durchfluss messen

Zeitaufwand: ca. 1 Stunde

Das Wasserfluss-Testgerät sollte nun angekommen sein und Sie können sich an die Druck/Durchfluss-Messung machen. Wie das Testgerät an den Wasserhahn montiert wird und wie man es anwendet, erkläre ich im Detail mit einigen Fotos und einem Kurzvideo in einem Blogbeitrag zum Wasserfluss-Testgerät. Die Kurzversion davon: Das Testgerät wird auf den Hahn geschraubt, das Wasser voll aufgedreht und mit dem Ventilhebel der Durchfluss so weit verengt, dass sich der gewünschte Druck am Manometer einstellt. Sobald dieser angezeigt wird, wird ein 10 Liter Eimer darunter gestellt und gestoppt, wie lange es dauert, diesen zu füllen. Anhand der Füllzeit wird die Literleistung pro Stunde berechnet. Dauert es zum Beispiel 20 Sekunden den 10-Liter-Eimer zu füllen, dann kann man in einer Minute 3 Eimer und in einer Stunde 180 Eimer füllen. Da in einen Eimer 10 Liter passen, hätte man somit pro Stunde 1.800 Liter Wasser zur Verfügung.

Starten Sie am besten zuerst einmal mit folgenden Messungen:

  • Wassermenge, wenn das Ventil komplett geöffnet ist
  • Wasserdruck, wenn das Ventil komplett geschlossen ist

Damit wissen Sie dann den statischen Wasserdruck am Wasserhahn und die maximale Wassermenge an der Wasserquelle bei null Gegendruck. Der statische Wasserdruck sollte idealerweise zumindest 4 bar betragen, aber auch mit ein bisschen weniger lässt sich bei entsprechender Planung eine Bewässerung realisieren. Die Wassermenge sollte zumindest 2.000 Liter betragen, besser aber noch im Bereich von 2.500 bis 4.000 Litern pro Stunde liegen.

Als absolute Grenze nach unten, mit der sich eine gewöhnliche Bewässerung (unterirdisch verlegtes Bewässerungssystem für die Bewässerung von größeren, zusammenhängenden Flächen) gerade noch realisieren lässt, würde ich eine Wassermenge von etwa 1.200 Litern und einen Druck von etwa 3 bar sehen. Erreicht man auch diese Werte nicht, dann bleibt einem als Alternative noch ein Mikrobewässerungssystem (oberirdisch verlegtes System, das mit feinen Wassertröpfchen arbeitet). Dieses benötigt nur etwa 1,5 bar statischen Wasserdruck und funktioniert auch mit Wassermengen unter 1.200 Liter.

Durchfluss bei unterschiedlichen Druck-Werten messen

Nachdem die prinzipielle Machbarkeit eines Bewässerungssystems sichergestellt ist, können Sie nun mit dem Testgerät ermitteln, welche Wassermenge Sie bei unterschiedlichen Druckwerten zur Verfügung haben. Dazu starten sie am besten mit 0,5 bar und erhöhen dann, indem Sie das Ventil immer weiter schließen, in 0,5 bar-Schritten. Sie messen also zuerst die Wassermenge bei 0,5 bar, dann bei 1 bar, dann bei 1,5 bar und so weiter bis das Ventil komplett geschlossen ist. Die jeweils erzielte Wassermenge notieren Sie sich. Machen Sie zusätzlich auch noch eine Messung bei 2,8 bar, warum erkläre ich weiter unten.

Ihre erfassten Werte können dann z.B. wie folgt aussehen:

WasserdruckEimer-FüllzeitWasser-Durchfluss
0 bar (Ventil komplett geöffnet)16 Sekunden2.250 Liter
0,5 bar17 Sekunden2.120 Liter
1 bar18 Sekunden2.000 Liter
1,5 bar20 Sekunden1.800 Liter
2 bar23 Sekunden1.570 Liter
2,5 bar26 Sekunden1.380 Liter
2,8 bar28 Sekunden1.280 Liter
3 bar30 Sekunden1.200 Liter
3,5 bar34 Sekunden1.050 Liter
4,1 bar (Ventil komplett geschlossen)Kein Wasserfluss0 Liter

Planung der Gartenbewässerung

Zeitaufwand: ca. 2 bis 8 Stunden (abhängig von Umfang und Komplexität)

Mit den im Schritt zuvor ermittelten Werten können Sie nun Ihre Bewässerung planen. Die einfachste und schnellste Methode ist die Nutzung des Online-Beregnungsplaners von DSV Beregnung.

Planung mit dem DVS Beregnungsplaner

Im folgenden eine Beschreibung der wesentlichen Schritte:
(Falls Sie irgendwo anstehen sollten, ich erkläre die Anwendung detailliert im Blogbeitrag zum DVS Beregnungsplaner)

  • DVS Beregnungsplaner aufrufen: https://dvs-beregnung.de/GARTEN-PLANER
  • Wenn Sie bereits ein Konto bei DVS Beregnung haben, damit einloggen, sonst ist zur Nutzung eine kostenlose Registrierung notwendig
  • Laden Sie entweder einen vorhandenen Grundriss Ihres Gartens hoch, um anhand von diesem weiter zu arbeiten oder erstellen sie einen Plan von null Weg.
  • Zeichnen Sie die Flächen ein, die bewässert werden sollen und jene, die nicht bewässert werden dürfen und definieren Sie was mit gewöhnlicher Bewässerung („Rasenfläche“) und was mit Mikrobewässerung („Beet&Hecke“) bewässert werden soll.
  • Im nächsten Schritt erstellt Ihnen der DVS Planer automatisch einen Vorschlag, wie Sie die Regner positionieren können.

Der Vorschlag funktioniert bei einfacheren Flächen sehr gut, bei schwierigeren Flächen kann es notwendig sein nach zu justieren. Ob die Notwendigkeit dazu besteht, sehen Sie anhand der im Planer nach der erfolgter Positionierung angezeigten Farbskala: Sattgrüne Flächen sind optimal bewässert, gelbe leicht unterbewässert und bräunliche bis rote Flächen bekommen sehr wenig bis gar kein Wasser. Für diese Flächen ist es notwendig, entweder den Wurfkreis bestehender Regner anzupassen oder manuell zusätzliche Regner zu setzen. Wenn Sie hierzu mehr zum theoretischen Background wissen möchten, lesen Sie sich den Blogbeitrag zur Regnerpositionierung in der Quadratformation durch.

Anhand unterschiedlicher Farben wird angezeigt, welche Stellen noch zusätzlich Wasser benötigen

Sobald Sie mit der Positionierung der Regner zufrieden sind und alle Stellen ausreichend Wasser erhalten, können Sie mit dem nächsten Schritt fortfahren. In diesem definieren Sie Wasserversorgung, Bewässerungssteuerung und Ventilverteilung.

  • Bei der Definition der Wasserversorgung ist der mit dem Wasserfluss-Testgerät gemessene Wasserdurchfluss-Wert einzugeben. Und zwar jener, der bei 3,5 bar Druck gemessen wurde! Im Beispiel oben wären das 1.050 Liter und es wären somit 1,05 (Kubikmeter) einzugeben. Warum bei 3,5 bar? DVS Beregnung plant automatisch immer mit Hunter MP-Rotator Regnern bei 2,8 bar Leitungsdruck und kalkuliert einen für die meisten Bewässerungen recht gut zutreffenden Druckverlust in der Leitung von 0,7 bar dazu.

Was ist, wenn Sie bei einem Druckwert von 3,5 bar eine zu geringe Wassermenge zur Verfügung haben? Ich würde diese mit weniger als 700 bis 800 Liter definieren.
Dann können Sie es entweder trotzdem mit extrem sparsamer Planung und Aufteilung auf viele Sektoren probieren, oder Sie satteln stattdessen auf eine Planung mit 2,8 bar Druck um. Bei diesem Druck haben Sie mehr Wasser verfügbar und Sie können ebenfalls den Hunter MP-Rotator verwenden, jedoch nicht mit 2,8 bar, sondern die auf 2,1 bar druckregulierte Variante. Und zusätzlich werden wie zuvor 0,7 bar für den Druckverlust angesetzt. Wenn Sie das so machen, können Sie den Positionierungsvorschlag des DVS Beregnungsplaners als Orientierung verwenden, müssen diesen jedoch überprüfen und ggf. umplanen, da sie mit weniger Wasserdruck evtl. die angesetzten Wurfweiten nicht erreichen. Welche Wurfweiten bei 2,1 bar mit dem MP-Rotator erzielbar sind, können Sie im Artikel zum Hunter MP-Rotator nachschlagen (10% davon abziehen!). Die Ermittlung des Wasserverbrauchs und alle weiteren sonst vom Bewässerungsplaner übernommenen Schritte müssen Sie in diesem Fall selbst durchführen, da die Werte vom Planer nicht 1 zu 1 stimmen, weil diese für die MP-Rotator Version mit 2,8 bar und nicht für jene mit 2,1 bar getroffen werden. Auch die im Anschluss automatisch erstellte Einkaufsliste bezieht sich auf die Variante mit 2,8 bar. Sie können aber natürlich den weiteren Ablauf Ihrer Planung mit dem Beregnungsplaner simulieren und das Vorgeschlagene als Anhaltspunkt für die eigene Planung heranziehen.

Als nächstes ist die Steuerung und die Magnetventilverteilung zu definieren:

  • Bei der Steuerung kann man wählen, ob man einen webfähigen oder nicht webfähigen Bewässerungscomputer nutzen möchte
  • Bei der Magnetventilverteilung hat man die Wahl, ob die Ventile in einem Ventilschacht oder an einer Wandhalterung angebracht werden sollen

Als letzter Planungsschritt macht der Beregnungsplaner automatisch einen Vorschlag zur Pipelineführung und teilt die Regner automatisch in Bewässerungssektoren ein:

  • Der DVS Beregnungsplaner plant die Leitung dabei am kürzest möglichen Weg.
  • Hier sollten Sie kontrollieren, ob die vorgeschlagene Leitungsführung in der Praxis auch tatsächlich so möglich ist und wenn nicht, die neuralgischen Punkte umplanen.
  • Die vorgeschlagene Sektorplanung, also welche Regner in einem gemeinsamen Sektor betrieben werden, sollten sie ebenfalls noch auf ihre Praxistauglichkeit überprüfen und ggf. adaptieren! Der Online-Planer hat nicht alle Detailinformationen zur Lage vor Ort, über die Sie selbst verfügen. Eventuell liegt ein Teil des Rasens wesentlich schattiger als der andere? Dann bietet es sich an, die Regner im schattigen Teil in einem gemeinsamen Sektor zu betreiben, um für diese eine kürzere Beregnungsdauer einzustellen zu können.
  • Was man im DVS Beregnungsplaner nicht definieren kann, sind Wasser-Entnahmestellen („Wassersteckdosen“). Wenn Sie eine solche in Ihr Bewässerungssystem mit integrieren möchten, dann müssen Sie dafür einen weiteren separaten Pipelinestrang mit einplanen.

Abschließend erstellt das Programm aus dem angefertigten Plan automatisch eine Einkaufsliste mit allen Komponenten, die zur Umsetzung des Planes notwendig sind. Damit haben Sie das Pensum für Tag 4 geschafft, der Einkauf des Bewässerungssystems folgt am nächsten Tag. Das gibt Ihnen die Möglichkeit, noch einen Tag darüber zu schlafen und sich die Planung noch etwas durch den Kopf gehen zu lassen. Sie können die Planung ohne Probleme an dieser Stelle abbrechen. Es ist alles abgespeichert und mit dem Link, der Ihnen per E-Mail zugeschickt wurde, können Sie am nächsten Tag den aktuellen Stand wieder aufrufen.

Sollten Sie unsicher bezüglich Ihrer Planung sein, gibt es von Seiten DVS Beregnung die Möglichkeit, den Plan für 25,21 Euro überprüfen zu lassen. Dazu können Sie diesen direkt durch Klick auf den entsprechenden Menüpunkt an DVS Beregnung weiterleiten.

Durch Klick auf diesen Menüpunkt können Sie Ihren Plan von Fachleuten überprüfen lassen

Alternative: Planung auf eigene Faust oder mit anderem Tool

Als Alternative zum DVS Beregnungsplaner gibt es noch den MyGarden Planer von Gardena, der ähnlich funktioniert, aber punkto Funktionalität nicht mit dem DVS Beregnungsplaner mithalten kann. Der große Schwachpunkt ist hier vor allem, dass die Planung komplett auf Gardena Produkten basiert, die in vielen Bereichen den Produkten der internationalen Konkurrenz wie Hunter oder Rain Bird deutlich unterlegen sind.

Die letzte Alternative ist es, den Plan von Grund auf selbst zu erstellen, wie ich das auf der Planungsseite hier im Blog zeige. Dafür muss man aber die Dinge ausreichend verstehen, um diese auch richtig zu machen. Dazu muss man sich also zuerst ordentlich einlesen und daher mehr Zeit veranschlagen.

Natürlich kann man auch bei eigenständiger Planung seine eigenen Überlegungen durch Nutzung des Online-Planers überprüfen bzw. sich Anregungen holen, wie der Planer die Anforderung lösen würde.

Bestellen des Bewässerungssystems

Zeitaufwand: ca. 1  bis 4 Stunden (je nachdem, wie umfangreich Sie recherchieren)

Basierend auf der Planung mit dem DVS Beregnungsplaner, mit dem Gardena myGarden Planer oder Ihrer eigenen Planung ist nun der nächste Schritt, die erforderlichen Komponenten zu besorgen. Bei eigenständiger Planung müssen Sie sich dazu zuvor aus Ihrem Plan eine Stückliste mit den benötigten Produkten erstellen, bei Nutzung des DVS Beregnungsplaners oder des Gardena myGarden Planers geht das automatisch, diese spucken am Ende der Planung eine Einkaufsliste aus.

Mit dieser Einkaufsliste können Sie nun wie folgt fortfahren:

  • Sowohl bei DVS Beregnung als auch bei Gardena kann man die Einkaufliste (Liste mit allen benötigten Komponenten und deren Stückzahl) ausdrucken.
  • Diese Liste können Sie verwenden, um zu recherchieren, wo Sie die Sachen kaufen möchten und abzuhaken, was sie bereits besorgt haben.
  • Bei Gardena sind die Komponenten auf der pdf-Liste mit der Gardena Homepage verlinkt, so dass man jede der Komponenten dort einzeln aufrufen und im Gardena Shop bestellen kann. Das würde ich aber nicht empfehlen, da die Preise auf der Gardena Homepage in der Regel viel höher sind, als wenn man die gleichen Komponenten über Amazon oder Ebay bestellt!
  • Die komfortabelste und schnellste Möglichkeit bietet der DVS Beregnungsplaner. Auf Knopfdruck kann man die komplette Einkaufsliste in den DVS Beregnung Webshop übernehmen und dort bestellen. Diese Variante kann ich mit gutem Gewissen empfehlen! DVS Beregnung ist ein Kooperationspartner von bewaesserungs-selbst-bauen.de und im deutschsprachigen Raum der Webshop mit dem umfangreichsten Angebot. Auch die Preise sind konkurrenzfähig und man hat im Vergleich zur Bestellung bei vielen einzelnen Anbietern den Vorteil, nur einmal Versandkosten bezahlen zu müssen. Ab 65 Euro Bestellhöhe ist der Versand überhaupt gratis. Hier auf der Seite finden Sie zudem einen DVS Beregnung Gutschein, mit dem Sie noch einmal 5% der Einkaufssumme sparen können!

    Die im DVS Beregnungsplaner ausgegebene Materialliste kann per Knopfdruck bestellt, angepasst oder auch ausgedruckt werden

  • Praktisch: In der Einkaufsliste vom DVS Beregnungsplaner werden automatisch auch bei die Montagearbeiten erleichternde Swing Joints, Markierungsfahnen und ein Einstellschlüssel für die MP-Rotator Regner berücksichtigt.
  • Möchte man nur einen Teil der Einkaufsliste bei DVS Beregnung bestellen, dann kann man sich basierend auf dem Vorschlag auch eine Wunschliste anlegen (Menüpunkt „Wunschliste anlegen“). Dabei werden zuerst einmal alle Produkte in die Wunschliste übernommen und aus dieser kann man anschließend einzelne Dinge entfernen, oder auch Zusätzliches hinzufügen. Auch kann man den Vorschlag von DVS Beregnung natürlich abwandeln, wenn man z.B. an manchen Stellen andere Produkte verwenden möchte (z.B. eine teurere oder günstigere Steuerung).
  • Wenn Ihnen der Vorschlag zu teuer ist und Sie weniger ausgeben möchten, dann ist das am ehesten bei der Steuerung möglich. DVS Beregnung plant immer auf Basis einer professionellen Steuerung mit Beregnungscomputer und Magnetventilen. Deutlich günstiger ist es z.B., die Steuerung mit Bewässerungscomputer und automatischem Wasserverteiler zu machen. Welche Alternativen Sie hier haben, können Sie auf der Steuerungsseite nachlesen.
  • Der DVS Beregnungsplaner plant immer ohne Entwässerung, sondern geht davon aus, dass die Bewässerung vor dem Winter mit Druckluft ausgeblasen wird. Möchten Sie abweichend davon ein Entwässerungsventil oder einen Kugelhahn zum Ablassen des Wassers in die Bewässerung mit einbauen, dann müssen Sie die notwendigen Komponenten zusätzlich mit einkalkulieren und bestellen. Hier erfahren Sie mehr zum Thema Entwässerung.

Zusätzlich zum Bewässerungssystem empfiehlt es sich, auch gleich ein paar für die Montagearbeiten sinnvolle Dinge zu besorgen:

  • Erdanker (Amazon Link) zur Befestigung der Pipelinerohre im Graben während der Montage
  • Eine Rohrschere (Amazon Link) zum Schneiden der Rohre
  • Teflonband (Amazon Link) zur Abdichtung der Gewinde
  • Ggf. etwas Kies zur Unterfütterung von Ventilboxen, Wassersteckdosen bzw. zum Einbau eines Entwässerungsventils

Gräben ausheben

Zeitaufwand: geschätzt ca. 1 bis 3 Tage (je nach Umfang der Bewässerung und wie viele Personen mithelfen)

Nun kann bereits mit dem Ausheben des Pipelinegrabens begonnen werden. Das ist eine körperlich anstrengende Arbeit, zu der es sich empfiehlt, ein paar Freunde oder Bekannte einzuladen.

Tipp: Wässern Sie den Rasen am Tag zuvor noch ordentlich ein, so dass der Boden aufgeweicht wird! Gerade wenn es länger nicht geregnet hat, kann der Boden sonst pickelhart und dementsprechend mühsam zu schaufeln sein.

Nach meiner Erfahrung kann man grob mit ca. 2 bis 3 Metern Graben kalkulieren, die eine Person pro Stunde auszuheben schafft. Abhängig von der körperlichen Verfassung und von der Bodenbeschaffenheit kann es auch etwas weniger sein. Je nachdem, wie viele Personen mithelfen, können Sie sich also überschlagsmäßig ausrechnen, wie viele Stunden Sie in etwa für die Grabungsarbeiten veranschlagen müssen. Bei kleinen Projekten ist das manchmal an einem Tag zu schaffen, bei mittleren kann es auch zwei oder drei Tage benötigen, bei großen auch noch mehr. Im letztem Fall könnte sich das Ausborgen einer Grabenfräse lohnen.

Verlauf des Grabens markieren

Bevor man mit dem Graben beginnt, wird der Verlauf des Grabens markiert. Das kann man mit ganz einfachen Mitteln machen (Seile, Stöcke, Steine, …) oder ganz professionell mit Markierungsfahnen bzw. Markierspray (Amazon Link). Umso mehr Personen am Graben beteiligt sind, umso wichtiger ist eine möglichst klare, Irrtümer ausschließende Markierung. Beim DVS Beregnungsplaner kann man sich extra zu diesem Zweck einen Plan mit den auszuhebenden Gräben ausdrucken („Installationsanleitung“).

Graben ausheben

Der Graben wird 25 bis 30 Zentimeter tief ausgehoben, das entspricht in etwa einer Spatenlänge. Wie man gräbt ist Geschmackssache, ich würde nur empfehlen, den Graben nicht zu breit auszuführen, da man sonst unnötig viel Aushub hat. Zu schmal kann man ihn nicht ausführen. Möchte man die Rasensode erhalten, um sie später wieder einzusetzen, dann ist diese vorsichtig abzutrennen und zwischenzulagern. Kurven sind möglichst langgezogen auszuführen, damit das Wasser mit minimalem Druckverlust durch die Pipeline kommt, bei Bäumen ist am besten 1 Meter Abstand zu halten, da das Graben im verwurzelten Bereich sehr mühsam sein kann.

Weiterführende Infos: Impressionen und weitere Detailinformationen zu den Grabungsarbeiten finden Sie auf der Montageseite.

Pipeline verlegen

Zeitaufwand: ca. 3 bis 6 Stunden

Tipp: Wenn es sich zeitlich ausgeht, dann legen Sie das Pipelinerohr am Tag zuvor möglichst großflächig am Rasen auf. Es verliert so an Steifigkeit, sodass es leichter zu verlegen ist!

Das Pipelinerohr wird in den Graben gelegt und mittels Rohrschere bzw. Säge passend abgeschnitten und die Teilstücke mit Verbindern miteinander verbunden. Damit das Rohr nicht störend im Graben herumschlendert und damit beim Anzeichnen der Schnittmarken die Position stimmt, kann man sich mit dem Fixieren durch Erdanker helfen. Um die Pipelinestränge bei Verlegen mehrerer Stränge besser auseinander halten zu können, empfehle ich, die Rohre alle ca. 20 bis 30 Zentimeter farblich zu markieren. Das erleichtert einem auch die Arbeiten, sollte man später einmal etwas an der Pipeline ausbessern müssen.

Verbinden der Rohrleitungen

Achten Sie beim Einstecken der Rohre in die Verbinder darauf, die Rohre weit genug einzuschieben: Das Rohr rutscht zuerst recht leicht in den Verbinder, bis es an der Klemme ansteht. Diesen Widerstand muss man mit ein wenig Kraftaufwand überwinden und das Rohr noch ein kleines Stückchen weiter in die Klemme schieben, erst dann ist eine dichte Verbindung gegeben.

Auf diesem Bild steht das Rohr bereits an der im Verbinder angebrachten Klemme an

Mit ein wenig Kraftaufwand lässt sich das Rohr noch ein Stückchen weiter in den Verbinder schieben (erkennbar an der grünen Markierung)

Einbautiefe der Regner

Die Regner bauen Sie mit einem passenden Verbinder entweder direkt in die Pipeline ein, oder verwenden alternativ einen Swing Joint. Dieser hat den Vorteil, dass sich der Regner einfacher im Graben positionieren lässt. Der Regner muss so eingebaut werden, dass der Regnerkopf ca. 1/2 Zentimeter über dem Erdniveau hinaus ragt. So ist gesichert, dass er beim Rasenmähen nicht beschädigt wird und gleichzeitig bei Regenfall nicht eingeschlämmt wird.

Beim Einbau direkt in die Pipeline muss der Regner eventuell mit Erde unterfüttert werden, bei Verwendung eines Swing Joints wird dieser einfach auf die benötigte Höhe eingestellt. Die endgültige Positionierung der Regner erfolgt erst beim Zuschütten der Gräben.

Testläufe durchführen

Zeitaufwand: ca. 1 bis 2 Stunden

Sobald die Pipeline montiert ist, empfehle ich die Durchführung folgender Testläufe, um vor dem Wiederzuschütten der Gräben das ordnungsgemäße Funktionieren sicherzustellen:

Rohre durchspülen

Das ist eine Vorsichtsmaßnahme, falls bei den Montagearbeiten Erde in die Pipeline gefallen sein sollte. Die Pipeline wird an die Wasserquelle angeschlossen und das Ende der Pipeline geöffnet. Das muss nicht über die später verwendete Steuerung erfolgen, es reicht für diesen und die weiteren Testschritte stattdessen auch ein provisorischer Anschluss. Nun lässt man 2 bis 3 Minuten lang Wasser durchlaufen, um sicherzustellen dass alle Verunreinigungen ausgespült werden. Das macht man für jeden einzelnen Pipelinesektor. Speziell wichtig ist das bei Mikrobewässerungs-Pipelines, da sich diese aufgrund des geringen Drucks in der Pipeline schwer selbst reinigen können.

Dichtheit der Pipeline prüfen

Dieser Testschritt ist der wichtigste, da man das nach dem Zuschütten nicht mehr so einfach mitbekommt bzw. korrigieren kann! Dabei wird kontrolliert, dass alle Anschlüsse in der Pipeline dicht sind, also nirgendwo Wasser austritt. Dazu schließt man die Pipeline an die Wasserquelle an und setzt sie unter Druck . Anschließend inspiziert man die Anschlüsse der Verbinder, Regner, Wassersteckdosen, Entwässerungsventile etc. bezüglich Dichtheit. Das wiederholt man wieder für jeden Sektor, sodass wirklich jeder Anschluss überprüft wird. Wenn es der Regnertyp erlaubt, schaltet man die Beregnung während der Prüfung ab, sonst kann man Eimer über die Regner stellen, um nicht komplett nass zu werden.

Korrektes Funktionieren der Regner und anderen Komponenten prüfen

Für diesen Schritt bringt man zuerst die Regner in ihre korrekte Position, indem man sie mit Erde feststampft bzw. festdrückt. Nun wird die Pipeline wieder unter Druck gesetzt und Sektor für Sektor überprüft, dass die Regner funktionieren und die erwartete Wurfweite erfüllen. Die Feineinstellung der Wurfweite und des beregneten Sektors ist an dieser Stelle noch kein Thema, diese wird dann erst ganz am Schluss, wenn die Gräben zugeschüttet wurden und die endgültige Steuerung angeschlossen ist, durchgeführt.

Wenn Sie Entwässerungsventile verwenden, dann kontrollieren Sie, dass diese korrekt bei Stopp der Bewässerung das Wasser auslassen! Ist eine Wassersteckdose mit eingebaut, dann entnehmen Sie testweise Wasser! Ist eine Mikrobewässerung mit eingeplant, dann kontrollieren Sie die grundsätzliche Funktionalität, indem Sie hinter dem Druckminderer z.B. einen Tropfschlauch oder Sprüher anschließen und schauen ob diese ordnungsgemäß funktionieren.

Gräben wieder zuschütten

Zeitaufwand: ca. 2 bis 6 Stunden

Machen Sie vor dem Zuschütten noch einige Fotos vom Pipelinegraben für Ihre Dokumentation!
Beim Zuschütten des Grabens anfangs vorsichtig arbeiten, damit die Regner nicht aus der vorgesehen Position verschoben werden! Die Erde am besten schichtweise einbringen und feststampfen, so dass sie sich möglichst gut verdichtet. Trotzdem wird sie sich in den Tagen danach noch etwas senken, daher sollten Sie ein wenig höher als Erdniveau aufschütten. Haben Sie eine Rasensode auf die Seite gelegt, dann wird diese nun wieder eingesetzt.

Steuerung installieren und Regner einstellen

Zeitaufwand: ca. 2 bis 6 Stunden

Abschließend wird nun die Steuerung des Bewässerungssystems installiert und das gewünschte Bewässerungsprogramm am Computer angelegt. Die Regner werden in der Weite und im Sektor auf den in der Planung anvisierten Wert eingestellt. Dazu kann man eigene Regner-Einstellschlüssel oder einen simplen Schraubendreher verwenden. Besteht ein Teil der Bewässerung aus einer Mikrobewässerung, dann wird nun die oberirdische Mikrobewässerung eingerichtet (Tropfschlauch auslegen bzw. Sprüher und Tropfer einrichten).

Hurra, das Bewässerungsprojekt ist geschafft! Zu guter Letzt sammeln Sie noch alle Planungsunterlagen, Rechnungen, Skizzen, Beschreibungen, Fotos etc. zusammen und legen Sie diese in einer Projektmappe ab! So haben Sie alle relevanten Infos verfügbar, sollten Sie einmal ein Problem beheben müssen oder den Wunsch verspüren, die Bewässerung auszubauen oder abzuändern.